TSG-Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann ärgert sich über das späte 2:3 in der Nachspielzeit (Foto: Imago, imago images / Thomas Frey)

Fußball | Bundesliga Weinende Männer bei der TSG Hoffenheim

Mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt wäre die TSG Hoffenheim mit dem Europapokal-Konkurrenten gleichgezogen. Stattdessen müssen die Kraichauer gleich dreifach Frust verarbeiten.

Der Frust saß tief bei der TSG Hoffenheim. Dabei haben die Kraichgauer nicht nur ein wichtiges Spiel gegen einen direkten Konkurrenten um die Europapokal-Plätze verloren. Viel ärgerlicher war, wie die 2:3-Niederlage bei Eintracht Frankfurt zustande kam.

Nur wenige Minuten, nachdem Ishak Belfodil das Spiel für die TSG Hoffenheim gedreht hatte (60.), flog Innenverteidiger Kasim Adams mit Gelb-Rot vom Platz (65.). Das bedeutete mindestens 25 Minuten Unterzahl; ein brutales Unterfangen gegen eine Mannschaft, die so viel Wucht und viel Tempo aufbringt wie Eintracht Frankfurt. Und dennoch hielt Hoffenheim dem Druck lange stand. Der (verdiente) Ausgleich fiel erst in der 89. Spielminute durch Sebastien Haller. Den harten Schlag in die Magengrube versetze Goncalo Paciencia sogar erst in der Nachspielzeit. Wie tief der Frust saß, machte Julian Nagelsmann unmittelbar nach dem Spiel deutlich: "Wir haben weinende Spieler in der Kabine, die sehr frustriert und echt sauer sind."

Amiri und Demirbay - zwei neue Hiobsbotschaften für die TSG Hoffenheim

Nagelsmann haderte nach dem Abpfiff vor allem mit seinen Spielern. Denn der Ausgleich fiel nach einem "sehr unnötigen Eckball, bei dem wir ewig brauchen, in unsere Ordnung zu kommen, weil wir ewig mit dem Schiedsrichter diskutieren, während Frankfurt schon die Ecke ausführt." Und das dritte Tor "war eigentlich auch gut zu verteidigen." Darum war es nicht nur aufgrund der Verletzungsmisere, die Hoffenheim seit Wochen schlaucht und die mit Antreiber Kerem Demirbay und Spielmacher Nadiem Amiri am Samstag zwei weitere Protagonisten hinzubekommen hat, "ein sehr bitterer Nachmittag" für Julian Nagelsmann und die TSG Hoffenheim.

Ob Demirbay und Amiri länger ausfallen, war am Sonntag noch nicht bekannt. Demirbay "hat früh einen Schlag auf die Wade abbekommen, die dann zugemacht hat", sagte Cheftrainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Bei Nadiem ist dasselbe mit dem hinteren Oberschenkel passiert."

Der TSG Hoffenheim gehen die Spieler aus

Für Nagelsmann sind die vielen Verletzten ein großes Problem: "Wir trainieren jetzt seit drei Wochen mit zwölf Feldspielern. Wenn dann der letzte verbliebene Sechser Zentralverteidiger spielen muss und der einspringende Sechser nach 37 Minuten ausgewechselt werden muss, wird es irgendwann dünn." Allerdings bleibt für Frustbewältigung nicht viel Zeit. Denn schon am kommenden Sonntag muss die TSG Hoffenheim gegen den 1. FC Nürnberg antreten.

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