Die Hoffenheimer Abwehr um Ermin Bicakcic machte Bayer Leverkusen lange Zeit das Leben schwer (Foto: Imago, imago images / Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga Hoffenheim trotzt dem Leverkusener Druck

Im Duell der ehemaligen Ajax-Coaches trennen sich 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen torlos. Hoffenheim überzeugt mit einer guten Defensiv-Leistung.

Alfred Schreuder hat seinen alten Kumpel Trainer Peter Bosz überlistet und Bayers Offensiv-Maschine ordentlich Sand ins Getriebe gestreut. Die von Coach Schreuder ungewohnt defensiv eingestellten Hoffenheimer trotzten bei den Leverkusener Offensiv-Künstlern und hielten das 0:0 - trotz unglaublichen 19:0 Eckbällen, 20:6 Torschüssen und insgesamt 101 Minuten Spielzeit. Während Bayer mit sieben Zählern den Kontakt zur Liga-Spitze hält, weist die TSG nach drei Spielen mit vier Punkten eine ausgeglichene Bilanz auf.

Die nur 30 Kilometer entfernt voneinander aufgewachsenen Bosz und Schreuder spielten einst zwei Jahre bei Feyenoord Rotterdam und eine Saison bei NAC Breda zusammen. Auf letzter Station bildeten sie sogar eine Fahrgemeinschaft. Später war Bosz Technischer Direktor bei Feyenoord mit dem Spieler Schreuder.

Belfodil vergibt die Hoffenheimer Führung

Die Werkself begann gewohnt offensiv. Die Hoffenheimer pressten vorne zwar früh, standen defensiv im selten praktizierten 4-2-3-1 aber tiefer als gewohnt. Das zahlte sich aus. Die Abwehr um den starken Abwehrchef Kevin Vogt stand gut, Florian Grillitsch nahm den zuletzt überragenden Shootingstar Kai Havertz gut aus dem Spiel. Bis zur Pause verzeichnete Bayer zwar schon beachtliche 7:0 Ecken und laut Statistik auch 8:1 Torschüsse, aber keine einzige echte Torchance. Die hatte Hoffenheim in der 29. Minute, doch Ishak Belfodil spielte freistehend unsauber quer auf Ihlas Bebou.

Auch die zweite Halbzeit begann mit einer Chance für Belfodil, die der Algerier ähnlich kläglich gegen Bayer-Torhüter Lukas Hradecky vergab (47.). Danach wurde Leverkusen aber druckvoller und zielstrebiger. Leon Bailey traf das Außennetz (57.), Kevin Volland verzog knapp (59.). Bosz reagierte nun und wechselte in Nadiem Amiri für Kerem Demirbay einen Ex-Hoffenheimer für den anderen ein und brachte in Lucas Alario für Volland einen Stoßstürmer (62.). Schreuder brachte zeitgleich den erst am Donnerstag für 17 Millionen Euro aus Eindhoven verpflichteten Jürgen Locadia für Belfodil (62.).

Das Hoffenheimer Abwehr hielt

Nun hatte Bayer einige gute Chancen. Amiri verzog (64.), Karim Bellarabi traf aus spitzem Winkel den Pfosten (80.), Sven Bender scheiterte an Oliver Baumann (82.). Als Lars Bender im Anschluss an den 18. Eckball in der Nachspielzeit einköpfte, hatte Schiedsrichter Felix Zwayer zuvor abgepfiffen. Auf der Gegenseite köpfte Kevin Akpoguma knapp vorbei (90.).

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