Bicakcic (Foto: Imago, imago/foto2press)

Bundesliga | TSG 1899 Hoffenheim Das letzte Häuflein der Aufrechten…

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Die Länderspielpause kommt der TSG Hoffenheim gerade recht. Im Kraichgau wird die Verletztenliste immer länger.

Der Beginn der neuen TSG-Trainingswoche gibt ein eher trauriges Bild ab. Nur noch eine gefühlte Handvoll Profis sind auf dem Rasen von Zuzenhausen unterwegs. Und das hat zwei Gründe: Erstens fehlen viele Spieler, die zu ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Zweitens aber hat eine unglaubliche Verletzungsserie die Reihen der Hoffenheimer dramatisch gelichtet. Bei 1899 ist sozusagen das letzte Häuflein der Aufrechten unterwegs.

Zu den seit Wochen und Monaten verletzten Dennis Geiger (Sehnenriss), Lukas Rupp (Kreuzbandriss), Nadiem Amiri (Fußverletzung), Kerem Demirbay (Bänderriss) und Benjamin Hübner (Gehirnerschütterung) gesellten sich am Wochenende gleich drei Innenverteidiger, die alle während des Bundesligaspiels gegen den SC Freiburg (3:1) ausfielen: Erst Ermin Bicakcic (Achillessehnenprobleme), dann Neuzugang Kasim Adams (Bänderriss und Knöchelverletzung) und Kevin Akpoguma (Gehirnerschütterung und Augenhöhlenbruch) – alles vermeintliche Startelf-Spieler, deren zum Teil langfristiger Ausfall die Arbeit von Julian Nagelsmann schwierig machen: "Gut, dass jetzt Länderspielpause ist", sagte der TSG-Trainer schon nach dem Freiburg-Spiel gegenüber SWR Sport mit nachdenklicher Miene.

Alle Hände voll zutun

Ärzte und Physios von 1899 haben alle Hände voll Arbeit, um den einen oder anderen Spieler bis zur nächsten Liga-Partie in Düsseldorf (Samstag, 15. September) wieder spiel-fit zu bekommen. Am ehesten, so ein Hoffenheimer Sprecher, könnte das bei Ermin Bicakcic gelingen. Auch Kevin Akpoguma soll nach auskurierter Gehirnerschütterung in einigen Tagen mit Gesichtsmaske wieder ins Training einsteigen. Auch Vize-Weltmeister Andrej Kramaric soll sich während der Länderspielpause auskurieren, der Torjäger kämpft noch immer mit Blessuren und hat deshalb auch auf die Länderspielreise mit Kroatien verzichtet. Die Rückkehr der anderen verletzten Spieler ist momentan völlig ungewiss.

Das gilt vor allem auch für Benjamin Hübner. Der in der letzten Saison so starke Innenverteidiger kämpft seit Wochen mit einer offenbar besonders schweren Gehirnerschütterung, die er sich schon vor einem Monat zugezogen hat. "Es stagniert bei ihm", so Trainer Nagelsmann über die Genesung Hübners, "groß was machen können wir mit ihm nicht. Er darf auch keine Videos schauen." 

Gut für Hoffenheim, dass die TSG wegen der Champions-League-Belastung auf einen großen und ausgeglichenen Kader setzt und zum Transferschluss auch keine Spieler mehr abgegeben hat. Viel mehr aber darf jetzt in Hoffenheim nicht mehr passieren. Das Lazarett ist bereits übervoll.

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