FCK Außenverteidiger Erik Durm vor der Westkurve auf dem Betzenberg (Foto: IMAGO, Imago, Jan Huebner)

Fußball | 2. Bundesliga

Als FCK-Neuzugang Erik Durm mit Miro Klose Boccia spielte

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Stefan Kersthold

Erik Durm ist zu Saisonbeginn in seine Heimat zurückgekehrt - zum 1. FC Kaiserslautern. Im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" erzählt er, was er an der Pfalz so schätzt, warum er Jürgen Klopp dankbar ist und dass Miroslav Klose sein Idol war.

Ende Juni präsentierte der 1. FC Kaiserslautern - für viele überraschend - Erik Durm als Neuzugang. Und bereits eine Sommervorbereitung, vier Liga- und ein DFB-Pokalspiel später sagt der 30-Jährige im SWR Sport Podcast "Nur der FCK": "Ich kann mir sehr gut vorstellen, beim FCK meine Karriere zu beenden."

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Natürlich hat diese Aussage auch etwas mit dem durchaus gelungenen Start der Roten Teufel in die Saison zu tun - als Aufsteiger mit sieben Punkte nach vier Spielen. Wobei es für Erik Durm sogar ein oder zwei Zähler mehr hätten sein können. Dabei bezieht sich Außenverteidiger auf den durchaus möglichen Sieg in Kiel und den späten Gegentreffer bei der Niederlage in Unterzahl gegen den SC Paderborn an. "Bei dem strammen Auftaktprogramm haben wir uns bisher sehr gut verkauft und gezeigt, dass wir kämpferisch in dieser Liga mithalten können", sagt Durm, der aber auch weiß: "Wir sind Aufsteiger und müssen demütig bleiben. Und dann müssen wir versuchen, so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke zu erreichen."

In der Heimat spielen kleinere Dinge größere Rollen

Warum sich Erik Durm ein Engagement in Kaiserslautern bis zum Karriereende vorstellen kann, hat aber nicht nur etwas mit der aktuellen sportlichen Situation auf dem Betzenberg zu tun. Geboren in Pirmasens und aufgewachsen in Rieschweiler, ist Erik ein Pfälzer Junge. Dort ist er zu Hause. Das war auch so, als er weg war. "Ich finde, die Menschen hier in der Pfalz sind sehr bodenständig und hilfsbereit. Man ist immer herzlich willkommen, man kennt sich und passt auf sich selbst und auf die anderen auf. Ich sage immer zu meiner Frau, die aus Dänemark kommt, 'hier ist die Welt noch in Ordnung, hier spielen kleinere Dinge größere Rollen'".

Großer Dank an Jürgen Klopp und David Wagner

Begonnen hat die Karriere von Erik Durm bei seinem Heimatverein SG Rieschweiler. "Der Traum war damals schon immer, für den FCK zu spielen. Ab und zu haben wir gegen die gekickt und immer auf die Mütze bekommen als kleiner Dorfverein", erinnert sich Durm an die eine oder andere Auseinandersetzung mit dem Traditionsklub in seiner Jugend. Der Weg in den Nachwuchs seines Lieblingsvereins war aber zunächst versperrt. "Es gab nie einen konkreten Kontakt zum FCK, nie eine Anfrage", was Erik Durm damals enttäuscht zur Kenntnis nahm. Mittlerweile schaut er ohne Groll auf diese Zeit zurück - auch deshalb, weil die Karriere dann beim 1. FC Saarbrücken startete und beim FSV Mainz 05 weiterging.

Wohlgemerkt als Stürmer, denn bis zu seinem Wechsel nach Dortmund war Durm für das Tore schießen und nicht für das Verhindern zuständig. Beim BVB spielte der Pfälzer zunächst in der von David Wagner trainierten zweiten Mannschaft in der 3. Liga. "Irgendwann kamen dann David und Jürgen Klopp und sagten, sie wollen mich zum Außenverteidiger umschulen. Ich habe direkt gesagt, das will ich machen. Dass es dann so gut funktionierte, war natürlich ein Traum. Da habe ich den beiden Trainern wirklich sehr viel zu verdanken."

