Alfred Schreuder (li.) und Julian Nagelsmann (Foto: Imago, Jan Hübner)

Fußball | Bundesliga Alfred Schreuder und Julian Nagelsmann - das Duell zweier Trainerfreunde

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Am Samstag (15:30 Uhr) spielt die TSG Hoffenheim bei RB Leipzig. Dabei gibt es auch ein erstmaliges Wiedersehen mit dem langjährigen 1899-Coach Julian Nagelsmann.

Als er auf Julian Nagelsmann angesprochen wird, spannt sich sofort ein feines Lächeln in die Gesichtszüge von Alfred Schreuder. "Natürlich ist das am Samstag ein besonderes Spiel, ich freue mich riesig", so der Trainer der TSG Hoffenheim bei der Pressekonferenz vor der Partie: "Julian ist ein guter Freund geworden, wir haben erfolgreich und super zusammengearbeitet."

Große Vorfreude auch bei Nagelsmann

Zur selben Zeit, 400 Kilometer östlich. Pressekonferenz in Leipzig. Auch Julian Nagelsmann zeigt sein breitestes Grinsen, als es um das besondere Duell mit Hoffenheim geht. "Das ist doch normal, wenn man neun Jahre bei einem Klub gearbeitet hat und jetzt zum ersten Mal gegeneinander spielt", freut sich auch der neue RB-Coach auf das Duell und "dass ich alle wiedersehe".

Ein gewöhnungsbedürftiges Wiedersehen

Es wird für alle Beteiligten ein seltsames, ein gewöhnungsbedürftiges Wiedersehen werden, am Samstagmittag in der Leipziger Arena. Wenn Nagelsmann auf seine früheren Jungs aus Hoffenheim mit seinem ehemaligen Assistenten Alfred Schreuder trifft. Herzlich und freundschaftlich wird es ganz sicher werden, wo man doch jahrelang so viel Schönes und Erfolgreiches gemeinsam geschaffen und erlebt hat.

Einige Spieler aus dem aktuellen Kader wie Stefan Posch oder Dennis Geiger hat Nagelsmann fußballerisch großgezogen, schon in der Jugend von 1899 angelernt.

Andere wie Florian Grillitsch, Kevin Vogt, Benjamin Hübner oder Pavel Kaderabek formte er zu gestandenen Bundesligaspielern. Mit Alfred Schreuder stand Nagelsmann zwei Jahre lang Seite an Seite. Den "sehr loyalen" (Nagelsmann) Niederländer wollte er als Assistent sogar nach Leipzig mitnehmen. Schreuder aber zog den Chef-Job und damit die Nagelsmann-Nachfolge bei 1899 vor, setzt in Hoffenheim neben seinen eigenen Ideen auch weiter auf die "ganz eigene Trainingsmethodik von Julian".

Es läuft gut für Nagelsmann und Leipzig

Jetzt also Großstadt statt Provinz für Julian Nagelsmann. In Leipzig läuft es seit Wochen perfekt. Gegen die TSG kann RB am Samstag den fünften Bundesliga-Sieg in Serie einfahren, das Achtelfinal-Ticket in der Champions-League ist vorzeitig gebucht. Nagelsmann kann also auch Europa. Im Kraichgau waren ihm erstaunlicherweise weder in der Europa League noch in der Champions-League nachhaltige Erfolge gelungen.

Bei RB stehen dem 32-Jährigen aber auch hochkarätigere Mittel zur Verfügung. Anders als zu Beginn bei 1899, hat er bei den Sachsen "eine bereits erfolgreiche Mannschaft übernommen".

Hochgeschwindigkeitsfußball bei RB Leipzig

Wie in Hoffenheim lässt Nagelsmann auch in Leipzig fanatischen und begeisternden Hochgeschwindigkeitsfußball spielen. Der bedauernswerte FSV Mainz wurde mit 8:0 vom Rasen gewischt, im Pokal in Wolfsburg 6:1 gewonnen.

Bei RB will der ehrgeizige Nagelsmann endlich auch um nationale Titel mitspielen. Das könnte gelingen. Aktuell sind die "Brause-Kicker" hartnäckigster Verfolger von Spitzenreiter Mönchengladbach.

"Heidelberg und Leipzig sind sich sehr ähnlich"

Geblieben ist bei Julian Nagelsman auch die Liebe zur Natur. Während seiner Hoffenheimer Zeit wohnte der Jung-Coach im dörflichen Wiesenbach, mitten im Grünen. Und auch in Leipzig hat er sich mit seiner Familie ein idyllisches Plätzchen am Rande der Stadt ausgesucht: "Heidelberg und Leipzig sind sich da sehr ähnlich", so Nagelsmann: "Viel Grün, viel Wasser."

Den ganz großen Rummel, den braucht einer wie Julian Nagelsmann sowieso nur auf dem Platz. Wie am Samstag, wenn seine alten Hoffenheim kommen und Alfred Schreuder ein "intensives Spiel" gegen seinen Trainer-Freund erwartet: "Julian ist ein besonderer Typ, Trainer und Mensch. Mit einem tollen Wechsel zwischen Lockerheit und Ernsthaftigkeit. Das ist schon besonders, was er in seinem Alter als Cheftrainer schon alles erreicht hat."

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