Hoffenheims Ermin Bicackic (li.) im Duell mit VfB-Stürmer Mario Gomez (Foto: Imago, foto2press)

Fußball | Bundesliga Nagelsmann will "angeschlagenem Boxer" VfB noch eine mitgeben

Beim Kampf um den Einzug in das internationale Geschäft steht die TSG 1899 Hoffenheim vor dem Gastspiel beim VfB Stuttgart (Samstag, 15:30 Uhr) unter Zugzwang. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann muss dringend punkten.

Es war der 27. Oktober 2018. Die TSG 1899 Hoffenheim schlug den VfB Stuttgart nach einer rauschenden Vorstellung 4:0. Im Rückspiel wären die Kraichgauer wohl schon mit einem knappen Erfolg zufrieden. Auf jeden Fall sollte die Mannschaft von Julian Nagelsmann im Rückspiel punkten, um den Anschluss ans obere Tabellendrittel nicht zu verlieren. Bereits jetzt beträgt der Abstand auf den Sechsten Bayer Leverkusen fünf Zähler.

Nagelsmann erwartet "einen VfB mit viel Elan"

Deshalb will Hoffenheim beim Drittletzten Stuttgart auch offensiv agieren. Nagelsmann erwartet dabei einen Gegner, der sich nicht verstecken wird. "Ich gehe davon aus, dass der VfB mit viel Elan ins Spiel gehen wird und sich nicht nur hinten reinstellt. Sie werden schon versuchen, nicht nur hintendrin zu stehen, sondern ihr Heimspiel positiv zu gestalten. Es wird sicherlich Phasen geben, in denen wir uns gegen eine tiefe Defensive Chancen erspielen müssen, aber darauf sind wir vorbereitet", sagte der TSG-Coach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Viertbeste Offensive gegen zweitschlechteste Defensive

Die Offensive ist ohnehin die Hoffenheimer Stärke, wie 49 Tore in 25 Spielen belegen - der viertbeste Wert der Liga. Gleichzeitig hat der VfB bereits 55 Treffer kassiert - nur Hannover weist einen schlechteren Wert auf. Dementsprechend will Nagelsmann seine Mannschaft einstellen: "Das ist sicherlich eine unserer Stärken. Hier wollen wir am Samstag ansetzen."

Bundesliga | Duelle VfB und Hoffenheim VfB Stuttgart gegen TSG Hoffenheim: Mehr als nur Fußball

Jens Lehmann nach Stoß gegen Demba BA (Foto: Imago, imago/Sportfoto Rudel)
13. September 2008: Die TSG 1899 Hoffenheim trifft zum ersten Mal in der Bundesliga auf Stuttgart. Das Ergebnis: ein schnödes 0:0. Der Aufreger: VfB-Torwart Jens Lehmann stößt grundlos Hoffenheims Demba Ba um. Imago imago/Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
1. September 2013: Traum-Einstand für den neuen VfB-Trainer Thomas Schneider: Stuttgart feiert mit dem 6:2 den höchsten Sieg gegen Hoffenheim. In der Rückrunde gibt’s aber Gisdols Revanche: die TSG gewinnt daheim mit 4:1, zwei Spiele später ist schon wieder Schluss für Schneider beim VfB. Imago imago/Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
21. Februar 2009: Hoffenheims Sejad Salihovic verliert im Laufduell mit Sami Khedira seinen rechten Schuh. Weil nicht abgepfiffen wird, läuft er weiter und sorgt für eine Unterbrechung mit Folgen... Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
...die Unterbrechung ärgert VfB-Torwart Jens Lehmann. Lehmann ist früher am Objekt, greift sich den Schlappen. Der Schuhstreit war geboren, und.... Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
...Jens Lehmann warf den (rechten) Schuh auf sein Tor. Mit (dem linken) Schuh verschoss Salihovic am Ende noch einen Elfmeter. Was vom 3:3 an diesem 21.02.2009 in Erinnerung bleibt, ist aber der kuriose Schuhstreit! Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
3. Oktober 2015: Timo Werner köpft in Hoffenheim in der 90. Minute den 2:2 Ausgleich und schickt Handküsschen ins Publikum. Kurz darauf hat der 19-jährige den Siegtreffer auf dem Fuß, vergibt. Trainer Alexander Zorniger verteilt sarkastisch Handküsschen…. Imago imago/Michael Weber Bild in Detailansicht öffnen
5. März 2016: Julian Nagelsmann ist erst gut drei Wochen Bundesligatrainer und verliert mit Hoffenheim 1:5 in Stuttgart. Der VfB klettert auf Platz 11, die TSG bleibt Vorletzter. Am Saisonende aber steigt Stuttgart ab, Novize Nagelsmann jubelt über den Klassenerhalt. Imago imago/Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
6. Mai 2018: Die Jubel-Rückrunde unter Tayfun Korkut geht in Stuttgart weiter. Beim 2:0 am 33. Spieltag trifft Mario Gomez doppelt. Hoffenheim muss nochmal um die Champions-League-Teilnahme zittern, schafft es am Ende aber doch. Imago imago/Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
27. Oktober 2018: Im zweiten Spiel unter Trainer Markus Weinzierl verliert der VfB auch in Hoffenheim. Die TSG feiert einen souveränen 4:0 Erfolg, Stuttgart ist das neue Schlusslicht der Liga. Imago imago/foto2press Bild in Detailansicht öffnen

Leichtes Spiel erwartet Julian Nagelsmann trotz der tabellarischen Konstellation nicht. "Grundsätzlich ist in der Bundesliga jeder Gegner gefährlich. In Stuttgart haben wir in der Vergangenheit nicht gerade geglänzt. Aber klar: Wenn ein Boxer angeschlagen ist, wäre es gut, ihm noch eine mitzugeben - metaphorisch gemeint", so der TSG-Coach.

Ein Wiedersehen wird es am Samstag für Hoffenheim und Nagelsmann mit Steven Zuber geben - die Winter-Leihgabe der Kraichgauer an den VfB Stuttgart. In den letzten vier Bundesliga-Spielen traf der Schweizer vier Mal für die Schwaben. "Steven Zuber ist immer motiviert. Seine Entwicklung überrascht mich nicht großartig. Mich freut es für ihn, dass er an vielen Toren beteiligt ist, auch wenn er diese Serie nicht unbedingt am Samstag ausbauen muss", sagte Nagelsmann mit einem Augenzwinkern.

"Demirbay hat wieder trainiert"

Personell sieht es für die "Mission Auswärtssieg" positiv aus. "Kerem Demirbay hat wieder trainiert, Kasim Adams wird wieder mit dabei sein", sagte Nagelsmann. Dennis Geiger (Leistenoperation) und Lukas Rupp (Trainingsrückstand) werden der TSG indes weiterhin fehlen.

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