TSG-Hoffenheim-Stürmer Jürgen Locadia ist ein Freund der Körper-Kunst (Foto: Imago, imago images/Michael Weber)

Fußball | Bundesliga Tattoo-Mann Jürgen Locadia - die neue Hoffenheimer Stürmerhoffnung

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Kurz vor Ende der Transferfrist im August verpflichtete die TSG Hoffenheim Jürgen Locadia aus der englischen Premier League. Inzwischen hat sich der Stürmer im Kraichgau eindrucksvoll integriert.

Der Mann fällt einfach auf. Groß und kräftig ist er. Vor allem aber: Jürgen Locadias wuchtiger Fußballerkörper wird von unzähligen Tattoo-Bildern verziert. Vom Hals abwärts wirkt der Niederländer wie ein Gesamtkunstwerk. Auffällig vor allem das Gesicht einer Frau auf der Innenseite des rechten Arms, das Lieblings-Tattoo des Stürmers: "Es ist das Gesicht meiner Großmutter. Ich bin bei ihr aufgewachsen, weil meine Mutter immer sehr lange arbeiten war", erinnert sich Jürgen Locadia im Interview mit dem TSG-Magazin "Spielfeld" an seine Kindheit: "Deshalb hat sich meine Großmutter sehr um mich gekümmert. Ich war nach ihrem Tod natürlich sehr traurig und habe sie mir deshalb auf meinen Unterarm tätowieren lassen". Mit 15 ließ er sein erstes Tattoo stechen. Sein nächstes? "Ich habe noch keine Idee. Mittlerweile ist ja auch fast mein ganzer Körper tätowiert."

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Hoffenheim hatte Locadia schon länger beobachtet

Tattoos sind nicht die einzige Leidenschaft des Musik-Freaks, der sogar eigene Songs produziert. Das Toreschießen ist die andere Lust des Jürgen Locadia. Nach einigen Wochen der Integration im Kraichgau funkte es zuletzt gleich doppelt. Bei Hertha BSC in Berlin und daheim gegen Paderborn stand der Neuzugang die ersten beiden Male in der Hoffenheimer Startelf - und in beiden Partien gelang dem Stürmer prompt ein Tor. Mit seiner körperlichen Präsenz passt er wunderbar zwischen die eher quirligen Angreifer Andrej Kramaric, Ihlas Bebou oder Sargis Adamyan. Erst Ende August hatten die Kraichgauer den 25-Jährigen vom Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion aus England ausgeliehen.

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Im Januar 2018 war Locadia für eine Ablöse von 17 Millionen Euro von der PSV Eindhoven auf die Insel gewechselt, dort aber überwiegend glücklos geblieben. In 34 Spielen gelangen ihm aber immerhin drei Tore. Jetzt also der Neustart bei der TSG Hoffenheim. "Jürgen ist ein physisch starker Stürmer mit einer enormen Präsenz vor dem gegnerischen Tor. Er verfügt über einen hervorragenden Abschluss, sowohl mit dem rechten als auch mit dem linken Fuß", hatte Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen über den Neuen bei seiner Ankunft im Kraichgau geurteilt: "Einer für die Box, der Gegenspieler bindet."

Der Direktor Profifußball hatte den Angreifer schon lange auf dem Transfer-Schirm: "Er war uns schon bekannt, als er noch in Eindhoven war, da stand er bei uns bereits im Scouting", so Rosen gegenüber SWR Sport, "wir haben ihn aber auch nach seinem Wechsel nach England nie aus den Augen verloren."

45 Tore in der niederländischen Liga

Eine Fleißarbeit, die Rosen und seinen Kaderplanern bei der TSG in diesem Sommer zugute kam. Nach dem Weggang der Zentrumsstürmer Joelinton und Szalai sowie den Verletzungen von Kramaric und Belfodil, sahen die Hoffenheimer im August akuten Handlungsbedarf und lotsten Locadia kurz vor Schließung des Transferfensters doch noch nach Hoffenheim. Für Eindhoven hatte der einstige U-21-Nationalstürmer in 127 Erstligaspielen in den Niederlanden stolze 45 Tore erzielt und sich damit in den Fokus größerer Klubs und Ligen geschossen.

Seinen für einen Niederländer ungewöhnlichen deutschen Vornamen Jürgen hat er übrigens von seinem Vater bekommen. Der besitzt zwar keine deutschen Wurzeln, sondern kolumbianische, heißt erstaunlicherweise aber auch Jürgen. Seine Mutter stammt aus der Karibik.

Locadia will seinen Lauf vor dem gegnerischen Gehäuse beim 1.FC Köln (Freitag, 20:30 Uhr) munter fortsetzen und damit seinem Team zum fünften Bundesliga-Sieg in Serie verhelfen. Und wer weiß, vielleicht findet sich demnächst dann doch noch ein Plätzchen auf Locadias Haut für ein weiteres Tattoo.

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