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Aufgrund der Corona-Krise könnte der 1. FC Kaiserslautern in die geplante Insolvenz gehen. Der Weg für den FCK und weitere kriselnde Klubs zu einer Insolvenz ohne sportliche Folgen ist frei.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gab am Freitag ein Maßnahmenpaket bekannt, wonach ein in Not geratener Verein der 3. Liga, der Regionalliga oder der höchsten beiden Frauenligen im Falle eines Insolvenzverfahrens zumindest in dieser Saison keinen Punktabzug fürchten muss. Wird das Verfahren in der kommenden Saison eröffnet, werden zudem nur drei Punkte (zwei bei den Frauen) abgezogen.

Würde der FCK nun Insolvenz anmelden, dann wäre das eine sogenannte "Planinsolvenz". Für die Roten Teufel ein legaler wie gangbarer Weg aus der Schuldenkrise. FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt würde im Amt bleiben, bekäme aber einen Insolvenzverwalter beratend an die Seite gestellt. Die Spielerverträge würden bestehen bleiben, Schulden könnten in Verhandlungen mit Gläubigern beseitigt werden.

Der FCK könnte schuldenfrei ins Aufstiegsrennen gehen

Konkret heißt das: Der 1. FC Kaiserslautern könnte seine Mannschaft behalten und in der neuen Drittliga-Saison nahezu schuldenfrei ins Aufstiegsrennen gehen. Nach dem insolvenzbedingten Schuldenschnitt würden die Chancen sicher deutlich besser stehen, neue Investoren zu finden.

Eine ähnliche Entscheidung hatte bereits die Deutsche Fußball Liga (DFL) wegen der Coronakrise und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen unter der Woche für den Profibereich getroffen. Zudem ist es nun möglich, aufgrund der Verschiebungen, zeitliche Veränderungen für das Ende der Spielzeit 2019/2020 und den Beginn der Saison 2020/2021 vorzunehmen.

Laufende Saison kann in allen Spielklassen über den 30. Juni hinaus verlängert werden

Der Grundsatz, dass ein Spieljahr zum 1. Juli eines Jahres beginnt und zum 30. Juni des folgenden Jahres endet, ist für die nächsten 15 Monate aufgehoben. Der für die Amateure zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch meinte: "Das bedeutet, die laufende Saison kann, sofern nötig und kein Abbruch gewollt ist, in allen Spielklassen über den 30. Juni 2020 hinaus verlängert und das Spieljahr 2020/2021 zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden oder notfalls sogar ganz oder teilweise entfallen."

Der für den Spielbetrieb zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth sprach nach dem Beschluss des DFB-Vorstands von zwei Zielen. "Zum einen ging es um größtmögliche Flexibilität in der aktuellen Krisensituation, zum anderen um Erleichterungen für die Vereine. Damit ist eine gute Grundlage geschaffen, um die nächsten Herausforderungen in dieser besonderen Zeit anzugehen."

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