Stefan Posch will mit der TSG Hoffenheim in den Europapokal (Foto: Imago, imago images/Sven Simon)

Fußball | Bundesliga Hoffenheim-Verteidiger Stefan Posch: Ganz nach oben ohne abzuheben

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Abwehrspieler Stefan Posch von der TSG Hoffenheim hat sich in der Bundesliga mit konstant guten Leistungen einen Namen gemacht. Bei der österreichischen Nationalmannschaft sorgte er jüngst mit einem Tor für Schlagzeilen.

Wenn Stefan Posch in seinem Lieblingscafé in Heidelberg von der Nationalmannschaft spricht, beginnen seine blauen Augen zu leuchten. Mitte Oktober war der 22-Jährige in seinem Heimatland in aller Munde. Poschi, so sein Spitzname, köpfte Österreich im EM-Qualifikationsspiel in Slowenien zum 1:0-Sieg. "Goldtor", schrieben die heimischen Medien daraufhin, so bezeichnet man in Österreich den spielentscheidenden Treffer. Golden war das Tor aber auch, weil die Europameisterschaft für die Österreicher nun zum Greifen nah ist. "Es war ein überragendes Gefühl für mich, mein erstes Länderspiel-Tor zu machen. Und dann noch so ein wichtiges. Es hätte nicht besser laufen können", sagt Posch, der gegen Slowenien erst sein viertes Länderspiel machte.

Herausragendes Spiel in München

Auch bei der TSG Hoffenheim hat Stefan Posch in dieser Saison schon für Aufsehen gesorgt. Der Österreicher, der in allen neun Pflichtspielen in der Startelf stand, zeigte vor allem im Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München Anfang Oktober eine herausragende Leistung. Posch lief in München als Außenverteidiger auf und stellte seine Gegenspieler über weite Strecken kalt. Diese hießen: Serge Gnabry, Kingsley Coman und Ivan Perisic.

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Das Ziel heißt Champions League

Stefan Poschs Credo lautet "harte Arbeit". Dafür legt er gerne auch mal ein paar Extra-Schichten im Kraftraum ein. Der in Kraubath in der Steiermark aufgewachsene Fußball-Profi will "ganz nach oben", wie er selbst sagt: "Ich stecke meine Ziele immer sehr hoch. Ich durfte schon mal dort spielen, also will ich natürlich wieder in die Champions League. Ich denke, ich mache eine gute Entwicklung durch. Wenn ich so weitermache, kontinuierlich an mir arbeite, dann glaube ich, dass mich nichts davon abhalten kann", meint Posch selbstbewusst. Zu seinen Vorbildern zählt er Sergio Ramos von Real Madrid und Virgil van Dijk vom FC Liverpool.

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Millionen-Angebot für Posch abgelehnt

Aufgrund seiner guten Leistungen ist Stefan Posch mittlerweile ein umworbener Spieler. In diesem Sommer gab es nach Angaben der TSG Hoffenheim ein achtstelliges Angebot für den Österreicher, das der Verein aber ausschlug. Stattdessen verständigten sich Hoffenheim und Posch auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2023. "Ich weiß, was ich an der TSG habe", sagt Posch.

Trotz aller Lobeshymnen bleibt Stefan Posch gelassen. Der 22-jährige Österreicher, der in Heidelberg lebt, geht die Sache mit Bedacht an: "Ich bin nicht der Typ, der schnell abhebt, und ich glaube, das wird auch nie geschehen. Bodenständig zu sein, das habe ich auch von zu Hause mitbekommen. Meinen Eltern war das immer wichtig."

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Der FC Arsenal ruft

Betrachtet man den Werdegang von Stefan Posch, dann ist seine Entwicklung nicht verwunderlich. Sein Talent sprach sich schon früh herum, auch über die Grenzen Österreichs hinaus, da er mit der Junioren-Nationamannschaft öfters im Ausland spielte. Im Alter von 16 Jahren stand Posch kurz vor einem Wechsel von seinem Jugendverein Admira Wacker Mödling nach England. Der FC Arsenal wollte ihn in seine Nachwuchsakademie holen. Posch hatte sich schon bei seiner Gastfamilie vorgestellt und den Medizin-Check absolviert. Eigentlich wollte er nur noch einmal nach Hause, um seine Sachen zu packen, erzählt Posch, doch dann platzte der Wechsel überraschend. Die Vereine seien sich nicht einig geworden, so Posch. Anschließend klopfte Manchester City beim jungen Österreicher an, auch dies zerschlug sich.

Debüt in der Europa League

Zwei Jahre später schließlich meldete sich die TSG Hoffenheim und lotste Stefan Posch in den Kraichgau. Nach einem "schwierigen ersten Jahr" in der U18 ging es für Posch stetig nach oben. Unter Julian Nagelsmann wurde er im Sommer 2017 zu den Profis befördert und gab im September des gleichen Jahres sein Debüt für die Hoffenheimer in der Europa League.

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