Nach nur 19 Bundesligaspielen zur WM 2014 in Brasilien

Wie gut sich Erik Durm dann in der Bundesliga-Mannschaft der Dortmunder als Abwehrspieler entwickelte, war auch Bundestrainer Joachim Löw nicht entgangen. Nach 19 Spielen in der ersten Liga das erste Länderspiel, gleich in der Startelf, am 1.Juni 2014 gegen Kamerun. Und der Traum ging weiter: Erik Durm durfte mit zur WM nach Brasilien - und wurde Weltmeister. "So etwas erleben zu dürfen, war natürlich etwas ganz besonderes und bleibt unvergessen. Ich bin sehr stolz auf die Zeit; der Sommer 2014 war ein sehr schönes Erlebnis", sagt Durm, auch wenn er in den sieben Spielen bis zum Titelgewinn ohne Einsatz blieb.

Haben sich in Mainz auf die WM 2014 vorbereitet - die späteren Weltmeister (v.l.) Matthias Ginter, Erik Durm und Miroslav Klose  (Foto: IMAGO, Imago, Sven Simon)
Haben sich in Mainz auf die WM 2014 vorbereitet - die späteren Weltmeister (v.l.) Matthias Ginter, Erik Durm und Miroslav Klose Imago, Sven Simon

Erik Durm: Boccia mit Idol Miro Klose

Dafür durfte Erik Durm einige Wochen mit einem anderen Pfälzer verbringen, der in Brasilien sogar WM-Rekordtorschütze wurde. Miroslav Klose, der seine Jugend knapp 50 Kilometer weiter nördlich vorn Rieschweiler, in Blaubach verbrachte. "Er war mein Idol in der Jugend, er war auch 'Pälzer Bub' und wir haben auch über seine Zeit beim FCK gesprochen. Er hat geschwärmt von der Pfalz und dem Betzenberg." Höhepunkte im fernen Brasilien waren aber die Boccia-Duelle, meist von Miro eingeleitet mit den Worten 'Pälzer Bub, komm her, mir spiele bisje Boccia'. "Es war eine schöne Zeit, ich durfte seine Familie mit den Zwillingsjungs kennenlernen. Einer hat mit Miro, einer mit mir gespielt." Auch heute verfolgt Erik Durm noch den Weg von Miroslav Klose. "So jemanden kennengelernt zu haben, der so viel für Deutschland und den deutschen Fußball erreicht hat, das ist etwas ganz besonderes."

Alt werden in der Pfalz

Noch lebt Erik Durm von seiner Familie getrennt. Seine Frau und die beiden Kinder, die Tochter ist drei Jahre alt, der Sohn ein Jahr alt, blieben zunächst noch in Frankfurt, wo Durm in den letzten Jahren bei der Eintracht aktiv war. "Es war nicht ganz so einfach mit einem Kindergartenplatz hier in der Pfalz." Deshalb kommt die "Family" am Wochenende immer zu Besuch. "Und die ersten beiden Tage in der Woche pendle ich von Kaiserslautern nach Frankfurt, das ist auch machbar."

In absehbarer Zeit aber werden die Durms wieder vereint in Eriks Heimat sein. "Meine Frau hat als Dänin zwar noch das eine oder andere Problem mit dem Pfälzer Dialekt, aber es gefällt ihr sehr gut und irgendwann wird es so sein, dass wir hier unsere Kinder großziehen und alt werden wollen." Zuvor aber hat Erik Durm mit seinem Lieblingsklub FCK noch einiges vor: Wir haben eine sehr gute Truppe und einen sehr, sehr guten Teamspirit. Dazu noch die emotionalen Fans, die uns immer wieder anschieben. Deshalb bin ich guter Dinge, dass es eine sehr gute Saison für uns werden kann."

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Stefan Kersthold

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