TSG-Hoffenheim-Trainer Alfred Schreuder will gegen Fortuna Düsseldorf eine Reaktion seiner Mannschaft sehen (Foto: Imago, imago images/Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga Hoffenheim darf sich nur nicht ablenken lassen

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Hoffenheims Siegesserie ging mit einem Knall zu Ende. Die Reaktion gegen Fortuna Düsseldorf wird zeigen, ob der Weg eher nach oben oder ins Mittelmaß führt, meint SWR Sport-Reporterin Nadja Eckerle.

Alfred Schreuder schaut freundlich konzentriert in die Runde. Das Ambiente im Schloss Seehälde in Zuzenhausen ist ungewohnt. Hoffenheim hat gerade sein Projekt Umoja vorgestellt, die neue Lifestyle-Marke, die in Uganda produziert wird. Auf dem Boden liegen Flickenteppiche mit afrikanischen Mustern, an den Wänden hängen Bilder aus Uganda. Doch das bringt den präzisen Niederländer nicht aus dem Konzept. Genauso wenig wie die 1:5-Niederlage am vergangenen Spieltag gegen den FSV Mainz 05. "Analysieren, kritisch sein auch", fordert Schreuder und blickt klar in die Presserunde. "Wenn es gut geht, sind wir auch positiv kritisch."

Der 47-jährige hat nicht die erste bittere Niederlage seiner Karriere erlebt. Er kann sie einordnen. Schreuder hat unter der Woche mit den Spielern geredet, ihre Meinung eingefordert, wollte wissen, wie sie es empfunden haben auf dem Platz und warum es zu diesem Ergebnis kam.

Hoffenheims Reaktion entscheidend

Der Umgang der Mannschaft mit der Niederlage dürfte entscheidend sein für die Ausrichtung in den letzten Spielen vor der Winterpause, denn es war nicht nur irgendeine Niederlage. Sie war heftig. "Viel Psychologie ist da nicht bei", meint der Trainer. Er will sich auf die eigenen Stärken konzentrieren und weniger darauf, was fehlte. Lieber die Mannschaft stark reden, statt sich in den Schwächen zu ergehen.

"Nicht ablenken lassen von einem Schlag. Es war ein richtiger Schlag." Das haben seine Spieler auch so empfunden. Dennoch: Unter Schreuder hat die Mannschaft zwischen dem 7. und 11. Spieltag fünf Siege hintereinander eingefahren. Das ist Rekord in Hoffenheim.

Hoffenheim gibt sich problembewusst aber nicht frustriert

Vor diesem Hintergrund hat die Klatsche aus Mainz eine andere Qualität. Die Serie ist mit einem Knall zu Ende gegangen. Nun geht es weiter, problembewusst aber nicht frustriert. Schreuder geht voran und weiß, aus einer Niederlage kann eine Mannschaft auch Kraft und Motivation ziehen.

"Die Bundesliga ist eine der schönsten Ligen der Welt", sagt der Niederländer. Das liegt sicherlich auch daran, dass es immer wieder Überraschungen gibt - sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Gegen Fortuna Düsseldorf ist sein Team klar in der Favoritenrolle. Natürlich würde der ehrgeizige Trainer gerne wieder eine neue Serie starten. Er hat die Erfahrung von über 300 Spielen als Profi. In seinem 13. Spiel als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim wird er sich nicht von der Niederlage gegen Mainz ablenken lassen. Bleibt abzuwarten, ob es der Mannschaft genauso geht.

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