Jubelt Joelinton bald auf der Insel? (Foto: Imago, Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga Nächster Millionen-Coup in Hoffenheim: Joelinton vor Wechsel nach England

Nach dem Weggang der beiden Nationalspieler Nico Schulz und Kerem Demirbay, steht mit dem Brasilianer Joelinton der nächste Leistungsträger der TSG Hoffenheim vor dem Absprung.

Diese martialische Beschreibung war einprägsam: "Das ist eine furchtbare Kante", sagte Hoffenheims Direktor Profifußball, Alexander Rosen, in der vergangenen Saison über einen seiner Spieler, über den Brasilianer Joelinton. Und Ex-Trainer Julian Nagelsmann ergänzte: "Der Typ ist ein Tier, eine Maschine, nicht kaputt zu kriegen". Der Stürmer war letzten Sommer von einer zweijährigen Leihe aus Wien in den Kraichgau zurückgekehrt und wurde vor allem in der Vorrunde eher überraschend zum "Shooting-Star" der Hoffenheimer. Der großgewachsene und kräftige Angreifer sorgte mit seiner Wucht und Kampfkraft, aber auch mit spielerischem Vermögen und Torgefährlichkeit für Angst und Schrecken in den gegnerischen Abwehrreihen der Bundesliga. Am Ende standen sieben Bundesligatore und zahlreiche Assists.

Hoffenheim bestätigt konkrete Verhandlungen

Jetzt aber droht den Hoffenheimer der Verlust der "furchtbaren Kante". Joelinton fehlte am Mittwoch beim Testspiel auf dem Weg ins Traininglager nach Österreich beim Zweitligisten Jahn Regensburg im Kader der TSG. Der Grund: "Joe steht in konkreten Verhandlungen mit einem Klub aus der Premier League", so Hoffenheims Mediendirektor Christian Frommert gegenüber SWR Sport. Nach einem Bericht der Bild soll es sich dabei um Newcastle United handeln. Als Ablösesumme werden 55 Millionen Euro genannt. Zuletzt hatte es auch Gerüchte um Wolverhampton und West Ham United gegeben. West Ham allerdings hat sich inzwischen mit einem ähnlichen Stürmertyp, mit dem Frankfurter Sebastien Haller verstärkt.

Dauer

Die raketenhafte Entwicklung von Joelinton ist erstaunlich. Vor vier Jahren war "Joe" für kleines Geld aus dem brasilianischen Recife nach Hoffenheim gekommen. Weil er sich damals als 18-Jähriger aber im rauhen Bundesliga-Geschäft noch nicht nachhaltig durchsetzen konnte, wurde er 2016 zu Rapid Wien nach Österreich ausgeliehen, wo sich der Brasilianer zum Klassestürmer in der österreichischen Liga entwickelte. Hoffenheim holte ihn zurück, um ihm die Chance zum Neustart zugeben, die Joelinton eindrucksvoll für sich nutzte. In der Bundesliga, aber auch in der Champions League, wo die Engländer auf ihn aufmerksam wurden.

Der TSG winkt ein lukratives Geschäft

Letztlich ist die Leistungsexplosion des Brasilianers ein sportlicher Glücksfall für die TSG Hoffenheim. Bereits im Winter hatte es Anfragen für den begehrten Stürmer gegeben, unter anderem auch aus England. Hoffenheim und Joelinton aber winkten ab.

Jetzt wird Joelinton wohl doch noch zum lukrativen Geschäft für die Kraichgauer, falls es tatsächlich zum Sommer-Transfer nach England kommt. Sportlich allerdings wäre der Weggang von Joelinton, dessen Vertrag bei der TSG noch bis 2022 läuft, ein herber Verlust für das Team des neuen Trainers Alfred Schreuder. Auch wenn Hoffenheim neben Joelinton mit Kramaric, Szalai und Belfodil noch weitere starke Torjäger besitzt.

Prima Spieler, aber keine "furchtbare Kante" wie Joelinton.

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