David Raum (TSG Hoffenheim) (Foto: imago images, Imago)

Fußball | TSG Hoffenheim

David, das neue "Raum-Wunder" im Kraichgau

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Er ist einer der Aufsteiger der Bundesliga-Saison. Hoffenheims Linksverteidiger David Raum schaffte den steilen Sprung von der 2. Bundesliga bis in die A-Nationalmannschaft. Im Kraichgau ist er längst einer der Publikumslieblinge.

Es fällt sofort auf, wenn man in der Sinsheimer Arena in die Zuschauerränge schaut. In der vorderen Reihe stehen viele junge Fans mit selbstgebastelten Plakaten und er Aufschrift "David Raum - schenk mir Dein Trikot". Das blaue Hemd des Hoffenheimer Jungnationalspielers ist offensichtlich heiß begehrt.

Von SWR Sport darauf angesprochen, bekommt David Raum glänzende Augen: "Natürlich freut mich das, wenn ich das sehe", sprudelt es voller Freude aus dem Linksverteidiger heraus, "ich hatte mal damit angefangen, Plakate gegen meine Trikots zu tauschen, das haben einige mitbekommen. Jetzt sind es immer mehr, die Plakate für das Trikot für mich basteln." Nun, so der 23-Jährige lachend, "muss ich schauen, dass ich es jedem Recht mache.

Der Dauerläufer der TSG Hoffenheim

Auch nach dem furiosen 2:0 gegen RB Leipzig schenkte David Raum sein Trikot gerne wieder einem jungen Fan mit selbstgepinseltem Plakat. Zuvor hatte das Kraftpaket wie so oft in dieser Saison läuferische Bestwerte in Sachen Sprints und Geschwindigkeit abgeliefert, insgesamt 12,4 Kilometer abgespult und mit seiner Wucht und Vehemenz das Hoffenheimer Spiel nach vorne getrieben.

Kein Weg zu weit, kein Zweikampf ist ihm zuviel. David, das neue "Raum-Wunder" der TSG Hoffenheim, gibt immer alles: "Da bin ich nicht der Typ für, hier und da mal Kraft wegzulassen, ich haue alles raus. Bei mir gibt es kein Halbgas."

Von der 2. Liga in die Nationalmannschaft

Schon im August, nach gerade einmal drei Bundesligaspielen für die TSG Hoffenheim, war auch der neue Bundestrainer Hansi Flick auf den Marathonmann aus dem Kraichgau aufmerksam geworden und ließ ihn im September in der WM-Qualifikation gegen Armenien in der A-Nationalmannschaft debütieren.

Für David Raum, erst im Sommer ablösefrei von Greuther Fürth aus der 2. Liga zur TSG gewechselt, ein Traum: "In ruhigen Momenten muss ich immer mal darüber nachdenken, was da zuletzt alles passiert ist", so der freundliche Franke fast ungläubig über seine steile Karriere als Fußballprofi.

Ein phantastisches Fußballjahr für David Raum

David Raums Jahr 2021: Erst der Bundesliga-Aufstieg mit Fürth, danach U21-Europameister, die Berufung in die Olympiaauswahl für Tokio, der Wechsel nach Hoffenheim, die Nominierung ins deutsche A-Team mit bislang drei Länderspielen - es ist ein spektakuläres Fußballjahr für den gebürtigen Nürnberger: "Ich schwebe momentan auf so einer Erfolgs- und Euphoriewelle. Ich will weiter an mir arbeiten und Gas geben und nicht nachzulassen. Dann wird man sehen, was noch weiter drin ist."

"Ich haue alles raus, bei mir gibt es kein Halbgas"

Die Nominierungen in die Nationalmannschaft haben Raum zusätzlich beflügelt, noch mehr an seinem Körper zu arbeiten: "Ich versuche mich auch neben dem Platz fit zu halten, gehe viel in den Kraftraum. Die physischen Fähigkeiten hatte ich schon immer."

Sebastian Hoeneß: "David Raum hat das Herz am rechten Fleck"

Sein Vereinstrainer Sebastian Hoeneß ist sich sicher, dass sein aktueller Vorzeigeschüler keinesfalls die Bodenhaftung verliert: "Er geht super damit um. David Raum ist ein Junge, der auf dem Boden geblieben ist, mit einer super Einstellung. Ein ganz feiner Kerl mit dem Herz am rechten Fleck."

Hoeneß weiß aber auch, dass Leistungsschwankungen in dem Alter und mit gerade einmal elf Bundesligaspielen völlig normal sind: "Man darf jetzt nicht Dinge von ihm erwarten, die er nicht erfüllen kann."

Am Samstag die Heimkehr nach Fürth

Am Samstag steht für Raum übrigens ein ganz spezielles Spiel an. Dann geht es mit Hoffenheim in der Bundesliga zu seinem Heimatverein, zum sieglosen Neuling Fürth. 15 Jahre lang hat er das Trikot von Greuther Fürth getragen. Dort lernte er das Fußball-ABC und schaffte den Sprung in den Profifußball und in die Bundesliga. Es ist auch ein Wiedersehen mit alten Freunden und seinem größten Förderer, dem Fürther Trainer Stefan Leitl. Der hatte ihn vor zwei Jahren vom eher unauffälligen Linksaußen zum erstklassigen Linksverteidiger umfunktioniert und damit erst die Leistungsexplosion ermöglicht.

Ganz sicher wird David Raum in Fürth wieder mit die meisten Kilometer abspulen und danach auch seine treuen Fans wieder beglücken: Das begehrte Trikot mit der Nummer 17 gegen ein selbstgebasteltes Plakat eintauschen.

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