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FCK-Aufsichtsratsmitglied Martin Weimer ist von seinen Ämtern zurückgetreten. In einer Pressemitteilung des Vereins heißt es, gegen ihn sei Anzeige erstattet worden, weil seine Wiederwahl zum Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern am 26. Februar 2021 gegen die Vereinssatzung verstoßen habe.

Demnach würde seine berufliche Tätigkeit mit seinen FCK-Mandaten in Konflikt stehen. Der Banker Martin Weimer bestreitet die Vorwürfe. "Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass ich mich in meiner Amtszeit mit der Frage der Compliance auseinandergesetzt habe und dies auch schriftlich dokumentiert wurde", sagt Weimer laut Pressemitteilung des 1. FC Kaiserslautern, und fügt an: "Ich sah und sehe bis heute keine Interessenkonflikte zwischen meiner beruflichen Tätigkeit und meiner Amtsausübung beim FCK."

Weimer: "Bedauere diesen Schritt sehr"

Durch seinen Rücktritt will er nach Vereinsangaben aber einer öffentlichen Diskussion entgegentreten und dadurch den Verein und sich selbst schützen. In seiner Erklärung sagt Weimer: "Ich bedauere diesen Schritt sehr und möchte ausdrücklich betonen, dass dies nicht im Zusammenhang mit der sehr schweren Situation des Vereins und seiner Beteiligungen steht." Er treffe diese Entscheidung "zuallererst zum Schutze meiner Person, meiner Familie, aber auch zum Schutze des Vereins und seiner Gremien", so Weimer.

Darüber hinaus spricht Weimer in seiner Erklärung über Angriffe Unbekannter auf seine Person: "In meiner öffentlichen Vorstellung zur Kandidatenwahl 2021 als auch in der Mitgliederversammlung habe ich die Unruhe und Indiskretionen im Verein kritisiert. Mit anonymen Attacken gegen meine Person hat das nun leider eine Dimension erlangt, die es mir unmöglich macht, dieses Ehrenamt mit Energie und Überzeugung weiterhin zu bekleiden."

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Aufsichtsratschef Keßler: FCK verliere einen "herausragenden Kollegen"

"Mit Martin Weimer verliert der 1. FC Kaiserslautern einen herausragenden Kollegen, der mit seiner Expertise am Kapitalmarkt und seiner langjährigen Erfahrung im Management von Profivereinen dem FCK ehrenamtlich zur Verfügung stand", äußert sich der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler laut Vereinsmitteilung.

Zudem kritisiert Keßler scharf das Vorgehen Dritter, ohne diese genau zu nennen: "Seit Monaten werden aus einer bestimmten Richtung massive Drohungen und Anfeindungen mit dem Ziel einer Destabilisierung des FCK und der Diskreditierung einzelner Gremienmitglieder initiiert. Gerade in einer Phase, in der alle Kräfte auf den Klassenerhalt fokussiert werden müssen, dokumentiert diese Vorgehensweise Dritter kein Fingerspitzengefühl für die aktuelle Situation."

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Markus Merk kann Rücktritt "sehr gut verstehen"

Auch der Beiratsvorsitzende Dr. Markus Merk äußert sich zum Rücktritt von Martin Weimer und schlägt in die gleiche Kerbe wie Rainer Keßler: "Unser Alltag besteht seit der letzten Mitgliederversammlung verstärkt aus Anschuldigen, Diffamierungen, Beleidigungen und Bedrohungen jeglicher Form. Dies widerspricht jeglichem Fair Play, den Basiswerten unserer Gesellschaft und dem Ehrenamt. Gezielt werden Gremienmitglieder persönlich diskreditiert, ohne Rücksicht auf einzelne Personen und auf unseren Verein." Aus diesem Grund könne Merk den Rücktritt von Martin Weimer "sehr gut verstehen" und er hoffe, dass die Fans und Mitglieder des FCK "erkennen, dass es bei dieser Form der Denunzierung keine Perspektive geben kann."

Weimer bat um Aufklärung des Sachverhalts

Wie der Verein am Mittwochabend mitteilte, hat Weimer nach Kenntnisnahme einer öffentlichen Verlautbarung, wonach dessen Wahl in den Aufsichtsrat gegen die Satzung verstoße, umgehend die Gremien des Clubs informiert und um Aufklärung des Sachverhaltes gebeten. Nachdem Weimer am 15. März Kenntnis einer anonymen Anzeige zum gleichen Sachverhalt gegen ihn erlangt hatte, ließ er seine Mandate vorübergehend ruhen. In der Folge hatten der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die FCK-Geschäftsführung und der Ehrenrat des Vereins bestätigt, dass es keine Konflikte im Hinblick auf Inkompatibilität zur Satzung gebe.

Martin Weimer war seit Ende 2019 Mitglied des Aufsichtsrates des 1. FC Kaiserslautern e.V.. Zudem war er Mitglied des Beirates der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH und des Aufsichtsrates der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA. Vor wenigen Tagen war bereits Aufsichtsratsmitglied Bernhard Koblischeck von seinen FCK-Ämtern zurückgetreten.

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