Munas Dabbur trägt das blaue Heim-Trikot der TSG Hoffenheim und führt den Ball. Ein Gegenspieler greift ihn an. (Foto: Imago, Kirchner-Media)

Fußball | Bundesliga Munas Dabbur: Neustart in Hoffenheim

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Hoffenheims neue Sturm-Hoffnung heißt Munas Dabbur. Der Israeli soll für Tore bei der TSG sorgen. Dabei lastet die Bürde von zwölf Millionen Euro Ablöse auf dem 27-Jährigen. SWR Sport hat sich den Angreifer angeschaut.

Auf die Frage, ob er die Medienrunde auf Deutsch oder Englisch abhalten möchte, antwortet Munas Dabbur mit einem verschmitzten Lächeln: "Mixed is okay", sagt er. Der Top-Transfer der TSG Hoffenheim wirkt entspannt und beantwortet alle Fragen der Journalisten zuvorkommend und auf Englisch.

Zwölf Millionen Euro ließen sich die Kraichgauer die Dienste von Dabbur kosten. Der Nationalspieler wechselte erst im vergangenen Sommer für 17 Millionen Euro aus Salzburg zum FC Sevilla. Dort kam der schnelle Stürmer allerdings auf nur neun Pflichtspieleinsätze. Zu wenig für einen Mann, der zuvor in Österreich und bei den Grasshoppers Zürich den Abwehrreihen das Fürchten gelehrt hat.

Auf Nachfrage, ob Sevilla sein härtestes Halbjahr im Profi-Fußball war, lächelt Dabbur nicht und fügt ernst an: "Ja, das kann man sagen." In der TSG hofft der Knipser jetzt einen Verein gefunden zu haben, der zu seinen "Qualitäten passt". Groß darüber sprechen möchte Dabbur allerdings nicht. Das sollen andere tun, wie er gegenüber SWR Sport sagt.

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Neuer Anlauf in Hoffenheim

Nach der harten Zeit beim spanischen Top-Klub will Munas Dabbur neu angreifen. Von seinen neuen Mitspielern beim Tabellensiebten wurde er sehr freundlich empfangen. Mit seinem ehemaligen Kollegen aus Salzburg Diadie Samassékou hat Dabbur im Vorfeld gesprochen, um sich ein besseres Bild vom Verein zu machen. "Alles ist so, wie es mir vorher erzählt wurde", sagt der Stürmer. "Sie haben mir nur gute Sachen erzählt und alles ist perfekt."

Auf dem Platz sticht der Mann mit dem vollen Bart nicht nur optisch heraus. Munas Dabbur spricht viel mit seinen neuen Teamkollegen. Gibt ihnen Anweisungen, klatscht in die Hände und motiviert seine Mitspieler, wenn etwas mal nicht klappt. (Lesen Sie auch: Teamcheck - So ist die TSG Hoffenheim vor der Rückrunde drauf)

Neben seiner positiven Ausstrahlung überzeugt der 1,82 Meter große Torjäger auch fußballerisch. Lange, hohe Anspiele verarbeitet der Israeli mühelos mit einem Kontakt. Mit dem Rücken zum Tor gibt es bei Spielübungen keine Chance für die Verteidiger, ihm den Ball abzujagen. Er verteilt diesen in schnellen Umschaltaktionen weiter, um so das Tempo im Angriff hoch zu halten. Gerade beim von Trainer Alfred Schreuder favorisierten Spielstil des Pressings stellt Munas Dabbur seine Qualitäten unter Beweis. Den ballführenden Gegenspielern lässt er im Training der Hoffenheimer keine Zeit zum Atmen. Unablässlich werden sie von Dabbur mit schnellen Sprints attackiert.

Direkt nach der Übungseinheit wirkt er trotzdem nur wenig erschöpft. Der drahtige Munas Dabbur ist austrainiert und wie er selbst sagt bei "einhundert Prozent Fitness".

Wohungssuche steht an

Privat steht für den Stürmer und seine Frau Faten erst mal die Wohnungssuche im Raum Heidelberg an. Die Medizinstudentin ist im fünften Monat schwanger und befindet sich im letzten Semester ihres Studiums, wie Munas erzählt. In seiner neuen Wohnung wird er auch wieder Zeit für eines seiner Hobbys haben. Dabbur spielt gerne die Sportsimulation FIFA auf der PlayStation.

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Am Ende des Interviews steht Munas Dabbur geduldig für die Wünsche der Fans zur Verfügung. Für jeden Einzelnen nimmt er sich Zeit, schreibt Autogramme und lässt Fotos von sich schießen. Auch hier immer dabei: sein Lächeln.

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