Seit 30 Jahren finanziert Dietmar Hopp den Aufstieg der TSG Hoffenheim (Foto: Imago, imago images / DeFodi)

Bundesliga | TSG 1899 Hoffenheim Vor 30 Jahren: Als in Stebbach Hoffenheims Bundesliga-Aufstieg begann

Seit elf Jahren spielt die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga. Der steile Aufstieg des Dorfclubs begann vor genau 30 Jahren. Damals stieg Dietmar Hopp als Mäzen ein.

Es war der 14. Juni 1989. Auf dem Dorfsportplatz von Stebbach im Landkreis Heilbronn erlebte die TSG Hoffenheim den sportlichen Tiefpunkt: 2:4 nach Verlängerung gegen den FC Stebbach - damit stiegen die Hoffenheimer ab in die Niederungen der Kreisliga.

Dietmar Hopp spielte einst selbst für Hoffenheim

Unter den rund 1.000 Zuschauern in Stebbach tummelte sich mit betrübtem Gesicht auch der damals 49-Jährige Dietmar Hopp. Ein Ur-Hoffenheimer, der vergeblich die Daumen für den Klassenerhalt gedrückt hatte. Selbst ehemaliger Stürmer und Torjäger der TSG und inzwischen Mitbegründer der Software-Schmiede SAP. "Fußball hat mich von Beginn an fasziniert, auch wenn ich altersbedingt irgendwann nur noch Golf spielen konnte", so Hopp später einmal gegenüber dem SWR.

Dauer

Bei der TSG gab es früher die "Leberwurst-Prämie"

An der Seitenlinie in Stebbach stand damals auch der heutige Präsident des Vereins, Peter Hofmann, Elektromeister aus Hoffenheim und seinerzeit Spielleiter und Team-Organisator der TSG-Amateure. Hofmann und Hopp kannten sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht persönlich: "Sein Name war mir nur von Stammtisch-Gesprächen über frühere Fußballspiele geläufig", so Hofmann, "er war ein sehr guter Stürmer, wurde mit Leberwurst für seine Tore belohnt, er war der erste bezahlte Spieler der TSG Hoffenheim", so Hofmann heute schmunzelnd.

Seit 1989 unterstützt Hopp die Hoffenheimer

Einige Tage nach der Schmach von Stebbach lernten sich Peter Hofmann und Dietmar Hopp dann persönlich kennen. Hopp beschäftigte der Abstieg der Hoffenheimer in die Kreisliga derart, dass er eine Delegation der TSG in sein SAP-Büro nach Walldorf einlud. Mit dabei auch Peter Hofmann: "Dietmar Hopp sagte, dass er uns ab sofort gerne helfen und unterstützen wolle", erinnert sich Peter Hofmann. Die Zusammenarbeit fing klein an. In der Anfangszeit handelte es sich bei den Hopp`schen Zuwendungen zunächst nur um kleinere Sachleistungen wie Bälle oder Trikots für die Jugendmannschaften. Aber Hopp ließ weitere Spenden für seine TSG folgen.

Ein Bundesligist für die Metropol-Region

Geld allerdings überwies er erst später: Irgendwann reifte bei Dietmar Hopp die Idee, über die angestrebte Oberliga oder Regionalliga hinaus mit der TSG Hoffenheim in den Profifußball zu rücken. Sozusagen "als Bundesligist für die Metropolregion Rhein-Neckar", wie er vor Jahren einmal gegenüber SWR Sport betonte. Insgesamt wird das Engagement von Dietmar Hopp bei der TSG Hoffenheim auf rund 350 Millionen Euro geschätzt. Der heutige Gesellschafter der TSG baute unter anderem die Arena in Sinsheim und das Vereins- und Trainingszentrum in Zuzenhausen. Hopps Maxime: seine Investitionen sollen so nachhaltig wie möglich sein.

Ohne Hopp in der Landesliga?

Und wo stünde die TSG Hoffenheim heute, wenn sich Dietmar Hopp vor 30 Jahren nicht engagiert hätte? "Natürlich hätten wir ohne Dietmar Hopp niemals zweite Liga, Bundesliga oder Champions League gespielt", sagt Peter Hofmann. Wenn es anders gekommen wäre, so der TSG Präsident, "würden wir heute vielleicht in der Landesliga spielen, und wenn wir das erreicht hätten, wären wir darüber auch glücklich".

So aber sind die Kraichgauer seit 2008 erstklassig. Ein 3000-Seelen-Dorf in der Bundesliga. "Der Herr Hopp ist darüber glücklich", freut sich der langjährige Weggefährte Peter Hofmann, "und die ganze Region".

Stebbach, 14. Juni 1989. Ein Schicksalstag für die TSG Hoffenheim.

STAND