Dirk Schuster (Trainer 1. FC Kaiserslautern) (Foto: IMAGO, IMAGO / Fotostand)

Fußball | 2. Bundesliga

FCK-Trainer Dirk Schuster: "Mentalität und Teamgeist schlagen Qualität!"

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Sebastian Zobel
Bild von Sebastian Zobel, Redakteur im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)
Stefan Kersthold

In einer Woche eröffnet der FCK gegen Hannover die Saison in der 2. Liga. Dirk Schuster, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, verrät im Podcast "Nur der FCK", wie er in einer stark besetzten Liga bestehen will.

Viel Zeit hatten und haben die Roten Teufel nicht, um sich auf die neue Saison in der 2. Liga vorzubereiten. Bedingt durch die Relegation und den anschließenden, wohlverdienten Urlaub der Spieler, blieben FCK-Coach Dirk Schuster und seinem Team nur gute vier Wochen, um sich auf die bevorstehenden Aufgaben einzuschwören.

"Wir mussten in diese vier Wochen sehr viel reinpacken, inklusive Transfers, die wir auch noch machen wollen. Hier werden wir noch Spieler sichten und Gespräche führen. Das ist sehr zeitaufwendig und intensiv", berichtet Schuster in der neuen Folge des SWR Sport Podcasts "Nur der FCK".

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FCK geht bei der Vorbereitung auf die 2. Liga ans Limit

Die Mannschaft sei bereit, an die Grenze und darüber hinaus zu gehen. Das habe das Trainingslager in Mals gezeigt, so Schuster. Während der intensiven Trainigswoche in Südtirol wurde vor allem, um in der Fußballersprache zu bleiben, Kondition gebolzt - "bis zum Kotzen", wie Neuzugang Ben Zolinski im Gespräch mit SWR Sport verrät.

Besonders in Erinnerung bleiben dürfte den Spielern eine 15,7 Kilometer lange Runde um den Reschensee. Jeweils als Zweier-Pärchen mit nur einem Fahrrad. Die FCK-Spieler mussten sich also eine Taktik zurechtlegen, wie sie sich den Drahtesel teilen und schnellstmöglich ins Ziel kommen.

"Ich sage immer, Mentalität und Teamgeist schlagen Qualität."

FCK-Trainer Schuster setzt auf einen starken Teamgeist

Darauf angesprochen, wie er und sein Co-Trainer Sascha Franz bei dieser Einheit abgeschnitten hätten, antwortet Schuster lachend: "Ich glaube, da hätte uns der eine oder andere Volkssportler noch überholen können." Doch es ging bei der besagten Einheit bei weitem nicht nur um die Kondition. Da die Spieler sich dabei gut abstimmen mussten, kam auch hier das Teambuilding nicht zu kurz. Essentiell für Schusters Arbeit: "Ich sage immer, Mentalität und Teamgeist schlagen Qualität. Es ist keine Floskel, dass das eine geile Truppe ist, die es absolut versteht, auf dem Platz zu fighten, aber es auch versteht, danach zusammen zu feiern."

Was das Fighten und das anschließende Feiern angeht, spricht Dirk Schuster aus eigener Erfahrung. 1993 war es, als der Karlsruher SC mit Schuster in der Abwehr und Winfried Schäfer auf der Trainerbank das Halbfinale im UEFA Cup erreichte. Die Erfolge waren groß, die Nächte lang - und die Frisuren spektakulär.

Nach dem 1:0 gegen Boavista Porto im UEFA-Cup-Viertelfinale: Dirk Schuster jubelt mit Trainer Winfried Schäfer (Mitte) und Michael Wittwer (li.) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Nach dem 1:0 gegen Boavista Porto im UEFA-Cup-Viertelfinale: Dirk Schuster jubelt mit Trainer Winfried Schäfer (Mitte) und Michael Wittwer (li.) Picture Alliance

FCK will in "brutal starker" Liga bestehen

Auch wenn Dirk Schuster großen Wert auf Disziplin und Ausdauer legt, als "Schleifer" möchte er nicht bezeichnet werden: "Wir trainieren intensiv und hart, aber wir sind der Meinung, dass das zum Fußball dazugehört." Seine Mannschaft habe verinnerlicht, dass es absoluten Willen und Fitness brauche, um in der 2. Liga zu bestehen. Alle im Team freuen sich laut Schuster auf die 2. Liga, wissen aber auch, dass es eine schwierige Aufgabe wird, in einer "brutal starken Liga" zu bestehen.

Fußball | Podcast Nur der FCK - der SWR Sport Podcast

Wir reden darüber, was die Roten Teufel bewegt. Mit dabei sind Spieler, auch der Trainer, Leute aus dem Verein, ehemalige Rote Teufel und natürlich Betze-Fans. Euer 1. FC Kaiserslautern ganz nah, ganz persönlich, ganz überraschend - mit Stefan Kersthold und Sebastian Zobel. Inside FCK, jede Woche neu.  mehr...

Der Trainer sieht seine Mannschaft sowohl körperlich als auch geistig gut auf den Saisonstart am kommenden Freitag gegen Hannover 96 vorbereitet. Man wolle Hannover "einen heißen Tanz liefern und nach Möglichkeit die drei Punkte hier behalten."

FCK will Aufstiegs-Euphorie mit in die neue Saison nehmen

Dabei helfen könnte es, wenn es Schuster und seinem Team gelingt, die große Euphorie, die durch den Aufstieg entfacht wurde, mit in die neue Saison zu nehmen. Die Spieler, die den Erfolg in der letzten Saison erlebt hätten, seien noch immer "vom Aufstieg geflasht". Aus Schusters Sicht sollten die alten Hasen die neuen Spieler mit dieser Euphorie anstecken: "Ich glaube, hier ist in kürzester Zeit etwas entstanden, was man weiter für sich nutzen sollte", sagt Schuster.

Damit der Trainer eine schlagkräftige Truppe auf den Platz schicken kann, wurde die Mannschaft bereits mit einigen namhaften Neuzugängen wie Andreas Luthe und Erik Durm verstärkt. Schuster zeigt sich mit den bisherigen Neuverpflichtungen bereits sehr zufrieden und ist überzeugt davon, dass sie dem FCK weiterhelfen werden. "Wir sehen auf der anderen Seite auch, dass in einer zentralen Achse sicher noch ein zwei Positionen mit noch mehr Qualität versehen werden könnten. Wir haben die Augen und Ohren ganz weit offen, aber wir werden nichts auf Teufel komm raus machen."

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