FCK-Investor Giuseppe Nardi beim Interview im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)

Podcast | Nur der FCK

FCK-Investor Nardi: 20 Millionen Euro für den Aufstieg "möglichst schon in dieser Saison"

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Sebastian Zobel & Stefan Kersthold

Nach einem mehr als holprigen Saisonstart hat der FCK in die Spur gefunden und eine Siegesserie gestartet. Das freut auch die Gruppe regionaler Investoren um deren Sprecher Giuseppe Nardi. Sie will ihr Investment in die Roten Teufel deutlich erhöhen und möglichst bald aufsteigen.

"Ich kann es kaum glauben, dass es so eine überzeugende Wende im sportlichen Bereich gab. Bei den Investoren und dem ganzen Umfeld ist die Freude sehr groß. Es ist auch Erleichterung dabei, dass man doch nicht alles falsch gemacht hat in den letzten Monaten", sagt der sichtlich gut gelaunte FCK-Investor Giuseppe Nardi in der neuen Folge des SWR Sport Podcasts "Nur der FCK".

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Investor Nardi ist großer FCK-Fan

Dass es beim FCK mit zuletzt drei Siegen in Serie und vier Spielen ohne Niederlage und Gegentor sportlich bergauf geht, freut Nardi sehr. Er bezeichnet sich selbst nicht nur als Investor, sondern auch als großen FCK-Fan. Man müsse allerdings auch lernen, den Fan-Hut auszuziehen, wenn es um nüchterne Fakten gehe. Da sei es auch mal gut, das Ganze mit einer gewissen kaufmännischen Distanz zu betrachten.

Unterstützt mit einer Investorengruppe den 1.FC Kaiserslautern: Giuseppe Nardi, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Theiss Naturwaren GmbH (Foto: IMAGO, Imago/ BeckerBredel)
Unterstützt mit einer Investorengruppe den 1.FC Kasierslautern: Giuseppe Nardi, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Theiss Naturwaren GmbH. Imago/ BeckerBredel

Saar-Pfalz-Invest GmbH hält Anteile am FCK

Giuseppe Nardi ist Geschäftsführer der "Dr. Theiss Naturwaren GmbH" aus Homburg und Sprecher der regionalen Investorengruppe, die im vergangenen Jahr für etwa elf Millionen Euro Anteile am FCK erworben und ihm so eine bitter benötigte Finanzspritze verpasst hatte.

Seit Jahren präsent beim FCK

Dr. Theiss bzw. die Marke "Allgäuer Latschenkiefer" sind keine Unbekannten auf dem Betzenberg. Vor einigen Jahren prangte das grüne Logo schon einmal auf der Brust der Roten Teufel. Im Nachwuchsleistungsentrum riss das Engagement nie ab: "Ich war nie wirklich weg. Wir haben die Nachwuchsarbeit immer mit einem ordentlichen Betrag gefördert und waren immer in Kontakt mit den Leuten beim FCK. Dass wir wieder zurückkommen wollen, haben wir entschieden, als es sehr schlecht um den FCK stand. Da konnten wir uns nicht mehr zurückhalten", berichtet Nardi über die Beweggründe, beim FCK einzusteigen.

FCK hat Zeit gebraucht

Der Start in die Saison war alles andere als gut für die Roten Teufel. Doch mittlerweile scheint sich das Team gefangen zu haben und die PS, die der Spielerkader verspricht, auch auf die Straße bringen zu können. "Ich denke, dass die sportliche Führung und die Mannschaft ein bisschen Zeit gebraucht haben, um zueinander zu finden. Emotional aber auch sportlich", so Investor Nardi. "Das Trainer-Team hat meiner Meinung nach hervorragende Arbeit geleistet. Den Kopf nach den ersten Misserfolgen nicht in den Sand gesteckt, weiter daran geglaubt, es mit dem Spieler-Potential zu schaffen. Das ist vielleicht auch eine Lehre aus dieser Zeit, dass man Geduld braucht, für einen Neuanfang."

FCK-Trainer Antwerpen stand nicht zur Diskussion

Geduld ist das richtige Stichwort. Vor dem Derby gegen Waldhof Mannheim gab es das Gerücht, dass der Stuhl von Trainer Marco Antwerpen wackelt. Investor Nardi widerspricht: "Das stand nie zur Diskussion und wäre nicht fair gewesen. Marco Antwerpen hat in der Schlussphase der letzten Saison mit einigen schweren Spielen bewiesen, dass er es kann."

Die FCK Spieler feiern ihren 6:0 Auswärtserfolg beim TSV Havelse vor den mitgereisten Fans (Foto: IMAGO, Imago/ Kirchner-Media)
Die FCK-Spieler feiern ihren 6:0 Auswärtserfolg beim TSV Havelse vor den mitgereisten Fans Imago/ Kirchner-Media

Es sei zwar nicht optimal gelaufen, dennoch habe man "ein denkwürdiges Derby" gespielt. Der Einsatz der Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde alles gegeben habe, habe ihn gerührt: "Da hatte ich auch mal kurz Tränen in den Augen", so Nardi.

