Oliver Baumann, Keeper der TSG Hoffenheim (Foto: Imago, foto2press)

Fußball | DFB-Pokal So rettete Elfmeterheld Oliver Baumann die TSG Hoffenheim vor der Blamage

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Die TSG Hoffenheim stand im DFB-Pokal beim Drittligisten Würzburger Kickers kurz vor der Blamage. Erst Torhüter Oliver Baumann verhinderte mit zwei gehaltenen Elfmetern das Ausscheiden.

Als der letzte Ball abgewehrt war, drehte sich Oliver Baumann zu seinen Fans in der Kurve hinter dem Gehäuse, riss beide Fäuste schräg nach oben und brüllte kurz seine Erlösung in den Abendhimmel von Würzburg. Geschafft, Hoffenheim stand in der zweiten Runde. Nach Elfmeterschießen. Dank Baumann. Der TSG-Keeper mit dem leuchtend orangen Sweater parierte die Schüsse von Fabio Kaufmann und Hendrik Hansen und ersparte seinen Hoffenheimern das blamable Ausscheiden beim Drittligisten aus Würzburg.

Elfmeterschießen "ist auch ein bisschen zocken"

"Das war Timing für mich und reine Kopfsache", so der Torhüter nach seinem Heldenstück und den zwei gehaltenen Elfern, "trotzdem muss man versuchen, Spannung und Schnellkraft zu haben, um in die Ecke zu kommen".

Vor dem Auftritt in Würzburg hatte Oliver Baumann von 50 Elfmetern neun gehalten. 41 Mal hatte er das Nachsehen. Den letzten Strafstoß hielt der frühere Freiburger am 22. Oktober 2017. Damals scheiterte im Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg Maximilian Arnold an Baumann. Seine spezielle Elfmeter-Philosophie fasst der 29-Jährige Keeper wie folgt zusammen: "Ein bisschen Zocken, ein bisschen auf Erfahrungsberichte Wert legen

Oliver Baumann: "Das ist reine Kopfsache"

Einerseits freute sich Baumann natürlich, dass er im entscheidenden Moment seinem Team zum Weiterkommen verhelfen konnte und den Kraichgauern die Blamage von Würzburg ersparte. Andererseits aber ärgerte sich der blonde Mann auch, dass es überhaupt zum entscheidenden Elfmeterschießen kam. Nach 2:0 und 3:2-Führung eines Bundesligisten gegen einen Drittligisten. 3:3 hieß es schließlich nach 120 nervenaufreibenden Minuten. "Wir sollten mitnehmen, dass es Kopfsache ist, dass es plötzlich immer wieder Unentschieden steht", staunte Baumann über den ungewöhnlichen Spielverlauf gegen einen eher biederen Drittligisten, "das dürfen wir nicht zulassen. Daran müssen wir definitiv arbeiten". In jedem Fall aber, so Baumann, "bin ich glücklich, dass wir weitergekommen sind".

Am Sonntag Bundesligastart in Frankfurt

Kommenden Sonntag (15:30 Uhr) sollten die Hoffenheimer vor allem in der Defensive besser vorbereitet sein. Sonst droht in der Bundesliga ein kapitaler Fehlstart. Die Auftaktpartie der TSG ist bei der Frankfurter Eintracht. Dort warten nicht nur Top-Angreifer wie der kroatische Vizeweltmeister Ante Rebic auf die Hoffenheimer Verteidiger, sondern auch 60.000 heißblütige Eintracht-Fans. Baumann wird gleich wieder auf der Hut sein müssen. Zumindest für ihn war Würzburg eine gelungene Generalprobe.

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