Die Hoffenheimer beglückwünschen ihren Torhüter Baumann nach seinen Paraden (Foto: Imago, foto2press)

Fußball | Bundesliga Teamcheck: Hoffenheim und die 100 Millionen

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Die Ära Nagelsmann ist beendet. Die Kraichgauer werden jetzt von einem alten Bekannten trainiert. Alfred Schreuder war von 2015 bis 2018 Co-Trainer in Hoffenheim und tickt fußballerisch ähnlich wie sein Vorgänger.

So lief die vorige Saison

Der angestrebte internationale Platz wurde verpasst. Drei Punkte fehlten am Ende zu Platz Sieben. Vor allem in den letzten Wochen der Saison fehlte dem Team die Durchschlagskraft. Die Champions League hat viel Kraft gekostet, das Team wirkte am Ende müde, auch das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft schien nicht mehr so innig wie in den Jahren zuvor. Nachdem der Wechsel von Nagelsmann nach Leipzig bekannt wurde, ging nicht mehr viel. Am Ende lag man auf Rang neun.

Wer kommt, wer geht

Die Abgänge haben es in sich. Gleich vier Stammkräfte haben den Verein verlassen. Der Brasilianer Joelinton zu Newcastle United, Nico Schulz zum BVB nach Dortmund und gleich zwei Leistungsträger wechselten zu Bayer Leverkusen: Kerem Demirbay und Nadiem Amiri. Viel Geld wurde eingenommen, gleichzeitig ist aber auch viel Qualität verloren gegangen.

Auch in der neuen Saison soll in Hoffenheim schneller kreativer Fußball gespielt werden. Mit Ihlas Bebou von Hannover 96, Sargis Adamyan aus Regensburg und Robert Skov von FC Kopenhagen haben sich die Hoffenheimer mit torgefährlichen Flügelspielern verstärkt.

Und mit Vincenzo Grifo kehrt ein Leihspieler vom SC Freiburg zurück in den Kraichgau. Der Italiener war in Freiburg mit sechs Toren und drei Vorlagen in der Rückrunde einer der besten Scorer der Liga. Grifo ist auch ein wichtiger Mann für die Standards.

Und schließlich wurde ein alter Bekannter vom FC Schalke ausgeliehen. Sebastian Rudy soll im Mittelfeld die Fäden ziehen. Das hat er bereits von 2010 bis 2017 in Hoffenheim gemacht. Unterstützung im Mittelfeld erhält Rudy durch die Verpflichtung von Diadie Samassekou von RB Salzburg. Die Ablöse für den malischen Nationalspieler soll zwölf Millionen Euro betragen. Damit wäre der 23-jährige Mittelfeldspieler der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte.

Der Trainer

Alfred Schreuder hat relativ große Fußspuren zu füllen. Sein Vorgänger Julian Nagelsmann war zweieinhalb Jahre sein Chef in Hoffenheim, als Schreuder dort von 2015 bis 2017 Trainerassistent bei Huub Stevens und anschließend bei Juilian Nagelsmann war.

Als Co-Trainer beim niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam schaffte es Schreuder in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale der Champions League. Er will ähnlich Fußballspielen lassen wie Nagelsmann, verschiedene Grundordnungen und Variabilität im Spiel sind Schreuder extrem wichtig. Von Vorteil für den neuen Trainer ist sicher auch, dass er die Strukturen in Hoffenheim bereits bestens kennt.

Erwartungen an die neue Spielzeit

Es wird sich zeigen wie die Abgänge zu verkraften sind. Neue Spieler, ein neuer Trainer - das Team muss sich finden. Die Vorbereitung lief problemlos, die meisten Testspiele wurden gewonnen. Auch im Pokal sind die Hoffenheimer weiter, allerdings mit viel Glück. Erst im Elfmeterschießen gegen den Drittligisten aus Würzburg.

Wenn es Alfred Schreuder gelingt, der Mannschaft seine Spielphilosophie zu vermitteln, ist ein einstelliger Tabellenplatz durchaus wieder möglich.

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