Trainer und Spieler des 1. FC Kaiserslautern schienen unmittelbar nach Abpfiff des Zweitliga-Topspiels gegen den SV Darmstadt 98 selbst nicht zu wissen, wie sie das 3:3-Endergebnis einordnen sollten. (Foto: IMAGO, Werner Schmitt)

Fußball | 2. Bundesliga

"Für mein Herz nicht so gesund": FCK zeigt gegen Darmstadt erneut Moral

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Johann Schicklinski

Nach einem spektakulären Match trennen sich der 1. FC Kaiserslautern und der SV Darmstadt 98 3:3 (0:1). Für FCK-Trainer Dirk Schuster ist das Glas nach dem Spiel "halbvoll".

Ein gewonnener Punkt oder zwei verlorene Zähler? Trainer und Spieler des 1. FC Kaiserslautern schienen unmittelbar nach Abpfiff des Zweitliga-Topspiels gegen den SV Darmstadt 98 selbst nicht zu wissen, wie sie das 3:3-Endergebnis einordnen sollten.

Turbulente Schlussviertelstunde

Denn lange Zeit hatte es nach einem gebrauchten Tag für die Roten Teufel ausgesehen. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff waren die Gäste in Führung gegangen, als Tobias Kempe einen Foulelfmeter verwandelte (45. Minute +2). Philipp Tietz traf vier Minuten nach Wiederbeginn zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Lilien. Eine Viertelstunde vor dem Ende überschlugen sich dann die Ereignisse. Erst traf Kenny Prince Redondo per Kopf zum 1:2 (74.), zwei Minuten später glich Mike Wunderlich per Foulelfmeter zum 2:2 aus. Kurz vor dem Abpfiff ließ Redondo dann das Stadion beben, als er einen Konter zum 3:2 vollendete, doch Aaron Seydel sorgte für Darmstadt in der Nachspielzeit noch für den Ausgleich.

Luthe: "Das ist für mein Herz nicht so gesund"

Im Anschluss folgte das Gefühlschaos. "Ich bin schon sehr enttäuscht, nachdem wir das Spiel zwischendurch gedreht hatten", gestand FCK-Keeper Andreas Luthe nach der turbulenten Partie. "Wobei man sagen muss, dass wir nach dem 0:2 alle ein Unentschieden genommen hätten." Den erfahrenen Torhüter nervten die drei Gegentore, nachdem er bereits beim letzten Heimspiel, dem 4:4 gegen den 1. FC Magdeburg, sehr oft hinter sich greifen musste. Damals hatten die Pfälzer ein 1:3 in ein 4:3 gedreht, fingen sich aber noch den Ausgleichstreffer ein.

"Bei uns gibt es auf dem Betze immer nur Vollgas und Action. Das ist natürlich cool für die Zuschauer, aber für mein Herz ist das nicht ganz so gesund", sagte Luthe mit leicht säuerlicher Miene.

Marlon Ritter: "Das ärgert uns"

Auch bei Mittelfeldspieler Marlon Ritter war die Gefühlslage ambivalent. "Natürlich ist das ärgerlich, wenn man das Spiel dreht und alles unter Kontrolle hat", sagte er, betonte aber auch: "Wir sind nach einem Zwei-Tore-Rückstand wieder zurückgekommen. Aber es ärgert uns schon, dass wir nicht drei Punkte geholt haben."

Während die Spieler also mehrheitlich haderten, aber mit dem Punkt letztlich leben konnten, hatte Trainer Dirk Schuster indes eine ganz andere Meinung. Der erfahrene Coach war mit dem Remis gegen seinen langjährigen Klub - Schuster hatte die Lilien von 2012 bis 2016 trainiert und in die Bundesliga geführt - hochzufrieden.

"Ich ärgere mich überhaupt nicht. Ich fand das toll, wie die Jungs das gemacht haben. Nach den Nackenschlägen haben wir uns geschüttelt und sind ins Spiel zurückgekommen. Natürlich hätten wir dann das 3:2 auch gerne mitgenommen, aber man muss ehrlicherweise sagen, dass Darmstadt eine enorme Qualität hat und nicht umsonst so weit oben in der Tabelle steht", sagte Schuster.

Der 54-Jährige hat das große Ganze im Blick - und das ist der Klassenerhalt in der 2. Liga. Und da ist der Aufsteiger auf einem guten Weg, mit 13 Punkten, Platz sieben und nur einer Niederlage in acht Spielen. Deshalb, so Schuster, "nehmen wir den Punkt gerne mit, er steht uns gut zu Gesicht".

Und dementsprechend fiel dnn auch sein Fazit aus. "Das Glas ist halbvoll, nicht halbleer", so Schuster: "Wie die Jungs das mit Moral und Mentalität hingebogen haben - Chapeau!"

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