Jan Mayer (Foto: SWR)

Fußball | Bundesliga Ausgezeichnete Betreuung in Hoffenheim

Ein Freistoß in der Nachspielzeit oder der entscheidende Elfmeter. Fußballerische Ausnahmesituationen gibt es jede Menge. Doch wie bereitet sich ein Spieler darauf vor? Bei der TSG Hoffenheim ist genau das die Arbeit von Psychologe Jan Mayer und seinem Team.

Das Hoffenheimer Nachwuchsleistungszentrum hat sich mittlerweile einen Namen gemacht. Zuletzt wurde es von der Robert-Enke-Stiftung mit einem Förderpreis, auch für seine psychologische Betreuung, ausgezeichnet. Denn um die rund 350 Athletinnen und Athleten, von der U12-Mannschaft bis zu den Profis, kümmern sich im sogenannten NLZ (Abkürzung für Nachwuchsleistungszentrum) drei Psychologen.

Die Unterschiede in der Therapie

Die Arbeit der Therapeuten unterscheidet sich je nach Alter der Spielerinnen und Spieler. "Im unteren Bereich ist es spielerisch, da geht es darum, dass die jungen Athleten überhaupt erst einmal mit Sportpsychologie in Berührung kommen", gibt Professor Jan Mayer einen Einblick. Dabei sind alle psychologischen Angebote in Hoffenheim freiwillig. Bei den Jüngsten geht es zum Beispiel um eine gedankliche Entspannungs-Reise, bei den Älteren um genaue Spielsituationen (z.B. Elfmeter) in eher individueller und situativer Vorgehensweise. "An sich könnte man sagen, dass das Elfmeterschießen an sich nicht schwierig ist", erklärt Professor Jan Mayer. "Dann ist es aber so, dass die ganze Nation zittert, wenn es um das Ausscheiden bei einer Weltmeisterschaft geht."

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Auch die Amateure sind bereits großem Druck ausgesetzt

Um eine maximale Effizienz zu erzielen, wird in Hoffenheim mit allen 350 Athletinnen und Athleten ein Screening durchgeführt. Dabei wird das Thema Depression im Jugendbereich häufiger angesprochen, als bei den Profis. Hoffenheims U23-Spieler Emilian Lässig spricht offen darüber bereits Druck zu verspüren: "Selbst bei jedem Training muss man liefern. Das ist auch ein gewisser Druck, dass man dann auch am Wochenende spielen darf. Da will man sich beweisen, dass man einmal Profi wird und bei der ersten Mannschaft mitspielt." Im Fall einer möglichen Depression holt sich der Verein zusätzliche Hilfe ins Haus und arbeitet mit externen Psychotherapeuten.

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"Alles was mit Psych... anfing, war mit Problemen behaftet"

Der Heidelberger Professor Jan Mayer ist der Kopf des sportpsychologischen Teams. Er arbeitet bereits seit 20 Jahren in diesem Themenbereich. "Damals waren die Vorbehalte ziemlich groß. Alles was mit Psych... anfing, war mit Problemen behaftet." Innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte habe sich die Akzeptanz für Sportpsychologie deutlich verbessert. "Wir merken, dass die Nachfrage steigt. Vielleicht wird es in den nächsten fünf bis zehn Jahren so wie in der körperlichen Betreuung sein, dass ich für jede Mannschaft einen eigenen Physiotherapeuten und einen eigenen Psychologe habe."

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REDAKTION
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