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Trainer Marco Antwerpen hat die schlechteste Saison in der Vereinsgeschichte des FCK versöhnlich beendet. In unserem Podcast "Nur der FCK" blickt er auf turbulente Wochen zurück.

Marco Antwerpen ist die Erleichterung deutlich anzumerken. Der harte Abstiegskampf in den vergangenen Wochen haben ihn und sein Team viel Kraft und Nerven gekostet. Nach dem Klassenerhalt einen Spieltag vor dem Ende der Saison, sind nicht nur den Fans, sondern auch Marco Antwerpen und seinen Spielern einige Steine vom Herzen gefallen.

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Zwar lässt sich nicht bestreiten, dass die abgelaufene Saison die schlechteste in der Geschichte der Roten Teufel war. Allerdings lässt sich auch nicht bestreiten, dass die Mannschaft unter der Führung von Antwerpen den berühmten Bock umgestoßen und sich den Klassenerhalt durch gute Leistungen verdient hat.

FCK-Fans waren entscheidender Faktor

Das lag nicht nur an den Spielern, sondern auch an den Fans. Obwohl die ja wegen Corona nicht ins Stadion durften. "Wir haben eine unglaublich gute Unterstützung von den Fans erfahren, das hat uns in vielen Situationen getragen. Das war ein entscheidender Faktor", bedankt sich Marco Antwerpen in der neuen Folge von "Nur der FCK", dem SWR Sport Podcast.

Hier geht es lang: FCK Coach Marco Antwerpen schafft den Klassenerhalt. (Foto: Imago, Imago/ Dünhölter SportPresseFoto)
Hier geht es lang: Marco Antwerpen hat mit dem FCK den Klassenerhalt geschafft. Imago Imago/ Dünhölter SportPresseFoto

Zum Aufschwung in der Rückrunde entscheidend beigetragen haben aber auch die richtigen Personalentscheidungen. Die in der Winterpause verpflichteten Leihspieler wie Jean Zimmer, Felix Götze oder Marvin Senger haben unter Antwerpen voll eingeschlagen. Dass der Coach sie gerne auf dem Betze halten würde, ist natürlich längst kein Geheimnis mehr. Doch das liegt nicht alleine an ihm und den Spielern, sondern vor allem auch an den Vereinen, von denen die Leistungsträger ausgeliehen waren.

Marvin Pouré - treffsicherer Stürmer, schwieriger Charakter?

Anders verhält es sich im Fall von Marvin Pourié. Immer wieder kam es mit dem bulligen Stürmer zu Unstimmigkeiten, zweimal wurde er sogar für ein Spiel suspendiert. Zwar hat der Stürmer unzählige Chancen nicht genutzt, trotzdem ist er mit 10 Toren der treffsicherste Rote Teufel der abgelaufenen Saison. Der FCK besitzt in seinem Fall eine Kaufoption.

Marco Antwerpen scheint zwar kein Problem damit zu haben, wenn ein Spieler seine Meinung sagt. Ein klares Bekenntnis zu Pourié vermeidet er allerdings und lässt dessen Zukunft offen:

"Ich mag es sogar, wenn schwierige Charaktere in der Mannschaft sind.

"Aber solche Dinge müssen auch im Rahmen bleiben. Wir müssen jetzt bewerten, ob das im Sinne einer Mannschaft ist. Dann müssen wir sehen, ob das noch weiter Sinn macht", so Antwerpen weiter. Klingt eher nach Abschied. In einem Post auf Instagram bestreitet Pourié indes, dass es mit ihm Probleme aus disziplinarischen Gründen gegeben habe.

Antwerpen fordert mehr Disziplin

Die Planungen für den Kader der kommenden Saison laufen, in enger Abstimmung mit Sportvorstand Thomas Hengen, auf Hochtouren. Marco Antwerpen ist fest davon überzeugt, dass der FCK, trotz der sportlichen Talfahrt der vergangenen Jahre, selbstbewusst auf dem Transfermarkt auftreten kann: "Ich glaube eher, dass wir mit dem Verein noch eine richtige Nummer sind. Da machen wir uns nicht klein. Wir sind ein Ziel für gute Spieler und dementsprechend werden wir auch gute Spieler hier hin holen."

Letzter Platz in der Fairness-Tabelle

Neben dem Kader gibt es aber auch noch weitere Baustellen auf dem Betzenberg. 88 gelbe, vier gelb-rote und vier rote Karten bedeuten für den FCK den letzten Platz in der sogenannten Fairness-Tabelle. Zu oft mussten die Roten Teufel ein Spiel in Unterzahl beenden oder sammelten unnötige gelbe Karten ein. Auch daran will und muss Antwerpen arbeiten. Er fordert in der kommenden Saison ein besseres Zweikampfverhalten und weniger Disziplinlosigkeiten von seinen Jungs auf dem Platz.

Antwerpen fühlt sich beim FCK sehr wohl

Wer einen Blick auf Marco Antwerpens bisherige Trainerstationen wirft, kommt zwangsläufig zu dem Schluss, dass sein persönliches Ziel nicht die 3. Liga sein kann. Der Trainer gibt im Gespräch auch offen zu, dass er in der Vergangenheit sicher immer in die höheren Ligen geschielt hat. Mit Braunschweig gelang ihm der Aufstieg in die 2. Liga, anschließend lief sein Vertrag aus. Bei den Würzburger Kickers kam es zu einem äußerst kurzen Intermezzo: "Als ich in Würzburg war, hatte ich vier Tage eine Wohnung und konnte danach wieder ausziehen. Gott sei Dank bin ich aus dem Mietvertrag wieder raus gekommen."

Vom Hotel in die Wohnung

Bislang lebt Antwerpen in Kaiserslautern im Hotel. Doch ab Juli möchte er eine Wohnung beziehen. Einen längeren Verbleib beim FCK könnte er sich sehr gut vorstellen: "Ich habe fünf Spiele in der zweiten Liga trainiert und das hat mich nicht wesentlich glücklicher gemacht. Es geht auch darum, dass man als Trainer eine gewisse Wertschätzung in einem Verein bekommt. Das merke ich hier sehr extrem und dementsprechend fühle ich mich hier sehr wohl."

Saisonziel: Kein Saisonziel ausgeben!

Wie lange die Zusammenarbeit von Marco Antwerpen und dem FCK geht und vor allem, wie erfolgreich sie wird, lässt sich natürlich nur schwer vorhersagen. Auch Antwerpen selbst ist kein Freund von Prognosen oder zu hoch gesteckten Saisonzielen. Mit Blick auf die kommende Saison gibt er sich bescheiden: "Ich möchte am ersten Spieltag das erste Spiel gewinnen und gut in die Saison starten."

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