Huub Stevens, Trainer des FC Schalke 04 (Foto: Imago, MIS)

Fußball | Bundesliga Wiedersehen mit Hoffenheim - Huub Stevens trifft auf Ex-Klub

Bevor Julian Nagelsmann die TSG Hoffenheim übernahm, trainierte Huub Stevens die Kraichgauer. Mittlerweile sitzt der Niederländer beim FC Schalke 04 auf der Bank und trifft am Samstag (20:30 Uhr) auf seinen Ex-Klub. Es ist zugleich das Duell zwischen dem ältesten und dem jüngsten Bundesliga-Trainer.

Mit Tränen in den Augen saß Huub Stevens am 10. Februar 2016 vor den Medienvertretern. Herzrhythmusstörungen! Sein Ende bei der TSG Hoffenheim - und als Trainer? "Ich denke schon", sagte der Niederländer damals und fügte mitgenommen hinzu: "Schade."

Doch mittlerweile sitzt der 65-Jährige wieder als Chefcoach auf der Bank des FC Schalke 04 - und trifft nun auf seinen Ex-Klub. Bei den Königsblauen gerät er allmählich ähnlich unter Druck wie seinerzeit in Hoffenheim. Wenn es nach der derzeitigen Form der beiden Bundesliga-Rivalen geht, droht Stevens im Abstiegskampf der Gelsenkirchener gegen seinen nicht einmal halb so alten Hoffenheimer Nachfolger Nagelsmann der nächste Rückschlag.

Stevens: "Haben da unten eigentlich nichts zu suchen"

"Wir sind in dieser Saison gegen Mannschaften aus der oberen Hälfte nicht so erfolgreich gewesen. Jetzt ist es an der Zeit, zu zeigen, dass wir da unten eigentlich nichts zu suchen haben", forderte Stevens.

Keine besonders glückliche Zeit in Hoffenheim

2015 war der Coach des Schalker UEFA-Pokal-Siegers von 1997 als Feuerwehrmann in Hoffenheim gelandet. Der Routinier sollte die TSG vor dem Abstieg bewahren. Doch die Mannschaft war mit dem "Knurrer von Kerkrade" teilweise schlecht zurecht gekommen, sportlich lief es vor seinem gesundheitlich bedingten Aus nicht: Stevens gewann lediglich eines von zehn Spielen und holte acht Punkte. Als Tabellenvorletzter übergab er das Team an Nagelsmann.

"Angst hast du immer, wenn so etwas ansteht", sagte Stevens im Eurosport-Interview über seine Herz-Operation im vergangenen November: "Wenn es um die Finger oder die Hand geht, dann ist das nicht so schlimm, da hast du ja mehrere davon. Aber das Herz hast du nur einmal. Da muss man vorsichtig sein."

Start der kometenhaften Karriere von Nagelsmann

Einen Tag nach Stevens' Abgang bei der TSG hatte Hoffenheim bekannt gegeben, dass A-Junioren-Coach Nagelsmann von sofort an und nicht wie geplant erst zur neuen Saison den Chefposten übernimmt. Mit 28 Jahren und als jüngster Trainer der Liga-Historie startete Nagelsmann damals seine Erfolgskarriere.

Stevens erklärte damals: "Die Ärzte haben mir nicht davon abgeraten, weiterzumachen. Aber das ist ein Gefühl, das du selbst hast. Ich habe nicht mehr so viele Jahre. Diese Jahre will ich genießen."

Jetzt schleppt sich Schalke mit Stevens nach einer bislang katastrophalen Saison Richtung Ziellinie. Der einzige Lichtblick des Tabellen-15. ist derzeit das noch schwächere Trio mit dem VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg und Hannover 96 auf den letzten drei Plätzen. Die Leistungen des Teams wurden nach der Trennung von Trainer Domenico Tedesco auch unter Stevens nicht besser: Nur ein Sieg aus fünf Partien - und beim jüngsten 1:1 in Nürnberg rettete Torwart Alexander Nübel die Königsblauen.

Hecking wird als Schalker Trainer gehandelt

Als Trainer für die kommende Saison wird der in Mönchengladbach ausscheidende Dieter Hecking gehandelt. Hoffenheim hingegen hat unter Nagelsmann einen Lauf. Die Partie beim Abstiegskandidaten nimmt der 31-Jährige sehr ernst. "Wir haben uns auf den Gegner so vorbereitet, als ob er die letzten 25 Spiele alle gewonnen hätte."

Nagelsmann will die TSG vor seinem Abschied im Sommer zu RB Leipzig unbedingt wieder in den internationalen Wettbewerb führen. Zu Stevens hatte er als Junioren-Coach der Hoffenheimer damals wenig Kontakt: "Einen intensiven Austausch gab es nicht, wir haben uns einmal länger zum Frühstück getroffen."

Dass sich Stevens bei Schalke nochmal auf die Bank gesetzt hat, kommentierte Nagelsmann so: "Ich glaube, Schalke ist sein Herzensverein. Wahrscheinlich hätte er sich auch lieber eine andere Lösung gewünscht."

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