TSG-Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann und S-Freiburg-Coach Christian Streich schätzen sich (Foto: Imago, imago/Michael Weber)

Bundesliga | Baden-Duell SC Freiburg gegen TSG Hoffenheim: Das Duell zweier Trainer-Generationen

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Wenn am Samstag (15.30 Uhr) der SC Freiburg und die TSG Hoffenheim zum badischen Duell antreten, dann ist das vor allem auch ein Duell zweier herausragender Trainer.

Wenn man SC-Freiburg-Trainer Christian Streich fragt, was ihn denn von seinem Hoffenheimer Kollegen Julian Nagelsmann unterscheidet, dann überlegt er kurz und lächelt schelmisch: "Also er ist aus einer anderen Generation", sagt Streich schmunzelnd mit dem ihm eigenen Witz, "das kann ich nicht bestreiten, sonst müsste ich lügen".

Streich und Nagelsmann schätzen sich

In der Tat: Christian Streich ist 53, Julian Nagelsmann erst 31 Jahre alt. Streich ist mit sieben Jahren beim SC Freiburg der aktuell dienstälteste Coach der Bundesliga. Nagelsmann ist noch immer der jüngste in der Bundesliga-Historie. Und doch haben die beiden Fußballlehrer viel gemeinsam: Beide sind emotional, erfolgsbesessen, extreme Typen im positiven Sinne. Und beide schätzen sich auf ihre Art: "Das ist eine herausragende Leistung in dem Alter", zieht Christian Streich symbolisch den Hut vor den Ergebnissen in zwei Jahren Nagelsmann bei der TSG Hoffenheim: Klassenerhalt, Europa League, Champions League. "Julian ist ein absoluter Fußball-Fachmann, Hoffenheim spielt sehr strukturierten, guten Fußball."

Nagelsmann lobt Streichs klare Haltung

Julian Nagelsmann wiederum imponiert nicht nur die Meinungsfreudigkeit des Freiburger Kollegen: "Da ist er für mich schon Vorbild. Er sagt immer seine Meinung und steht dazu. Auch in gesellschaftlichen und politischen Fragen. Er spricht nicht den Einheitsbrei." Auch die lange Treue zum SC Freiburg gefällt Julian Nagelsmann, der auch keine Probleme hat, wenn der Breisgau-Vulkan Streich an der Seitenlinie mal wieder ausbricht: "Ich bin sein Freund an der Linie", und wenn es in der Coaching-Zone zu arg werde, "geht Christian Streich sehr selbstkritisch mit sich um", meint Nagelsmann. Außerdem: "Er muss mir da unten ja keinen Kaffee bringen".

Das letzte Duell in dieser Konstellation

Am Samstag treffen Christian Streich und Julian Nagelsmann zum letzten Mal in der Konstellation Freiburg gegen Hoffenheim aufeinander. Im Sommer zieht der TSG-Trainer weiter nach Leipzig. Christian Streich bleibt - wen wundert`s - weiter beim Sportclub und gönnt seinem jungen Kollegen, der ihm ab und zu eine Nachricht schreibt, auch weiterhin jeden Erfolg.

Allerdings weiss Streich auch aus seiner langen Trainer-Erfahrung, wie schnell sich der Wind des Erfolgs drehen kann: "Jetzt sagen alle, wie toll das ist. Aber das kann ganz schnell auch in die andere Richtung gehen". Bundesliga-Trainer in so jungen Jahren, warnt Streich, "das birgt Möglichkeiten, aber auch Gefahren". Für ihn selbst wäre es undenkbar gewesen, schon mit 30/31 Jahren Bundesliga-Trainer zu sein, "aber jeder hat eben andere Entwicklungsschritte".

Jetzt freuen sich beide erstmal auf das Wiedersehen am Samstag. Auf das Duell zweier Trainer-Generationen: Christian Streich gegen Julian Nagelsmann.

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