Felix Götze beim Kopfball-Duell (Foto: imago images, Imago/Fotografie73)

Nach erneuter Kopfverletzung

Spielt Felix Götze demnächst mit Helm?

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Binnen weniger Monate hat sich FCK-Profi Felix Götze zweimal eine Kopfverletzung zugezogen. Jetzt stellt sich die Frage, wie er sich besser schützen kann.

Es war ein Schreckmoment, der schon beim Zuschauen schmerzte. Felix Götze prallte beim Drittligaspiel am vergangenen Montag gegen den MSV Duisburg (1:1) mit Rolf Feltscher zusammen und blieb regungslos liegen. Nach einer Nacht im Krankenhaus folgte die Entwarnung. Es war "nur" eine Gehirnerschütterung. Befürchtungen nach einer erneuten Verletzung wie im vergangenen August, als er sich einen Haarriss im Schädel zugezogen hatte, bestätigten sich nicht.

Helm-Frage noch nicht entschieden

Trotzdem stellt sich die Frage, wie sich nicht nur Felix Götze, sondern Fußballer generell vor solchen Kopfverletzungen schützen können. Die Bild-Zeitung schreibt, dass Götze nach seiner Genesung erstmal mit einem Helm spielen wird. In der Pressestelle des 1. FC Kaiserslautern wollte man das nicht bestätigen. "Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wird momentan aus medizinischer Sicht entschieden, wie die weitere Rehabilitation von Felix Götze ablaufen wird. Welche Maßnahmen dabei genau ergriffen werden, ist noch nicht entschieden", so die Auskunft des Vereins gegenüber SWR Sport.

Prominente Vorbilder mit Helm

Vorbilder von Profis, die mit Helm auf dem Platz standen, gibt es schon. Der frühere Chelsea-Torhüter Petr Czech ist ein prominentes Beispiel. Insgesamt wird dem Thema Kopfverletzungen im Fußball immer mehr Bedeutung zugesprochen. Erst gestern gab es den nächsten Fall beim DFB-Pokal-Spiel Nürnberg gegen den Hamburger SV. Im Luftduell krachten der Nürnberger Tom Krauß und Miro Muheim vom HSV zusammen. Krauß sank hart getroffen sofort zu Boden, Muheim hielt sich die Stirn.

Gehirnerschütterungen keine Bagatellen

Ärzte sind zunehmend alarmiert. "Gehirnerschütterungen sind keine Bagatelle", sagt DFB-Mannschaftsarzt Tim Meyer. "Wer mit einer Gehirnerschütterung weiterspielt, riskiert eine Beeinträchtigung der Hirnfunktion. Außerdem existieren Hinweise, dass bei zu früher Rückkehr auf den Platz weitere Verletzungen drohen, weil die fußballspezifische Koordination eingeschränkt sein kann", so die neueren Erkenntnisse zu diesem Thema.

Petr Čech im Spiel für den FC Chelsea (Foto: imago images, PRIME Media Images)
Er ist der wohl bekannteste Fußballspieler mit Schutzhelm: Petr Čech. Der Helm wurde nach seinem Schädelbasisbruch zum Markenzeichen des einstigen Weltklasse-Torhüters. Seit er seine aktive Karriere als Fußballspieler beendet hat, arbeitet er als technischer Berater für den FC Chelsea. PRIME Media Images Bild in Detailansicht öffnen
Er trug ihn lange und plädierte sogar eine gewisse Zeit dafür, ihn als präventives Mittel in der Bundesliga einzuführen. Klaus Gjasulas Begleiter war seit seinem Jochbogen-Bruch 2013 ein Schutzhelm, den er während seiner Spiele trug. Dieses Jahr im August spielte er zum ersten Mal seit acht Jahren wieder ohne sein Markenzeichen: "Ich wollte einfach einen Cut machen, wieder bei null anfangen, hier in Darmstadt ein neues Kapitel beginnen, den alten und neuen Klaus Gjasula präsentieren", sagt der 31-jährige, der vor einigen Jahren auch beim SV Waldhof und den Stuttgarter Kickers spielte. MIS Bild in Detailansicht öffnen
Nachdem Damian Roßbach im Jahr 2017 mit Mitspieler Max Jansen zusammenprallte, erlitt der damalige Sandhäuser einen Schädelbruch. Seitdem hat er Titanplatten und Schrauben in den Schädelknochen. Ein weiterer schwerer Schlag oder Stoß könnte für den 28-Jährigen schlimme Verletzungsfolgen nach sich ziehen. Der Helm schützt Damian Roßbach an den kritischen Stellen am Kopf. Zink Bild in Detailansicht öffnen
In einem Ligaspiel im November 2020 prallte Raul Jimenez mit Arsenal-London-Verteidiger David Luiz zusammen und kam mit einem Schädelbruch ins Krankenhaus. Dank der schnellen Reaktion der Ärzte überlebte der Mexikaner. Seit seiner Rückkehr im Juli dieses Jahres trägt Jimenez immer einen Helm im Spiel. PA Images Bild in Detailansicht öffnen

Prävention wird immer wichtiger

Auch die Regelhüter des Fußballs befassen sich längst mit dem Crash und dem Kopf. So stand beim International Football Association Board (Ifab) auch eine Studie über Gehirnerschütterungen im Fußball auf der Tagesordnung. Die entscheidende Frage ist, wie Kopfverletzungen verhindert werden können. Bisher kommt die Einsicht meist erst hinterher, wie im Fall von Felix Götze.

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