Alfred Schreuder und Julian Nagelsmann im Trainer der TSG Hoffenheim (Foto: Imago, Oliver Zimmermann)

Bundesliga | TSG 1899 Hoffenheim Nagelsmann über Nachfolger Alfred Schreuder

Die ungeklärte Trainer-Frage in Hoffenheim hat die Spieler nach eigenen Angaben nie belastet. Dennoch ist Julian Nagelsmann froh, dass das Thema nach monatelangen Spekulationen vom Tisch ist.

Noch ist Julian Nagelsmann da, doch Alfred Schreuder wirft bei der TSG 1899 Hoffenheim seinen Schatten voraus. Am Mittwoch äußerte sich der Cheftrainer des Bundesligisten erstmals ausführlich über seinen Nachfolger und früheren Assistenten, der im Sommer das Zepter bei den Kraichgauern übernimmt. "Das ist sicher eine sinnvolle Verpflichtung, weil der Weg im Großen und Ganzen fortgeführt wird", sagte der 31-Jährige über den Niederländer. "Wie er fußballerisch als Cheftrainer tickt, weiß ich nicht, weil er gemacht hat, was ich wollte."

Für Nagelsmann stehen natürlich die restlichen acht Saisonspiele im Vordergrund. Auf dem Weg zur angestrebten Teilnahme am internationalen Geschäft treffen die Hoffenheimer mit Bayer Leverkusen am Freitag (20.30 Uhr) auf einen Mitkonkurrenten. "Ich glaube, dass es für die Spieler grundsätzlich gut ist, dass es geklärt ist und ein angenehmes Gefühl, dass es jemand ist, den sie kennen", sagte Nagelsmann.

Nagelsmann bezeichnet Schreuder als "Gewinnertyp"

Schreuder, derzeit Assistent bei Ajax Amsterdam, war von 2015 bis 2017 Co-Trainer bei der TSG und begleitete maßgeblich den Aufstieg von Nagelsmann zu einem der begehrtesten Coaches der Branche. Der 31-Jährige wechselt, wie bereits vergangenen Sommer verkündet, zur neuen Spielzeit zu RB Leipzig. Erst vergangene Woche hatte die TSG den Nachfolger für ihn bekannt gegeben. "Er ist ein Gewinnertyp, der ungern verliert, das ist schon mal eine gute Voraussetzung", meinte Nagelsmann. Eine Übergabe mit Schreuder sei bislang nicht geplant "Wenn einer meinen Rat will, dann soll er sich melden. Wenn nicht, dann nicht", antwortete er trocken auf eine entsprechende Frage. Schreuder hatte betont: "Ich habe mit Julian immer noch viel Kontakt, ein super Verhältnis."

Hoffenheims U21-Nationalspieler Nadiem Amiri traut Schreuder einiges zu. "Er wird die Linie von Julian fortsetzen, vermute ich. Sie denken jedenfalls ähnlich. Wir werden vermutlich einen ähnlichen Fußball wie unter Julian spielen, vielleicht werden wir sogar noch besser", sagte Amiri der "Sport Bild" (Mittwoch). "Wir haben ähnlich gute Top-Talente wie Amsterdam. Wir werden unter Alfred eine gute Rolle in der Bundesliga spielen." Ajax hatte im Champions-League-Achtelfinale Real Madrid aus dem Wettbewerb geworfen.

Hoffenheim ist weit entfernt von der Champions League

In Königsklassen-Sphären schwebt die TSG nach dem Vorrunden-Aus schon lange nicht mehr. Der Weg zurück auf die europäische Bühne gestaltet sich weiter schwierig: Als Tabellenneunter hat das Nagelsmann-Team vier Punkte Rückstand auf den Sechsten Leverkusen. Zuletzt gab es ein demoralisierendes 1:1 in Stuttgart.

Wegen der Länderspiele hatte Nagelsmann zuletzt teilweise nur sieben Feldspieler im Training. Zudem ist Nico Schulz, der Siegtorschütze beim Erfolg der deutschen Nationalmannschaft in den Niederlanden, gesperrt. Angeschlagen sind der kroatische Vize-Weltmeister Andrej Kramaric und Englands U21-Auswahlspieler Reiss Nelson, mit einem Magen-Darm-Infekt plagt sich Adam Szalai herum.

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