Insolvenz und Fast-Abstieg - FCK hat turbulente Zeiten erlebt

Man dürfe nicht vergessen, dass der FCK mit der Insolvenz und dem Fast-Abstieg turbulente Zeiten hinter sich hat. "Man sollte daraus lernen, nicht gleich in Hektik zu verfallen, sondern der sportlichen Führung die Zeit zu geben, die Dinge nochmal anzupacken", sagt Giuseppe Nardi.

"Wir möchten den Aufstieg schon möglichst in dieser Saison schaffen, vielleicht auch in der nächsten Saison."

FCK soll möglichst bald aufsteigen

Kein Geheimnis macht der Sprecher der Investoren daraus, dass die 3. Liga für einen Verein mit einer Kostenstruktur wie dem FCK auf Dauer keine besonders attraktive Liga ist. Dementsprechend soll der sportliche Erfolg auch bald folgen: "Wir wollen den Aufstieg schon zügig anpacken, auch aus kaufmännischen Gründen. Deshalb sind wir so mutig vorgeprescht und haben den bereits sehr großen Kader zum Beispiel um die Spieler Zimmer, Senger und Götze erweitert. Wir möchten den Aufstieg schon möglichst in dieser Saison schaffen, vielleicht auch in der nächsten Saison. Aber ich habe schon einmal von Aufstieg geredet und es ging unglaublich in die Hose."

"Es gibt ja eindeutig die 50+1-Regel. 50+1 bedeutet aber nicht, dass man nichts sagt."

Wie viel Mitspracherecht haben Investoren beim FCK?

Es bleibt die Frage, wie gewichtig das Wort der Investoren ist, sollte der sportliche Erfolg beim FCK ausbleiben. Können und werden die Investoren in das Geschehen auf dem Betzenberg eingreifen? Dazu sagt Nardi: "Es gibt ja eindeutig die 50+1-Regel. 50+1 bedeutet aber nicht, dass man nichts sagt." Und weiter: "Wenn wir begründete Zweifel hätten, weil wir sehen, die Ergebnisse stimmen nicht, dann könnten wir eine Diskussion anstoßen. Wir würden uns nicht anmaßen, ganz konkret über Trainer oder Verpflichtungen zu diskutieren. Das hatten wir auch nie im Sinn. Wenn wir uns so weit hinein begeben, verlieren wir auch die Distanz, die wir bewusst wahren."

Volles Vertrauen in Thomas Hengen im sportlichen Bereich

Man sei nicht angetreten, um die Dinge im sportlichen Bereich zu verändern. "Da setzen wir mehr darauf, dass wir mit Thomas Hengen einen guten Sportchef haben und dass wir ein gutes sportliches Team beim 1. FC Kaiserslautern etabliert haben."

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Sind FCK-Investoren offen für Ankerinvestor?

Immer wieder stellen sich vor allem die Fans die Frage, ob der viel zitierte Ankerinvestor noch kommt und ob die Gruppe der regionalen Investoren überhaupt offen dafür wäre. Giuseppe Nardi betont, dass die Investorengruppe zunächst selbst dazu bereit ist, mehr Geld in den FCK zu stecken: "Wenn es darauf ankäme, dass nochmal Kapital benötigt werden würde, wären wir auch bereit, das zu investieren." Man sei nicht angetreten, um kurzfristige Änderungen herbeizuführen und dann nach einer oder zwei Saisons wieder zu verkaufen oder zu verschwinden. "Wir wollen schon eine langfristige Perspektive beim FCK für uns entwickeln."

FCK ist immer auf der Suche nach Investoren

Man sei, gemeinsam mit der FCK-Geschäftsführung, ständig mit offenen Ohren unterwegs, um gute Investoren zu finden. Das sei nicht so einfach. "Wir kommen aus einer Insolvenz. Wenn man sich die Zahlen anschaut, ist da von Rendite noch lange nichts zu sehen. Man muss schon sehr an dieses Investment glauben." Es würden aber immer wieder Gespräche mit potentiellen Interessenten geführt.

Die Erfolgsserie geht weiter: der 1.FC Kaiserslautern feiert einen deutlichen Sieg beim TSV Havelse (Foto: IMAGO, Imago/ Kirchner Media)
Die Erfolgsserie geht weiter: der 1.FC Kaiserslautern feiert einen deutlichen Sieg beim TSV Havelse. Imago/ Kirchner Media

FCK ist offen für Ankerinvestor

Bei anderen Vereinen haben sich bereits Scheichs oder Ölkonzerne im großen Stil engagiert. Ein solcher Investor wäre nach Angaben von Nardi auch beim FCK denkbar - wenn alles passen würde und im Interesse des FCK wäre. Es müsse aber auch in die Struktur des FCK passen: "Wir sind ein Traditionsverein und wir sind unseren Mitgliedern verpflichtet."

Wie geht es mit dem Fritz-Walter-Stadion weiter?

