Kerem Demirbay (Foto: Imago, imago images / Jan Huebner)

TSG 1899 Hoffenheim | Kerem Demirbay "Wir brauchen uns nicht in die Tasche zu lügen" - Kerem Demirbay

Nach dem 1:1 beim VfB Stuttgart zog TSG-Hoffenheim-Offensivmann Kerem Demirbay am SWR-Mikrofon ernüchtert Bilanz. Vor allem die Einstellung des eigenen Teams schlug dem 25-Jährigen auf den Magen.

Reporter: 1:1 in Stuttgart - sind Sie zufrieden mit dem Punkt?

Demirbay: "Nein, absolut nicht. Bei allem Respekt, der Gegner hat es uns schon schwer gemacht, aber wir fahren hier hin und spielen gegen den VfB Stuttgart, die mehr oder weniger mit dem Rücken zur Wand stehen und die Dinge an den Tag legen müssen wie Leidenschaft, Herz und Aggressivität. Das haben sie gemacht, aber trotzdem sage ich: Von der Qualität her müssen wir das Spiel gewinnen. Und uns ist das heute nicht gelungen. Da sage ich ganz ehrlich, wir müssen uns nicht in die Tasche lügen. Der Gegner hat zu Recht hier einen Punkt mitgenommen. Und wir haben einfach zu wenig gemacht."

Reporter: Das heißt? Wo hat's gehapert?

"Wissen Sie, statistisch gesehen... Ich gerade gehört, dass wir nur 39 % Zweikampf-Quote haben. Ich bin kein Mann von Statistiken, aber ich muss ehrlich zugeben, im Laufe des Spiels wird uns und jedem der das Spiel sieht bewusst, dass wir nicht alles in die Waagschale werfen um erfolgreich zu sein. Und ich glaube, das steht uns im Moment und die ganze Saison über im Weg. Dass wir nicht den letzten Willen haben, die letzten Meter nochmal gehen wollen um erfolgreich zu werden. Ich denke, genügend Chancen hatten wir, nur haben wir sie nicht genutzt."

Reporter: Sie sagen es, die Chancen waren da. Das ist so eine alte Leier bei der TSG. Chancen werden herausgespielt, Chancen werden liegengelassen. Kann man da überhaupt etwas dagegen machen?

"Ich bin ein ganz ganz realistischer Typ, ich bin ein ehrlicher Typ. Deshalb sage ich: Wir spielen guten Fußball, definitiv. Wir haben auch sehr sehr gute Spieler. Aber wir sind kein FC Bayern München oder Borussia Dortmund. Die spielen guten Fußball, haben genügend Chancen aber haben auch die Qualität die Dinger zu nutzen. Und im Moment sind wir halt noch nicht so weit. Das ist halt unser Problem. Aber viel relevanter in der Geschichte ist, dass wir nicht den Willen mitbringen, wirklich alle elf die auf dem Platz stehen - wenn nicht sogar alle 18, mit auf der Bank - wirklich das Spiel gewinnen zu wollen. Deshalb: Köpfe freikriegen, Länderspielpause, Köpfe freikriegen, nach vorne schauen. Möglich ist noch alles. Möglich sind die Europa-Plätze noch - und da wollen wir hin. Und wir müssen einfach ganz ganz schnell wieder unsere Richtung finden."

Das Interview führte Thomas Bareiß

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