Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen (Foto: SWR)

Fußball | Bundesliga Droht Hoffenheim der Ausverkauf? Sportdirektor Alexander Rosen bezieht Stellung

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Die TSG Hoffenheim bereitet sich aktuell auf die kommende Saison vor. Doch wie wird der Kader der Kraichgauer zum Bundesliga-Start aussehen? Leistungsträger sind schon weg, weitere prominente Abgänge drohen. Und kommen noch Neue? Viele Fragen, die TSG-Sportdirektor Alexander Rosen im exklusiven Interview mit SWR Sport beantwortet.

Kerem Demirbay ist für 32 Millionen Euro zu Bayer 04 Leverkusen gewechselt, Nico Schulz hat sich für 25 Millionen Euro Borussia Dortmund angeschlossen. Auch Nadiem Amiri steht bei Leverkusen auf dem Einkaufszettel, Joelinton wurde am Dienstagabend fix in die Premier League verkauft. Alexander Rosen hat also genug Baustellen, die er aktuell bearbeiten muss. Dennoch zeigt sich der Hoffenheimer Sportdirektor in Sachen Kaderplanung ganz entspannt.

"In Sachen Joelinton befinden wir uns auf der Zielgeraden"

"In Sachen Joelinton befinden wir uns mit einem interessierten Klub in den Gesprächen auf der Zielgeraden", bestätigt Rosen noch am Montag: "Die Wahrscheinlichkeit für einen Transfer ist höher als die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib." Am Dienstagabend wurde der Transfer dann als fix vermeldet.

Klar ist: Der Wechsel des brasilianischen Angreifers spült viel Geld in die Hoffenheimer Kassen. Laut Medienberichten soll Newcastle United für die Verpflichtung von Joelinton etwa 55 Millionen Euro an Ablösesumme gezahlt haben.

"Offene und transparente Gespräche" mit Amiri

So viel Geld würde Amiri nicht bringen, sein Vertrag läuft nur noch ein Jahr. Bayer ist interessiert, der Marktwert des technisch starken Offensivspielers liegt bei 17 Millionen Euro. Auch hier bezieht Rosen Stellung. "Wir sind in sehr offenen und transparenten Gesprächen", sagt der Ex-Profi, will aber keine Prognose abgeben: "Da müssen wir die Entwicklung in den nächsten Tagen und Wochen abwarten."

"Schauen nicht aufs Konto und veranstalten dann ein Fest"

Rosen ist sich bewusst, dass der Hoffenheimer Kader nicht zu viel Qualität verlieren darf - auch wenn sich das Konto dadurch füllt. "Wir verkaufen Spieler ja nicht wie Waren. Wir schauen nicht auf unser Konto und veranstalten dann ein Fest. Dass wir uns langfristig über Transfer-Erfolge finanzieren, gehört aber zu unserer Philosophie. Das ist eine Vorgabe, seit ich hier arbeite. Die Dimension, die das mittlerweile erreicht hat, sehen wir als Auszeichnung."

Sorgen hegt Rosen deshalb keine. "Uns haben bereits in den letzten Jahren viele große Spieler verlassen und wir haben uns trotzdem entwickelt", sagt er. Die TSG sei nun eben ein Weiterentwicklungsverein: "Das Ziel für uns muss es sein, in der sogenannten Nahrungskette weitere Schritte nach oben zu machen."

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