Die Frage, wie erfolgreich der FCK in Zukunft sein kann, ist ganz eng mit der Frage verbunden, wie es für den FCK im Fritz-Walter-Stadion weitergeht. Der Betze verschlingt Jahr für Jahr Millionen an Pacht-, Unterhalts- und Betriebskosten. Ganz zu schweigen von den Zinsen, die die städtische Stadiongesellschaft weiterhin für den Stadion-Kredit zahlen muss. Giuseppe Nardi betont, wie sehr die Stadt Kaiserslautern den FCK immer wieder unterstützt. Dennoch ist es seiner Ansicht nach eine Mammutaufgabe für den FCK, auf dem Betzenberg zu spielen und wirtschaftlich sinnvoll zu arbeiten.

"Der Kostenblock, der ohne die Miete für das Betreiben des Stadions übrig ist, der ist natürlich enorm und eine enorme Belastung für den Verein und die sportlichen Aussichten. Alleine die Unterhalts- und Energiekosten sind schon im hohen siebenstelligen Bereich", erklärt Nardi.

Betzenberg (Foto: IMAGO, imago images/Jan Huebner)
Das Fritz-Walter-Stadion kostet den FCK und die Stadt Kaiserslautern jedes Jahr Millionen. imago images/Jan Huebner

Schrecken die Kosten für den Betze Investoren ab?

Das Fritz-Walter-Stadion und die von den Fans darin erzeugte, einzigartige Stimmung ist in den Augen von Giuseppe Nardi ein sehr großer Wert. Allerdings sei das Stadion auch etwas in die Jahre gekommen und die Betriebskosten sehr hoch. Das könne auch potentielle Investoren abschrecken.

Planen Investoren das Fritz-Walter-Stadion zu kaufen?

Die optimale Lösung für alle Beteiligten wäre zweifellos, dass das Stadion wieder in den Besitz des FCK zurückkehrt. Doch das ist laut Invesor Nardi Zukunftsmusik. Es sei zunächst darum gegangen, den FCK durch die Insolvenz zu führen und anschließend die Finanzierung von zwei Spielzeiten sicherzustellen. "Ich bitte um Verständnis, dass man jetzt nicht sagen kann, wir beschäftigen uns schon mit dem Stadion. Wir sehen unsere Aufgabe erstmal darin, für die Möglichkeit zu sorgen, dass sportlich höherklassig gespielt werden kann."

Und Nardi sagt weiter: "Die Stadionfrage ist eine Frage, die eng verbunden ist, mit der wirtschaftlichen Zukunft des 1. FC Kaiserslautern. Da kann ich Ihnen aber jetzt noch keine Perspektive nennen."

Was passiert mit Grundstücken auf dem Betzenberg?

Mit der Möglichkeit, weitere Flächen rund um das Stadion zu verkaufen oder zu bebauen, beschäftigen sich die Investoren nach Angaben von Nardi zurzeit überhaupt nicht. Man konzentriere sich nur auf die sportliche und kaufmännische Zukunft des FCK, alles andere sei Spekulation: "Wir sind nicht angetreten, um zu sagen, wir könnten noch ein Grundstück bebauen oder etwas erwerben."

Nachwuchsleistungszentrum wichtig für Entwicklung des FCK

Mit Blick auf eine sportlich erfolgreiche Zukunft betont Giuseppe Nardi, wie wichtig eine gute Arbeit im Nachwuchsleitsungszentrum (NLZ) für den FCK ist. Gute Nachwuchsspieler seien zum einen wichtig für die sportliche Entwicklung des FCK, zum anderen auch eine gute Möglichkeit, durch Verkäufe Geld zu verdienen.

FCK-Investoren stecken 400.000 Euro ins NLZ

Doch bevor das wieder in großem Stil möglich ist, muss zunöchst in die Strukturen des NLZ investtiert werden. Die Saar-Pfalz-Invest GmbH werde rund 400.000 Euro zur Verfügung stellen, um die Situation im NLZ "bescheiden" zu verbessern. Unter anderem sollen neue Container angeschafft werden.

"Wenn ich beziffern würde, was an Sponsoring, Investment und Zusatzleistungen schon versprochen ist, dann nähert sich dieser Betrag schon den 20 Millionen Euro."

Saar-Pfalz-Invest investiert 20 Millionen in FCK

Zusätzlich zu dem Geld für das NLZ haben die Investoren laut Nardi zu Beginn der Saison einen siebenstelligen Betrag zu Verfügung gestellt, um Spieler verpflichten zu können, die bislang nicht im Budget der Roten Teufel lagen.

Aktuell hält die Saar-Pfalz-Invest GmbH 33 Prozent der Anteile an der FCK-Kapitalgesellschaft. Zudem sei geplant, mit einer Kapitalerhöhung weiteres Geld in den FCK zu investieren, "um die kommende Saison zu finanzieren und dem e.V. zu helfen." "Wenn ich beziffern würde, was an Sponsoring, Investment und Zusatzleistungen schon versprochen ist, dann nähert sich dieser Betrag schon den 20 Millionen Euro", sagt FCK-Investor Giuseppe Nardi.

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