Julian Nagelsmann, der Trainer der TSG 1899 Hoffenheim (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

Bundesliga | TSG 1899 Hoffenheim Hoffenheims Trainer Nagelsmann richtet den Blick nach oben

Die TSG 1899 Hoffenheim hat nach sieben Spielen ohne Sieg wieder einen Dreier geholt. Der scheidende Trainer Julian Nagelsmann möchte den Klub zum Abschied erneut in die Champions League führen.

Für eine "lahme Ente" war Julian Nagelsmann flott unterwegs. Schnellen Schrittes und mit einem Grinsen im Gesicht eilte der scheidende Trainer der TSG Hoffenheim nach dem 4:2 (1:1) beim SC Freiburg aus dem Presseraum. Als ihm der Sohn seines Gegenüber Christian Streich über den Weg lief, nahm sich der Familienvater aber doch die Zeit für einen kurzen Strich durch die Haare des kleinen Carlos.

Dauer

Große Erleichterung bei Julian Nagelsmann

Die Szene im Anschluss an den TSG-Sieg im badischen Bundesliga-Duell machte deutlich, wie groß die Erleichterung bei Nagelsmann war. "Der Ergebnisdruck war schon ziemlich hoch. Aber damit muss man umgehen können", sagte der 31-Jährige, der ab der kommenden Saison den Ligarivalen RB Leipzig betreuen wird: "Wenn wir wieder nicht gewonnen hätten, wäre der Abstand nach hinten nicht mehr allzu groß gewesen."

Schwarze Serie ist gerissen

Vor allem aber hätte die "Lahme-Ente-Debatte" erneut Nahrung erhalten. Schließlich konnten die Kraichgauer, denen Nagelsmann zum Abschied unbedingt die erneute Teilnahme an der Champions League bescheren möchte, vor der Reise in den Breisgau sieben Partien in Folge nicht gewinnen. Deshalb gab der Coach auch zu, dass er "nach der langen Serie ohne Sieg sehr glücklich" sei.

Kramaric schnürt den Doppelpack

Vor 23.900 Zuschauern im Schwarzwaldstadion sorgten der kroatische Vize-Weltmeister Andrej Kramaric (59./Foulelfmeter und 72.), der Brasilianer Joelinton (19.) sowie Kerem Demirbay (85.) mit ihren Toren dafür, dass der Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp zum ersten Mal seit über neun Jahren wieder in Freiburg gewinnen konnte. Daran ändern auch die SC-Treffer von Lucas Höler (42.) und des eingewechselten Florian Niederlechner (77.) nichts - auch wenn in der Druckphase der Freiburger nach dem Niederlechner-Treffer der Ausgleich möglich gewesen wäre.

"Gott sei Dank haben wir dann das vierte Tor gemacht. Es hätte gut auch unentschieden ausgehen können", gestand Nagelsmann. Mit dem etwas glücklichen Dreier im Rücken wollen die Hoffenheimer (28 Punkte) nun durchstarten - am liebsten bis in die Königsklasse. "Ich sehe, was die Jungs können. Ich kenne ihre Qualität. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass noch mehr kommen wird", äußerte Sportchef Alexander Rosen. Für Demirbay ist klar, dass "wir kein Team sind, das nur irgendwie mitspielen" will. "Es muss unser Ziel sein, zumindest in die Europa League zu kommen", sagte der Mittelfeldspieler: "Dafür sind wir in jedem Fall gut genug."

Freiburg hat noch Luft nach unten

Wie gut die Freiburger (21 Punkte) tatsächlich sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Trotz der Niederlagen in den ersten beiden Rückrunden-Spielen ist der Abstand zu den Abstiegsplätzen immer noch beruhigend. Vielleicht wirkte Streich auch deshalb ziemlich entspannt, als er sich mit Frau und Kind auf den Heimweg machte.

STAND