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In der vergangenen Saison war das Ziel beim 1. FC Kaiserslautern klar formuliert: Aufstieg. Dann kam alles anders. Trainerwechsel, finanzielle Turbulenzen und eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen. Am Ende stand der Klassenerhalt. Jetzt will der FCK erstmal nur "oben mitspielen".

So lief die vergangene Saison

Gemessen an den Aufstiegs-Träumen gibt es aus heutiger Sicht nur ein passendes Wort zum Auftakt der Saison 2019/20: Fehlstart. Als Boris Schommers im September den Trainerjob übernahm, endete die Talfahrt erstmal nicht. Der FCK rutschte in die Abstiegszone. Schommers krempelte die Mannschaft um und führte sein Team mit einer Siegesserie bis zur Winterpause wieder ins Mittelfeld der Tabelle.

Zum Rückrundenstart ging es wieder bergab, diesmal haperte es in der Offensive. Fast schon legendär: die vielen in der Schlussphase verspielten Siege. Dann kam die Corona-Pause – und nach dem Neustart entwickelten sich die "Roten Teufel" zu einem Top-Team, holten hinter den Aufsteigern Eintracht Braunschweig und Würzburger Kickers die meisten Punkte.

Wer kommt, wer geht

Nach der turbulenten vergangenen Saison sagte FCK-Sportdirektor Boris Notzon gegenüber SWR Sport: "Wir wollen den Kader in der Konstellation zusammenhalten.“ Gelungen ist das vor allem in der Offensive nicht.

Mit Florian Pick, Christian Kühlwetter (beide 1. FC Heidenheim) und Timmy Thiele (Viktoria Köln) haben die drei Top-Torjäger den Betzenberg verlassen. Das Trio schoss zwei Drittel der FCK-Treffer. Mit Torwart Lennart Grill (Bayer Leverkusen) hat der Verein einen weiteren Stammspieler verloren.

Vor allem in der Offensive musste sich der FCK neu aufstellen. Elias Huth ist nach seiner Leihe an den FSV Zwickau wieder ein "Roter Teufel". Er soll zusammen mit Marvin Pourié (für ein Jahr vom KSC geliehen) für Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor sorgen. Ebenfalls für den Angriff verpflichtet wurde Marlon Ritter. Der flexibel einsetzbare Offensivspieler kam mit Bundesliga-Erfahrung vom SC Paderborn. Außerdem soll Nicolas Sessa neue Impulse geben. Der Deutsch-Argentinier vom Zweitligisten FC Erzgebirge Aue hat beim 1. FC Kaiserslautern einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

Für die Defensive wurden mit Innenverteidiger Alexander Winkler (SpVgg Unterhaching) und dem erfahrenen Adam Hlousek (ein Jahr Leihe von Viktoria Pilsen) weitere Spieler verpflichtet. Für das Mittelfeld kommen Marius Kleinsorge aus Meppen und Tim Rieder. Mit Kleinsorge, Sessa und Winkler fallen allerdings gleich drei der Neuen für den Saisonauftakt verletzungsbedingt aus.

Der Trainer

Boris Schommers übernahm im September 2019 den Job auf dem Betzenberg. Zuvor hatte er für vier Monate den 1. FC Nürnberg als Interimstrainer geleitet. Der 41-Jährige gilt als einer, der durchgreift und in der Kabine auch mal laut werden kann. Bei den Fans machte er sich unbeliebt, weil er an der Entlassung von Torwart-Legende Gerry Ehrmann beteiligt war. Seitdem steht er bei den Fans unter strenger Beobachtung und wird immer wieder von ihnen kritisiert.

Sportdirektor Notzon charakterisiert Schommers so: "Er möchte, dass alles perfekt ist und lebt das auch vor. Und ich glaube, dass er es auch schafft, alle und auch die Mannschaft mitzunehmen. Er hat ein Ohr für alle Bereiche, ob Physiotherapie, Organisationsfragen oder Trainingsgestaltung."

Die Ziele

Das Wort "Aufstieg" will Boris Schommers zwar nicht direkt in den Mund nehmen, wenn es um die Frage des Saisonziels geht. Aber der Wunsch ist bei Spielern und vor allem den Fans trotzdem da. Der FCK-Trainer spricht stattdessen von "Top-Team" und "oben mitspielen wollen".

Sportdirektor Boris Notzon formuliert es hingegen konkreter: "Ich glaube schon, dass es auch der Anspruch ist, wenn wir sagen, wir wollen oben spielen, dass wir auch aufsteigen wollen."

Los geht es für den 1. FC Kaiserslautern zum Auftakt der 3. Liga mit dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden (Freitag, 17:45 Uhr).

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