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Norbert Thines galt als der "Vater der FCK-Familie". Er prägte die erfolgreichste Zeit beim 1. FC Kaiserslautern nach Fritz Walter und gab dem Verein das Gesicht eines familiären Arbeiterklubs. Heute wird er in Kaiserslautern beigesetzt.

Norbert Thines war nicht nur FCK-Präsident, sondern auch Wohltäter und Ehrenbürger der Stadt Kaiserslautern. Mit seinem Engagement hat er die Stadt geprägt. Ihm zu Ehren wird am Mittwoch, 16. Juni, ab 15 Uhr eine Trauerfeier ausgerichtet.

Kaiserslautern

Abschied von einer FCK-Legende Trauerfeier für Norbert Thines in Kaiserslautern

Am Mittwoch fand die Trauerfeier für den ehemaligen Präsidenten des 1. FC Kaiserslautern, Norbert Thines, statt.  mehr...

Am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

1949 sah Thines als Neunjähriger auf einem Baum am Betzenberg den 1. FC Kaiserslautern zum ersten Mal live. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte seine Familie nicht genug Geld für Eintrittskarten. Damals dachte er nie daran, irgendwann Präsident beim FCK zu werden. Er feuerte seine Vorbilder Ottmar Walter, Fritz Walter und Werner Kohlmeyer bereits bei den ersten beiden Meistertiteln des FCK an. Um seinen Idolen ganz nah zu sein, hat er als kleiner Junge im Training die Bälle geholt.

Diese Nähe hat er sich 1977 zu Beginn seiner FCK-Karriere als Geschäftsführer zum persönlichen Merkmal gemacht. Direkt nach seinem Amtsantritt wandte er sich den Fans zu, er las als Erster im Vorstand ausgiebig die Briefe der Anhänger und gründete von der Eifel bis in die Schweiz fast 200 Fanklubs. An den Wochenenden renovierte er gemeinsam mit den Anhängern den Betzenberg.

20 Jahre lang im Ehrenamt

Die Fans nahmen sich die Worte von Thines sehr zu Herzen, denn er war einer von ihnen. Selbst glühender FCK-Fan, der 20 Jahre lang ehrenamtlich im Verein arbeitete und sich für keine Arbeit zu schade war. Als Verkaufsleiter einer großen Brauerei hatte er große Freiheiten im Beruf und füllte seine Freizeit mit dem 1. FC Kaiserslautern. Unter Thines war der FCK eine Familie. Er versuchte, jeden im Verein zu integrieren und kümmerte sich gerade um die auswärtigen Spieler fürsorglich.

Zusammenhalt als Schlüssel zum Erfolg

Gerne erinnern sich die Fans an den Wechsel des großen DDR-Talentes Lutz Eigendorf nach Kaiserslautern. Thines kümmerte sich um seine Verpflegung und nahm den von der Staatssicherheit verfolgten Spieler sogar in seiner eigenen Wohnung auf.

Die ausländischen Neuzugänge brachte er zu Sprachkursen, Fastnachtssitzungen oder Schlachtfesten. Immer getreu seinem Motto: "Beim FCK ist niemand allein." Für die gute Atmosphäre verbrachte Thines in seiner Freizeit viel Zeit mit den Spielern, damit die Mannschaft auch auf dem Platz zusammenhält.  

Seine erfolgreichste Zeit

Sein Aufwand zahlte sich Ende der 1980er Jahre aus als Thines Präsident des Vereins wurde. Unter seiner Führung gewann der 1. FC Kaiserslautern 1990 zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte den DFB-Pokal und wurde ein Jahr später überraschend Deutscher Meister.  Neben den großen Erfolgen erlebte Thines auch den ersten Abstieg des Vereins aus der Bundesliga 1996 mit. Er wurde dafür verantwortlich gemacht und trat tief verletzt als Präsident zurück.

Nach seiner FCK-Karriere war er 17 Jahre lang Vorsitzender der Organisation "alt - arm - allein", um Menschen in Not zu helfen. Schon während seiner Zeit als FCK-Präsident setzte er sich für Bedürftige ein. Er organisierte 25 Hilfstransporte nach Osteuropa und brachte den Menschen dort Lebensmittel, Medikamente oder half ihnen, Krankenhäuser zu restaurieren. Das Gemeinwohl seiner Mitmenschen lag ihm immer sehr am Herzen.

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Auch während seiner gemeinnützigen Hilfseinsätze blieb er den Roten Teufeln treu. Er versuchte nach seiner Karriere als Funktionär, den Verein weiterhin so gut wie möglich zu unterstützen und sammelte noch im hohen Alter Spenden für seinen FCK. Am 7. Juni 2021 ist Norbert Thines gegangen. Der "Vater der FCK-Familie" ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

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