Es scheint aktuell fraglich, ob Kerem Demirbay und Nico Schulz auch in der kommenden Saison gemeinsam für die TSG Hoffenheim jubeln (Foto: Imago, imago/Nordphoto)

Fußball | Bundesliga Droht der TSG Hoffenheim der Ausverkauf der Stars?

In der Bundesliga eilt die TSG Hoffenheim zur Zeit von Sieg zu Sieg und steht vor dem Duell auf Schalke (Samstag, 20:30 Uhr) auf einem Europa-League-Platz. Für nächste Saison aber droht der personelle Aderlass.

Erfolg macht interessant. Das gilt in der Fußball-Bundesliga längst auch für die TSG Hoffenheim. Die außerordentlichen Erfolge und der furiose Spielstil der letzten drei Jahren unter Jungtrainer Julian Nagelsmann haben nicht nur den Verein und den Coach, sondern auch etliche Spieler ins Rampenlicht geschoben. Ein Niklas Süle, ein Sebastian Rudy, ein Mark Uth und ein Sandro Wagner entwickelten sich zu begehrten Nationalspielern und verdienen ihr Geld längst bei Bayern München, auf Schalke oder in China.

"Das ist inzwischen ganz normal, dass Top-Klubs aus England oder aus der Bundesliga hier anklopfen", zuckt Noch-Coach Nagelsmann gegenüber SWR Sport mit den Schultern, "das ist aber auch ein Kompliment für die Arbeit des Vereins, vor allem aber auch für die Arbeit von Alexander Rosen."

Komplimente dieser Art lösen im Fußball aber immer auch zwiespältige Gefühle aus. Einerseits spülen hochkarätige Spielertransfers in der Regel viel Geld in die Vereinskasse, andererseits sind sie ein Tiefschlag für die personellen Planungen.

Verlassen Schulz und Demirbay die TSG Hoffenheim?

Das ist akut nicht anders. Denn schon wieder droht den Kraichgauern der Ausverkauf seiner Stars. Nationalverteidiger Nico Schulz ist von Borussia Dortmund heißumworben. Der BVB sucht für nächste Saison für die Schwachstelle links hinten dringend Verstärkung. Da drängt sich der Name Nico Schulz geradezu auf. Der 26-Jährige Ex-Berliner erlebte bei 1899 eine regelrechte Leistungsexplosion und steht völlig zurecht im Fokus der leistungs- und finanzstarken Konkurrenz.

"Wie gewöhnlich werden wir solche Spekulationen nicht kommentieren", sagte zwar TSG-Pressesprecher Holger Kliem auf Anfrage von SWR Sport. Nach Medienberichten soll sich Schulz aber bereits mit Dortmund einig sein und in Hoffenheim eine Ausstiegsklausel zwischen 20 und 30 Millionen Euro besitzen.

Ähnliches gilt auch für Kerem Demirbay (zwei Länderspiele für Deutschland). Auch er Leistungsträger und Nationalspieler. Auch er zwar mit längerfristigem Vertrag bei der TSG, aber auch angeblich mit Ausstiegsklausel ausgestattet. Speziell der FC Arsenal aus London soll um die Dienste des Confed-Cup-Siegers buhlen. Auch bei den türkischen Spitzenvereinen aus Istanbul steht der Name Demirbay weit oben auf auf der Liste der Begehrlichkeiten.

"Beide sind wichtige Spieler im Hier und Jetzt für Hoffenheim", bestätigt Julian Nagelsmann den Wert der Umworbenen für die TSG, gibt aber im Fall Demirbay zu bedenken, "dass Kerem auch längere Zeit mit Verletzungen und Leistungsschwankungen zu tun gehabt hat".

Torjäger Joelinton will im Kraichgau bleiben

Vor ein paar Wochen war auch der Name von Joelinton in die Schlagzeilen des Transfermarktes gerutscht. Der junge Brasilianer hatte sich seit letzten Sommer mit jedem seiner zahlreichen Treffer zur Saisonentdeckung der Hoffenheimer geschossen. Vereine aus England waren angeblich bereit, für den spielstarken Hünen bis zu 60 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Der 22-Jährige bekannte sich aber Ende März eindeutig zur TSG: "Ich bin hier sehr glücklich und werde weiter für Hoffenheim spielen", wurde Joelinton (Vertrag bis 2022) zitiert. Seither herrscht wenigstens bei dieser Personalie Ruhe, zumal der Torjäger zur Zeit auch eine Verletzung am Fuß auskuriert.

In Sachen Nico Schulz und Kerem Demirbay könnte die TSG Hoffenheim vor einer aufregenden Transferphase stehen. Damit allerdings kennt man sich im Kraichgau inzwischen bestens aus. Erfolg macht eben interessant.

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