FCK-Neuzugang Lex-Tyger Lobinger im Trainingslager (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Thomas Hilmes)

Fußball | 2. Bundesliga

FCK-Neuzugang Lex Tyger Lobinger: Klare Worte, große Ziele

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Johann Schicklinski
INTERVIEW
Marius Zimmermann

Lex Tyger Lobinger ist der große Unbekannte unter den Neuzugängen des 1. FC Kaiserslautern. In der Vorbereitung des Zweitliga-Aufsteigers spielte sich der 23-Jährige in den Vordergrund. Was ist von dem Offensivspieler zu erwarten?

Mit Rechtsverteidiger Erik Durm (Eintracht Frankfurt) hat der 1. FC Kaiserslautern einen Weltmeister von 2014 verpflichtet, mit Andreas Luthe (Union Berlin) einen langjährigen Stammkeeper aus der Bundesliga. Angreifer Ben Zolinski hat in Aue und Paderborn bewiesen, dass er in der 2. Liga weiß, wo das Tor steht. Innenverteidiger Lars Bünning (SV Meppen) und Torhüter Julian Krahl (Viktoria Berlin) haben indes ihre Tauglichkeit in der 3. Liga nachgewiesen.

Nach der Verpflichtung von Lex Tyger Lobinger dürften indes viele FCK-Fans die Frage gestellt haben: Wer kommt da bitte? Der Neuzugang lief zwar zuletzt für Fortuna Düsseldorf auf, hat aber im Profifußball noch keine nennenswerten Spuren hinterlassen. Zwar durfte er für die Rheinländer insgesamt elf mal in der 2. Liga ran, aber eigentlich ist er trotz seiner 23 Jahre bisher ein Regionalligaspieler. Insgesamt 89 Einsätze in der vierten deutschen Liga hat der Angreifer vorzuweisen, dabei gelangen ihm 23 Treffer. Jetzt hofft der Sohn vom ehemaligen Stabhochspringer Tim Lobinger auf den Durchbruch im Profifußball - bei den Roten Teufeln.

Doppelpack bei FCK-Premiere

Und das ist zu spüren. Lex-Tyger Lobinger fällt in der Vorbereitung beim FCK auf - und das liegt nicht nur an seiner Größe von 1,92 Metern. Und auch nicht nur an seinem ersten Auftritt im Trikot der Pfälzer kurz nach seiner Verpflichtung, als dem 23-Jährigen gegen Unterhaching beim 3:0-Erfolg Lauterns sein erster Treffer gelang. Nein, es liegt an seinem Auftreten. Selbstbewusst, dynamisch, zweikampf- und abschlussstark - so agiert Lobinger bislang bei den Roten Teufeln.

"Müssen zeigen, dass wir Bock auf die Liga haben"

Dazu kommen klare Worte. "Ich bin hierher gekommen, um mich sportlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig auch menschlich den nächsten Schritt zu gehen. Ich will mit der Mannschaft und der Stadt den größtmöglichen Erfolg feiern", sagte Lobinger im Gespräch mit SWR Sport.

Das maximal Mögliche wäre in der 2. Liga der Aufstieg. "Das wäre natürlich sensationell, so Lobinger mit einem Lachen. "Schöner geht's ja nicht." Dann relativiert der Neue: "Das muss man dann schauen, es wäre natürlich klasse. Aber letztendlich ist jedes Spiel wichtig." Ob es ein Erfolgsrezept für den Aufsteiger gibt? "Wir müssen zeigen, dass wir Bock auf die Liga haben", so Lobinger. "Wenn wir das zeigen, was in uns steckt, dann geht, glaub' ich, eine Menge."

Lobinger: "Konkurrenz spornt mich an"

Starke Worte! Ebenso selbstbewusst geht Lobinger die Konkurrenz-Situation im Angriff des FCK an. Mitverantwortlich für die breite Brust dürften auch die beiden Tore bei der Generalprobe der Roten Teufel gegen den belgischen Erstligisten KAS Eupen (4:1) gewesen sein.

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"Starke Konkurrenz spornt mich an. Das braucht man in dem Geschäft, um sich nicht auszuruhen, sondern an sein Maximum zu gehen und weiter an sich zu arbeiten", sagte Lobinger zu seinen Stammelf-Ambitionen. Der Kampf um die Plätze mit hochkarätigen Angreifern wie Terrence Boyd, Daniel Hanslik oder Kenny Prince Redondo sei normal bei einem Klub wie dem FCK. Möglicherweise kommt Lobinger dabei entgegen, dass er sowohl im Sturmzentrum als auch auf den Außenbahnen spielen kann.

Team beim FCK funktioniert

Trotz der brisanten Duelle um die Nominierungen in der Anfangsformation für den Zweitliga-Auftakt gegen Hannover 96 (Freitag, 20:30 Uhr) sei es vor allem ein mit- und kein gegeneinander, so Lobinger weiter. "Wir verstehen uns super, deshalb ist das alles nicht negativ, sondern positiv zu sehen."

