Früher als Sportchef der RHEINPFALZ, heute als FCK Fan auf dem Betzenberg: Horst Konzok (Foto: Fotoagentur Kunz)

Podcast | Nur der FCK

Horst Konzok - FCK-Fan und Rentner im Unruhestand

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AUTOR/IN
Stefan Kersthold

Horst Konzok hat als Sportchef der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" lange Jahre den 1. FC Kaiserslautern begleitet. Jetzt ist er Dauerkarteninhaber und hat einen neuen Job bei den Handballern der Eulen Ludwigshafen.

Eigentlich wollten wir bei der Podcastaufzeichnung mit Horst Konzok direkt mit der aktuellen sportlichen Lage beim Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern beginnen. Die Ankündigung von Dagmar Eckel, den Nachlass ihres im Dezember 2021 verstorbenen Vaters, dem Weltmeister von 1954, Horst Eckel, zu versteigern, änderten diesen Plan. Als Grund gab Dagmar Eckel ja an, die Erlöse für die Pflege ihrer kranken Mutter Hannelore zu benötigen.

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Horst Konzok wundert sich darüber: "Die Sepp-Herberger-Stiftung wurde auch überrascht von dieser Meldung und war nicht informiert. Die Stiftung war und ist nach wie vor bereit, einzuspringen, wenn Hannelore Eckel Unterstützung braucht", sagt der frühere Sportchef der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", der den 1. FC Kaiserslautern über Jahrzehnte begleitet hat und fügt an: "Es wäre sehr schade, wenn beispielsweise das 54er Finaltrikot von Horst Eckel, das im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund seinen Platz gefunden hat, jetzt unter den Hammer kommt. Schwer vorstellbar."

Interessanterweise wurde anscheinend auch der 1. FC Kaiserslautern nicht vorab über die geplante Aktion von Dagmar Eckel informiert. "Wir haben kein Angebot erhalten", so FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf gegenüber SWR Sport.

Aktuell "geiler Fußball" beim FCK

Angesprochen auf die ersten neun Spieltage des Aufsteigers 1. FC Kaiserslautern gerät Horst Konzok ins Schwärmen. "Also wenn man die Spiele gegen Magdeburg oder Darmstadt gesehen hat: Wahnsinn, geiler Fußball." Führung, Rückstand, Unentschieden - in aller Regel überzeugen die Roten Teufel mit Spektakel-Fußball und glänzen mit mannschaftlicher Geschlossenheit. "Eine ganz große Stärke der Mannschaft ist Trainer Dirk Schuster. Ihm gelingt es, mit einer sehr variablen Taktik zu arbeiten. Er ist auch sehr gut im Coaching und wechselt geschickt aus", meint Konzok.

Dazu komme das sehr gute Händchen von Vorstand Thomas Hengen bei der Verpflichtung der Neuzugänge. "Dieser Königstransfer im Dezember von Terrence Boyd hat den Aufstieg erst möglich gemacht. Ohne Boyd wäre der FCK niemals aufgestiegen", glaubt FCK-Experte Konzok.

Zehn Wochen Pause sind für den Trainer ganz schwierig

Wohin die Reise für den sehr gut gestarteten Aufsteiger gehen wird, bleibt abzuwarten. Viel hängt für Konzok auch davon ab, wie die Jungs von Dirk Schuster die ungewöhnlich lange WM-Winterpause überstehen. "Zehn Wochen Pause sind für den Trainer eine Herkulesaufgabe. Du kannst ja nicht lange freigeben. Da ist es ganz schwierig, die Spannung hochzuhalten", sagt Konzok, der die Spiele nach seinem offiziellen Ausscheiden bei der "Rheinpfalz" als Dauerkartenbesitzer von der Tribüne aus betrachtet.

Horst Konzok, früher Sportchef der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", jetzt Pressesprecher des Handball Zweitligisten "Eulen Ludwigshafen" und FCK Dauerkarteninhaber (Foto: Dennis Weissmantel)
Horst Konzok, früher Sportchef der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", jetzt Pressesprecher des Handball Zweitligisten "Eulen Ludwigshafen" und FCK Dauerkarteninhaber Dennis Weissmantel

FCK-Fan und Dauerkarteninhaber mit dem berühmten Trikot mit der 8

26 Jahre hat Horst Konzok den 1. FC Kaiserslautern journalistisch begleitet - und freute sich eigentlich auf die Zeit danach. Er wollte die Roten Teufel endlich einmal als Fan von der Tribüne zu unterstützen. Doch hier war zunächst Geduld gefragt: "Schwierig waren die Corona-Beschränkungen. Ich hatte eine Dauerkarte und durfte nicht ins Stadion", erzählt der in Ludwigshafen wohnende Konzok. "Jetzt macht es aber wieder Spaß, ich habe ja das Fritz-Walter-Trikot, das man rechts wie links tragen kann - mit der berühmten 8."

Neue Aufgabe bei den "Eulen Ludwigshafen"

So ganz hat Konzok aber auch den Journalismus noch nicht verlassen: "Ich schreibe noch für die Serie der "Rheinpfalz" '60 Jahre Bundesliga'. Da können ältere Menschen noch etwas erzählen", sagt der Rentner im Unruhestand. Seit Mitte 2020 ist er daneben auch noch als Pressesprecher für die Zweitliga-Handballer der Eulen Ludwigshafen im Einsatz. Vielleicht kein Zufall, dass auch die in roten Trikots auflaufen.

"Ich habe ein rotes Haus, ein rotes Auto, ein rotes Trikot, zwei rote Vereine und heute auch rote Schuhe an", lässt Horst Konzok zum Abschied aus dem SWR-Studio in Kaiserslautern keine Zweifel an seinen Vorlieben aufkommen.

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Stefan Kersthold

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