Zweikampfstarker FCK Vorbereiter: Mittelfeldspieler Marlon Ritter (re), hier im Zweikampf mit dem Heidenheimer und früheren Kaiserslauterer Florian Pick (Foto: IMAGO, Imago/ Passion2Press)

Fußball | 2. Bundesliga

FCK-Stratege Marlon Ritter: "Am liebsten würde ich so spielen, als ob ich auf dem Bolzplatz bin!"

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Sebastian Zobel
Bild von Sebastian Zobel, Redakteur im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)
Stefan Kersthold

Marlon Ritter gehört zu den absoluten Leistungsträgern beim 1. FC Kaiserslautern. Wie der Mittelfeldstratege sein Spiel auf ein neues Level gehoben hat, verrät er im SWR Sport Podcast "Nur der FCK".

Zwischen Genie und Wahnsinn - diese Aussage beschreibt das Spiel von Marlon Ritter sehr gut. In der neuen Ausgabe des SWR Sport Podcasts "Nur der FCK" sagt der feine Techniker selbst dazu: "Das ist so ein bisschen mein Spiel, dass ich manchmal Sachen mache, wo man denkt, was macht der da."

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So ging es einigen FCK-Fans auch beim Unentschieden ihrer Roten Teufel in Heidenheim. Mit einem hohen Rückpass zwang Ritter Torwart Andreas Luthe dazu, aus seinem Kasten dem Ball entgegen zu stürmen. Dabei kam Luthe zu spät, erwischte statt Ball nur seinen Gegenspieler, flog mit Rot vom Platz und verursachte einen Freistoß, der im Anschluss zum 2:1 für Heidenheim führte. "Das ist natürlich ein sehr schlechter Rückpass, der einfach viel zu hoch war", gibt Ritter zu. "Damit habe ich dem Andi keinen Gefallen getan. Das passiert ab und zu mal, aber dürfte nicht häufiger vorkommen."

Marlon Ritter, der Bolzplatzkicker vom Betze

Seinen Fehler hat Ritter im Anschluss allerdings durch eine feine Vorarbeit zum 2:2 von Terrence Boyd wieder gut gemacht. In dieser Szene hat man mal wieder gesehen, wie gut der Mittelfeldmann kicken kann. Seine Spielphilospophie beschreibt Ritter selbst so: "Am liebsten würde ich einfach so spielen, als ob ich auf dem Bolzplatz bin! Ich glaube, so macht mir Fußball am meisten Spaß. Aber heutzutage gehört im Fußball auch dazu, dass man arbeiten muss. Das habe ich auch langsam verstanden. Von daher gehe ich ins Spiel und will den Gegner nerven und wenn wir den Ball haben versuchen, die Jungs in Szene zu setzen. Und wenn es passt, würde ich auch gerne mal ein Tor schießen."

In der Liga hat das bisher noch nicht geklappt, im DFB-Pokal dafür umso beeindruckender, als Ritter aus gut 50 Metern gegen den SC Freiburg einnetzte.

Marlon Ritter arbeitet auch in der Defensive mit

Auffällig an Ritters Spiel ist außerdem, das er deutlich öfter als früher den Weg mit zurück vors eigene Tor macht und dabei hilft, den Kasten zu verteidigen. Eine geschlossene Defensivleistung ist für den FCK mittlerweile der absolute Anspruch. "Ich glaube, das haben wir jetzt alle verstanden. Das Spiel gegen Mannheim letztes Jahr mit zwei Mann weniger hat uns gezeigt, was man erreichen kann, wenn jeder verteidigen will. Seitdem versuchen wir, das jedes Spiel umzusetzen."

Trash Talker Marlon Ritter

Marlon Ritter betreibt sein Spiel nicht nur mit den Füßen, sondern auch mit dem Mund. Wer darauf achtet, stellt ziemlich schnell fest, dass er gerne mal den einen oder anderen Spruch mit seinen Gegenspielern austauscht: "Ich versuche, den Gegner ein bisschen aus seinem Spiel rauszuholen. Da fallen bestimmt auch mal ein paar Worte, die man nicht erwähnen muss, aber ich glaube, das gehört einfach im Fußball dazu mittlerweile. Und ich habe einfach Spaß daran."

Marlon Ritters Durchbruch beim SC Paderborn

Marlon Ritter ist ein Kind des Ruhrgebiets. Geboren in Essen ging es in der Jugend über den FC Schalke 04, die Essener SG und Rot-Weiss Essen zur U19 von Borussia Mönchengladbach. Zwar zeigte Ritter bei der zweiten Mannschaft der Fohlen starke Leistungen und wurde sogar Torschützenkönig in der Regionalliga. Doch da die Gladbacher zu dieser Zeit unter anderem Champions-League spielen, ist der Sprung zu den Profis zu groß. Ritter geht zu Fortuna Düsseldorf und macht dort seine ersten Zweitliga-Spiele. Allerdings kann er auch in Düsseldorf nicht richtig Fuß fassen und entscheidet sich für einen Wechsel zum SC Paderborn in die 3. Liga.

Wieder vereint im Studio: Die beiden Podcast-Moderatoren Sebastian Zobel und Stefan Kersthold. (Foto: SWR)
Wieder vereint im Studio: Die beiden Podcast-Moderatoren Sebastian Zobel und Stefan Kersthold.

Dort gelingt ihm dann endgültig der Durchbruch im Profifußball. Mit den Paderbornern und Kulttrainer Steffen Baumgart gelingt ihm der Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga. Im Oberhaus macht Ritter dann "nur noch" elf Spiele, bevor der erneute Wechsel in die 3. Liga folgt - diesmal zum FCK. Nach einer für alle enttäuschenden Saison schaffen Ritter und seine Kollegen mit einem starken Endspurt den Klassenerhalt. Im Jahr darauf folgt die gefeierte Rückkehr in die 2. Liga.

FCK-Fans sind mitverantwortlich für den Erfolg

Dass es für ihn und die Roten Teufel wieder so gut läuft, schreibt Ritter zu einem großen Teil auch den Fans zu: "In der Corona-Zeit hat man gesehen, was dem Verein und auch der Stadt gefehlt hat. Wenn ich jetzt sehe, dass bei den Heimspielen knapp 40.000 Zuschauer sind und bei den Auswärtsspielen mehr Auswärtsfans als Heimfans, dann ist das natürlich geil."

Nach neun Spielen steht der FCK als Aufsteiger mit 14 Punkten auf Platz 7 der Tabelle sehr gut da. Mit dem Saionstart können Fans und Mannschaft eigentlich sehr zufrieden sein. Doch Marlon Ritter betont: "Davon können wir uns am Ende nichts kaufen. Dresden ist letztes Jahr auch sehr gut gestartet und trotzdem abgestiegen."

Marlon Ritter: "FCK hat mit Spitzengruppe nichts zu tun"

Die vergangenen vier Spiele der Roten Teufel gingen alle unentschieden aus. In den meisten Fällen fehlte nicht viel, dass die Teufel aus dem Unentschieden einen Sieg machen. Dann stünde das Team von Trainer Dirk Schuster jetzt sogar in der Spitzengruppe der Liga. Doch davon will Marlon Ritter nichts wissen. "Ich glaube, damit haben wir nichts zu tun." Ein bisschen davon träumen dürften die FCK-Fans allerdings schon.

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