Lex-Tyger Lobinger (Foto: IMAGO, Eibner)
Lex-Tyger Lobinger kommt vom Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Der 23 Jahre alte Sohn des früheren Weltklasse-Stabhochspringers wurde in der 2. Bundesliga elf Mal eingesetzt. Zudem kam der Offensivspieler für Fortunas U23 auf 63 Einsätze und 20 Tore in der Regionalliga West. Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Aktuellster Neuzugang beim 1. FCK: Erik Durm. Der Weltmeister von 2014 kommt von Eintracht Frankfurt in die Pfalz. Vergangene Saison hatte der 30-jährige insgesamt nur sieben Einsätze in der Bundesliga. Dennoch bringt er sehr viel Erfahrung und Qualität mit auf den Betzenberg und ist zudem auf allen Positionen auf der Außenbahn einsetzbar. imago images/Kessler-Sportfotografie Bild in Detailansicht öffnen
Mit Andreas Luthe steht von nun an ein Bundesliga-Spieler zwischen den Pfosten beim 1. FC Kaiserslautern. Der 35-Jährige kommt von Union Berlin und bringt einiges an Erfahrung mit in die Pfalz. Der Keeper hatte mit Trainer Dirk Schuster bereits beim FC Augsburg zusammengearbeitet, der den Kontakt nun erfolgreich aufgefrischt hat. IMAGO/Passion2Press Bild in Detailansicht öffnen
Der zweite FCK-Neuzugang Ben Zolinski bringt Zweitligaerfahrung und Offensivkraft mit. Zuletzt lief Zolinski für Erzgebirge Aue auf. Davor war er vier Jahre in Paderborn und erlebte dort ein Auf und Ab: Von einem Fast-Abstieg aus der 3. Liga, bis hinzu dem Aufstieg in die Bundesliga. Zolinski ist vielseitig einsetzbar, kann rechts, aber auch links spielen und bietet dem FCK viele Möglichkeiten. IMAGO/Picture Point Bild in Detailansicht öffnen
Innenverteidiger Lars Bünning wechselt vom SV Meppen in die Pfalz. Auch wenn er bisher nur in der 3. Liga bekannt ist, hat er beim FCK großes Potenzial zur Weiterentwicklung. IMAGO/Werner Scholz Bild in Detailansicht öffnen
Mit Julian Krahl hat ein weiterer Torwart bei den Roten Teufel unterschrieben. Erst vergangene Spielzeit hat der 22-jährige sein Debüt in der 3. Liga bei Viktoria Berlin gegeben und danach 26-mal das Tor gehütet. Auf dem Betzenberg möchte er die nächsten Schritte seiner Entwicklung gehen. IMAGO/osnapix Bild in Detailansicht öffnen
Zu den ersten Abgängen gehörte Fan-Liebling Matheo Raab. Der Keeper wird in der kommenden Saison beim Hamburger SV unter Vertrag stehen. Der 23-Jährige absolvierte insgesamt 34 Drittliga-Spiele beim FCK und blieb dabei 16-mal ohne Gegentor. Er gehörte letzte Saison zu den unumstrittenen Leistungsträgern. IMAGO/Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
Alexander Winkler wäre gerne am Betzenberg geblieben, doch sein auslaufender Vetrag wurde nicht verlängert. Das obwohl er mit 27 Einsätzen einen nicht unerheblichen Anteil an der starken Defensivbilanz hatte. Winkler wechselte 2020 von der Spielvereinigung Unterhaching in die Pfalz und spielte somit zwei Jahre für Kaiserslautern. IMAGO / Passion2Press Bild in Detailansicht öffnen
Als bisher dritter Abgang wurde Elias Huth bestätigt. Der 25-jährige war zuletzt an den Halleschen FC ausgeliehen und wird in der neuen Saison für den Drittligisten Erzgebirge Aue auflaufen. Huth absolvierte für die Roten Teufel insgesamt 76 Drittliga-Partien, wobei er sieben Tore erzielte. imago images/Fotostand Bild in Detailansicht öffnen
Zudem wird der Vertrag von Lucas Röser nicht verlängert. Nachdem er vergangene Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses ausgefallen ist, muss er nun den FCK verlassen. Der Angreifer sei mit so einer schweren Verletzung in der 2. Liga nicht tragbar. imago images/Fotostand Bild in Detailansicht öffnen
Auch von Anil Gözütok hat sich der 1. FCK verabschiedet. Der Mittelfeldspieler hat keinen neuen Arbeitsvertrag erhalten. imago images/Fotostand Bild in Detailansicht öffnen

Er sei in ein funktionierendes Team gekommen, so der Offensivspieler weiter. Gerade nach dem Aufstieg in der Relegation gegen Dynamo Dresden seien alle beim FCK eng zusammengerückt. "Das merkt man schon, dass der Kern fest zusammengeblieben ist und zuvor etwas Sensationelles erreicht hat", sagte er. Trotzdem - oder gerade deshalb - hätten sich er und die anderen Neuzugänge schnell akklimatisiert. "Ich wurde hier super aufgenommen. Es herrscht einfach eine tolle Stimmung in der Kabine."

Und jetzt lautet das Ziel, diese Stimmung auch aufs Feld und dann über die entsprechende Leistung auf die Ränge zu übertragen. Der Funke soll am glimmen gehalten werden - und dann überspringen. Hannover 96, gegen das am Freitag fast 50.000 Fans erwartet werden, soll das zu spüren bekommen. Und die anderen 16 Kontrahenten in der 2. Liga auch.

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"Ich bin nicht hier, um rumzupimmeln!"

Damit am Ende der Klassenerhalt steht. Der dürfte um einiges realistischer sein als der abermalige Aufstieg, würde aber wohl ebenso gefeiert werden. Lobinger will seinen Teil mit maximalem Einsatz dazu beitragen. Oder, wie er es formuliert: "Ich bin nicht hier, um rumzupimmeln!" Er ist halt ein Freund klarer Worte - und großer Ziele....

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