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Fußball | Bundesliga Hoffenheims Konstante: Torhüter Oliver Baumann

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Am vergangenen Wochenende war er der beste Spieler der TSG Hoffenheim. Mit zahlreichen Paraden verhinderte Oliver Baumann in Leipzig eine höhere Niederlage.

Dem Mann dürften auch in diesen Tagen noch die Finger glühen. Immer wieder machte Oliver Baumann im Spiel bei RB Leipzig letzten Samstag beste Chancen der Sachsen zunichte, hatte Hände, Füße, Körper zwischen Ball und Torlinie gebracht.

Oliver Baumann stellt einen Saison-Rekord auf

Insgesamt elf Paraden wurden von den Bundesliga-Statistikern nach den 90 Minuten für den 29-Jährigen im leuchtend orangenen Dress gezählt, neuer Saison-Rekord für einen Torhüter. Baumann, in Leipzig Kapitän für den verletzten Kevin Vogt, stand zurecht in der "Elf des Tages" bei der ARD-Sportschau und beim Fachmagazin "kicker". Angesprochen von SWR Sport, der ebenfalls eine grandiose Hoffenheimer Torhüterleistung gesehen haben wollte, meinte Baumann augenzwinkernd: "Danke, das ist nett. Das habe ich auch so gesehen", und lachte anschließend herzhaft. Eine Szene, die den Keeper von 1899 bestens beschreibt: Immer bereit zum Interview, immer analytisch, aber immer auch sympathisch, locker und witzig. Trotz der 1:3-Niederlage in der Sachsen-Metropole.

Baumann fehlte nur in zwei Spielen

Der frühere Freiburger, der 2014 in den Kraichgau wechselte, wird immer deutlicher zum Gesicht der Hoffenheimer. Spieler kommen, Spieler gehen - nur Oliver Baumann bleibt und ist nun schon in seiner sechsten Saison die Konstante der TSG. In dieser Zeit verpasste er lediglich zwei Bundesligaspiele. Einmal bekam Jens Grahl sein Abschiedsspiel, einmal wurde er geschont. In dieser Zeit stand er 182 Mal im Bundesligator, das schaffte kein anderer Keeper. Und von den aktuellen Profis in der Bundesliga haben mit Claudio Pizarro, Christian Gentner, Manuel Neuer, Thomas Müller und Vedad Ibisevic nur sechs Kollegen mehr Spiele auf dem Buckel als Oliver Baumann (313).

In Hoffenheim ist er längst Führungsspieler, hier hat er schon alles erlebt. Freude und Frust. Oben und unten in der Tabelle. Champions League und dramatischen Abstiegskampf. Momentan hat sich die TSG im Niemandsland der Bundesliga-Tabelle einsortiert. Platz acht mit 21 Punkten, viel Luft nach unten. Damit kann man im Kraichgau gut leben, wenn man die massiven Abgänge von Leistungsträgern wie Demirbay, Joelinton, Amiri und Schulz im vergangenen Sommer berücksichtigt, die neuen Spieler sich trotz guter Ansätze erst noch stabilisieren müssen.

"Uns fehlen die fünf Punkte gegen Mainz und Düsseldorf"

Es hätte in der bisherigen Runde aber auch deutlich mehr sein können für Hoffenheim. Ärgerlich für Torhüter Oliver Baumann vor allem die zwei Spiele vor Leipzig, die 1:5-Heimpleite gegen Mainz und das 1:1 ebenfalls zu Hause gegen Düsseldorf, "da fehlen uns fünf Punkte", so der Keeper mit Stirnrunzeln, "das war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben". Schade, dass dadurch die Super-Serie davor mit fünf Siegen in Folge, als 1899 sogar mit 2:1 beim FC Bayern triumphierte, etwas verwässert wurde: "Die Serie war top, das dürfen wir nicht vergessen", so Baumann in seiner Zwischenbilanz, "auch wenn wir etwas gebraucht haben, um in die Saison zu kommen".

Wankelmütige Hoffenheimer

Diese letzten Wochen sind Beleg dafür, wie wankelmütig die neu zusammengestellte Mannschaft derzeit noch ist, ein zartes Pflänzchen in der Entwicklung. Und deshalb weiß selbst ein Routinier wie Baumann noch nicht so ganz, wie und wo er seine Hoffenheimer in dieser Bundesliga-Saison einordnen kann: "Im Winter können wir zum ersten Mal richtig auf die Tabelle schauen, wenn wir gegen alle gespielt haben. Ich hoffe, dass wir bis Weihnachten noch ein paar Punkte einsammeln."

Wenn Baumann gegen Augsburg, bei Union Berlin und gegen Borussia Dortmund wieder so famos hält wie in Leipzig, dann sollte das durchaus möglich sein.

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