Torschütze Ihlas Bebou traf für Hoffenheim gegen Schalke (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga Ihlas Bebou - der Fußball-Blitz aus dem Kraichgau

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Im Sommer verpflichtete die TSG Hoffenheim Ihlas Bebou von Hannover 96. Beim Bundesliga-Sieg gegen Schalke war der Angreifer der entscheidende Mann.

Der junge Mann ist einfach unaufhaltsam. In der Partie gegen Schalke 04 läuft die 71. Minute. Ihlas Bebou schnappt sich in Höhe der Mittellinie den Ball und zieht auf und davon. Vorbei an den Schalker Abwehrspielern, die zu Slalomstangen degradiert werden. Bebous Schuß wird von S04-Torhüter Alexander Nübel zwar noch abgewehrt, aber Andrej Kramaric staubt zum 1:0 für Hoffenheim ab. 14 Minuten später, ähnliche Situation. Bebou nimmt Fahrt auf, geht an der Mittellinie ins Dribbling, wieder vorbei an Schalkes Innenverteidigung, Schuss ins kurze Eck. 2:0, der Sieg für die Kraichgauer.

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Zwei entscheidende Aktionen, die den hochveranlagten Stürmer Ihlas Bebou idealtypisch beschreiben: Brutal schnell, dribbelstark, mit Zug zum Tor. Bebou war neben Comebacker Andrej Kramaric der Mann des Abends in der Sinsheimer Arena. Klar, dass er danach ausgepumpt und zufrieden in die Kamera von SWR Sport strahlte: "Ich bin natürlich sehr glücklich, die drei Punkte und der Heimsieg waren sehr wichtig für uns", so der 25-Jährige: "Darauf können wir jetzt weiter aufbauen."

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Alexander Rosen: "Bebou kann ein Unterschiedsspieler sein"

Geschätzte zehn Millionen Euro hat sich die TSG Hoffenheim im Sommer den Transfer von Bebou kosten lassen. Stand jetzt war der Angreifer von Hannover 96 ein Schnäppchen, Aktionen wie die gegen Schalke verdoppeln auf dem überhitzten Transfermarkt oft ganz schnell mal den Marktwert eines Spielers. Dabei waren sich einige Fußball-Experten nicht ganz sicher, wie sie den Wechsel des Togolesen in den Kraichgau einschätzen sollten. Ja, ein Riesen-Talent, aber auch ein Spieler mit langen Verletzungspausen in der vergangenen Saison. "Er ist schnell, technisch und spielerisch stark und damit schwer zu verteidigen. Er kann deshalb ein Unterschiedsspieler sein", erklärte Alexander Rosen, Hoffenheims Direktor Profifußball, die Verpflichtung des flinken Spielers.

"Der Trainer fordert von uns in jedem Training die Eins-Gegen-Eins-Situationen"

Jetzt zahlt Bebou das Vertrauen der TSG mit jedem Spiel zurück. Zwei Tore in der Bundesliga, ein Treffer in der ersten Pokalrunde, bislang verletzungsfrei, dazu das stimmige Gesamtpaket eines gefährlichen Bundesligastürmers: Rosen lag mit dem Einkauf Bebous - auch hier wieder stand jetzt - einmal mehr goldrichtig.

Vor allem Bebous Geschwindigkeit mit und ohne Ball passt perfekt zum bekannt schnellen Umschaltspiel der TSG. Mehr als 35 km/h wurden für Bebous Sprints bereits gemessen, damit ist er einer der schnellsten Spieler der Bundesliga. Für seine Sololäufe wie gegen Schalke benötigt es aber auch das gewisse Selbstvertrauen: "Ja das habe ich", sagt er lächelnd, "diese Wege zu gehen und das Eins-Gegen-Eins zu suchen, das fordert unser Trainer in jedem Training, und wenn es so klappt dann ist es super für uns".

Gegen die "Königsblauen" hatte Alfred Schreuder den flotten Stürmer zunächst aber als Joker auf der Bank gelassen: "Ihlas hatte eine super Vorbereitung und auch viele Wochen sehr gut gespielt", so der TSG-Trainer auf Nachfrage, "aber letzte Woche wirkte er ein bisschen platt und nicht mehr ganz so frisch. Deshalb haben wir erst Andrej Kramaric gebracht und dann Bebou von der Bank". Eine personelle Variante, die am Ende perfekt gepasst hat.

Mit elf Jahren von Togo nach Deutschland

Ihlas Bebou ist zwar im afrikanischen Togo geboren, spricht allerdings perfekt Deutsch. Im Alter von elf Jahren zog er mit seinem Vater und seiner Schwester zu seiner Mutter nach Düsseldorf. Über die Stationen Garather SV und VfB Hilden kam er über Fortuna Düsseldorf 2017 nach Hannover, wo sich der "Fußball-Blitz" in den Blickpunkt der Hoffenheimer spielte.

Hier im Kraichgau fühlt sich Bebou längst pudelwohl. Und mit dem jungen und neuformierten Team will der togolesische Nationalstürmer noch viel erreichen: "Wir versuchen als Mannschaft auch im Training jeden Tag, die richtigen Abläufe zu erarbeiten und dann auch im Spiel umzusetzen". Was zuletzt beim FC Bayern und jetzt gegen die Schalker auch dank der Stärke und Schnelligkeit von Ihlas Bebou höchst erfolgreich geklappt hat.

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