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Fußball | UEFA Youth League Vor dem Halbfinale: Hoffenheim mit breiter Brust gegen den FC Porto

Schachtar Donezk, Manchester City, Olympique Lyon, Dynamo Kiew und Real Madrid: All diese Gegner konnte die U19-Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim auf ihrem Weg zum Halbfinale der UEFA Youth League bereits besiegen. Diesen Freitag wartet mit dem FC Porto die nächste schwere Aufgabe.

Zum Vergleich: Viele weitere Jugendmannschaften, wie die des FC Bayern München, Paris St. Germain oder FC Liverpool, sind bereits ausgeschieden. Der Kraichgauer Nachwuchs hat nach der gewonnenen Wasserschlacht gegen Real Madrid (4:2-Sieg) den FC Porto vor der Brust (Freitag, 14 Uhr).

Einer, der bereits in der Youth League auflief und den Wettbewerb sogar gewann, ist der Hoffenheimer U19-Kapitän Benjamin Wallquist. Der damals 16-jährige Österreicher schnupperte im Herbst 2016 mit seinem alten Verein FC Red Bull Salzburg erstmals internationale Fußballluft. Sichtlich froh über diesen Erfolg in jungen Jahren, machte er aber im gleichen Atemzug gegenüber SWR Sport klar, dass er dafür keine große Verantwortung trug. "Den Titel mit Salzburg sehe ich nicht wirklich als meinen eigenen an, weil mein Anteil dazu sehr gering war. Ich war nur bei einem einzigen Spiel im Kader und war noch nie bei den Final Four dabei. Deswegen freue ich mich jetzt sehr auf das Spiel gegen Porto".

Barcelona-Finale steht hoch im Kurs

Nun gilt es aber erst einmal für den Spielführer und das Team, die berühmte Talentschmiede des FC Porto in die Schranken zu weisen. "Wir fahren da jetzt nicht hin, um eine schöne Zeit zu haben, sondern um das Spiel gegen Porto zu gewinnen und in das Finale einzuziehen." Dann würden auf die Hoffenheimer entweder der FC Chelsea oder der FC Barcelona warten. Der 19-Jährige wäre in diesem Fall - trotz persönlichem Lieblingsverein - mit beiden Gegnern zufrieden.

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FC Porto: Viele große Teams besiegt

"Meine persönliche Lieblingsmannschaft ist Barcelona, deswegen wäre das ein absolutes Highlight für mich. Wenn wir aber gegen Chelsea im Finale stehen, bin ich auch nicht enttäuscht, weil beide eine super Mannschaft haben", so Wallquist. Der portugiesische Klub hatte bereits im laufenden Turnier schon Mannschaften wie Tottenham, Galatasaray oder auch den FC Schalke 04 herausgekegelt.

Große Klubs, große Namen. Im Jugendbereich haben diese Bezeichnungen für den Hoffenheimer U19-Trainer Marcel Rapp allerdings oft keine verlässliche Aussagekraft. "Man muss sehen, wie gut sie wirklich sind. Unsere Jungs haben wahnsinnige Qualität, welche sie auf den Platz bringen. Deswegen haben wir es auch verdient geschafft, um ins Halbfinale zu kommen", so Rapp selbstbewusst.

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Hoffenheims Jugend-Image kommt an

Nicht nur über die Teilnahme an der UEFA Youth League ist man im Kraichgau froh, sondern auch über die Unterstützung der Fans, die sich beispielsweise mit 6.400 verkauften Tickets das Viertelfinale gegen Real Madrid im ausverkauften Dietmar-Hopp-Stadion nicht entgehen lassen wollten. Das macht Eindruck nach außen und genau das ist auch das Ziel der TSG, so Rapp: "Wenn so eine Kulisse dazukommt, dann beeindruckt das die anderen Vereine. Auch im Workshop danach, wo Porto, Barcelona und Chelsea dabei waren, war das ein Thema, weil es so etwas noch nie gegeben hat. Da haben wir ein gutes Bild hinterlassen."

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Was ist die UEFA Youth League?

Wenn die Profis vorlegen, dann dürfen die Jungen ran: Das Prinzip der UEFA Youth League besteht daraus, dass daran alle 32 Nachwuchs-Teams teilnehmen dürfen, wenn die Profimannschaft an der UEFA-Champions-League-Gruppenphase beteiligt ist. Seit 2015/16 spielen außerdem wegen des neu eingeführten und zweigleisigen Systems alle 32 Jugendmeister der stärksten Länder mit. Bei den Meistern bestimmt zudem noch der UEFA-Klubkoeffizient, wer letztlich teilnimmt. Seit bald vier Jahren spielen also nicht nur noch 32, sondern 64 Teams im internationalen Wettbewerb mit.

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