Alfred Schreuder, Cheftrainer des TSG 1899 Hoffenheim (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / foto2press)

Fußball | Bundesliga Hoffenheims "Spieler"-Trainer Schreuder im Trainingslager

Die TSG Hoffenheim bereitet sich gerade in Österreich auf die kommende Bundesliga-Saison vor. Dort Ort ist bekannt, aber eines ist anders als bisher: Der neue Trainer guckt nicht nur, er spielt auch.

Die Übung beim Training ist so ziemlich jedem Fußballer bekannt: 5:2. Auf einem abgesteckten Feld versuchen zwei Spieler in der Mitte den Ball von fünf Spielern am Rand des Feldes zu erobern. Wirklich ungewöhnlich für eine Bundesligamannschaft ist aber, dass auch der Trainer beim sogenannten "Eck" mitmacht.

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Der ehemalige Fußballprofi Alfred Schreuder, der fast zwei Jahrzehnte in den Niederlanden aktiv war, will nah dran an seiner Mannschaft: "Ich bin selber alter Spieler. Ich wechsele auch mal die Gruppe, dann bekommst du auch ein Gespür dafür, wie die Spieler sind und wie sie denken", sagte er im SWR-Interview nach einer Trainingseinheit in Windischgarsten.

Ein erfolgreiches Jahr mit Ajax

Es ist das erste Trainingslager für Schreuder bei der TSG Hoffenheim als Cheftrainer. Trotzdem dürfte dem Niederländer noch ziemlich viel bekannt vorkommen. Schließlich war er bis 2017 Co-Trainer im Kraichgau unter seinem Vorgänger Julian Nagelsmann.

Danach zeigte er als Assistent bei Ajax Amsterdam, wo er in diesem Jahr das Champions-League-Halbfinale erreichte und die Meisterschaft gewann, dass ihm an der Seitenlinie viel zuzutrauen ist. Die logische Konsequenz: ein Job als Cheftrainer.

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Als Cheftrainer ist es "nicht so viel anders"

Mit seiner internationalen Erfahrung im Rücken, geht der 46-Jährige seine neue Aufgabe unaufgeregt und zielstrebig an: "Natürlich musst du als Cheftrainer mehr organisieren und Sitzungen leiten, aber grundsätzlich ist es nicht so viel anders", sagte Schreuder am zweiten Tag des Österreich-Trainingslagers, wo er vorerst auch wieder auf U21-Nationalspieler Nadiem Amiri bauen kann.

Wechselgerüchte um Amiri

Der 22-jährige Mittelfeldspieler hatte seit dem verloren gegangenen EM-Finale gegen Spanien verlängerten Urlaub und stieß jetzt zum Beginn des Trainingslagers wieder zur Mannschaft. Allerdings soll Amiri bei Leverkusen im Gespräch sein und über eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag verfügen, wonach er für 14 Millionen Euro Ablöse gehen kann.

Deutlich konkreter scheint der bevorstehende Wechsel von Joelinton zu sein. Der Stürmer reiste nicht mit dem 30-Mann-Kader nach Windischgarsten, sondern soll für die Rekordablöse von 53 Millionen nach Newcastle gehen.

Viel mit Ball für die Spielfreude

Die Laune will sich Trainer Schreuder davon nicht verderben lassen. Ihm sei wichtig, dass seine Spieler in der Vorbereitung Spaß haben: "Deswegen machen wir auch viel mit Ball und viele Spielformen," sagte er. Nur so komme Spielfreude auf. Besonders gilt das bestimmt, wenn der Trainer im "Eck" auch mal in die Mitte muss.

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