Sau rauslassen" und "Kuh fliegen lassen": Der FCK feiert den Zweitligaaufstieg (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Rote Teufel zurück in 2. Liga

"Sau raus" und "Kuh fliegen" lassen: Der FCK feiert den Zweitligaaufstieg

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Der 1. FC Kaiserslautern ist nach einem echten Kraftakt zurück in der 2. Liga. Nach dem Sieg bei Dynamo Dresden brachen alle Dämme. Unter den FCK-Profis herrschten Erleichterung und Glückseligkeit pur.

Um 22:34 Uhr war es soweit: Nach vier Jahren Drittklassigkeit stand fest, dass der 1. FC Kaiserslautern in die 2. Bundesliga zurückkehrt. Gerade hatte Schiedsrichter Daniel Siebert das Relegations-Rückspiel abgepfiffen - mit dem besseren Ende für Lautern, das 2:0 bei Dynamo Dresden gewann.

"Der FCK ist wieder da!"

Danach brachen bei Mannschaft und mitgereisten Fans alle Dämme. "Nie mehr 3. Liga" schallte es durchs Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion". Und: "Der FCK ist wieder da!"

Minutenlang stimmten das Team, das vor dem Gästeblock stand, und die Anhänger diese beiden Gesänge an. Immer abwechselnd. Sie alle, ob auf dem Rasen oder der Tribüne, konnten nicht genug bekommen. Tränen waren bei den Fans zu sehen, es herrschte Gänsehautstimmung.

Den Spielern fällt eine Last von den Schultern

Bei den Spielern herrschte nach einem unfassbar intensiven Spiel Erleichterung pur. Der Druck fiel von den Schultern ab. In der regulären Saison sah es lange Zeit nach einem direktem Aufstieg aus, der FCK verspielte aber in der Schlussphase der Saison die gute Ausgangsbasis mit drei Pleiten in Folge. Die Folge: Die Pfälzer mussten mit dem Relegationsplatz Vorlieb nehmen.

Das alles spielte in diesen Minuten in der sächsischen Landeshauptstadt keine Rolle mehr. Vergessen auch die Entlassung von Trainer Marco Antwerpen, dessen Nachfolger Dirk Schuster die Roten Teufel nun zum Aufstieg führte. Wichtig war in diesen Minuten einzig: Der FCK ist wieder in der 2. Liga.

Schuster: "Stolz, dass wir den Menschen dieses Geschenk machen konnten"

"Die ganze Region hat danach gelechzt", sagte Schuster nach der Partie gegenüber SWR Sport: "Ich bin sehr stolz, dass wir den Menschen dieses Geschenk machen konnten." Und weiter: "Es geht uns sensationell gut."

Seine Mannschaft habe die Relegation "nicht als Bestrafung, sondern als Chance" wahrgenommen, so der FCK-Coach weiter. Und genau das habe er seinem Team immer gepredigt. Auch nach der Nullnummer im Hinspiel. "Die Jungs haben alles gegeben. Sie konnten ja teilweise nicht mal mehr richtig laufen, aber sie haben alles in das Spiel heute hinein gefeuert und sich belohnt."

Vor dem Anpfiff zündeln die Fans. (Foto: IMAGO, IMAGO/Jan Huebner)
Die Atmosphäre vor dem Relegations-Rückspiel zwischen Dresden und dem FCK ist erstligareif. Beide Fanlager zeigen beeindruckende Choreos. Im Gäste-Block wird allerdings ordentlich gezündelt, so dass sich der Anpfiff um wenige Augenblicke verzögert. IMAGO/Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
Dem Anpfiff fiebern auch diese 7.500 FCK-Fans im Fritz-Walter-Stadion beim Public Viewing entgegen. Schon lange vor der Partie herrscht in Kaiserslautern Partystimmung. Die Anhänger der Roten Teufel sind durchweg optimistisch, dass es mit dem Aufstieg klappt. Bild in Detailansicht öffnen
In einer intensiv geführten ersten Halbzeit schenken sich beide Teams nichts. Wie hier Dresdens Yannick Stark und Lauterns Mike Wunderlich wird um jeden Ball gekämpft. Die besseren Chancen haben allerdings die Dresdner. IMAGO/ Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
In seinem erst zweiten Spiel für Kaiserslautern gibt Coach Dirk Schuster an der Seitenlinie Vollgas. Der 54- Jährige, der mit Darmstadt 2015 den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hat, versucht sein Team nach vorne zu schreien. Mehr als ein 0:0 ist im ersten Durchgang aber nicht drin. IMAGO/ Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Nach dem Seitenwechsel beginnen die Roten Teufel aktiver, erarbeiten sich einige Torchancen. In der 59. Minute zieht Daniel Hanslik nach Vorarbeit von Marlon Ritter und Mike Wunderlich aus 14 Metern ab... IMAGO / Picture Point LE Bild in Detailansicht öffnen
...und trifft per Flachschuss ins kurze Eck zum 1:0 für Lautern! Der Jubel und die Erleichterung bei den Spielern sind riesig. IMAGO / Picture Point LE Bild in Detailansicht öffnen
Danach wird die Partie nickliger. Beide Mannschaften kämpfen weiter und erarbeiten sich Torchancen. Während Dresden diese nicht zum Ausgleich nutzen kann, verwertet Philipp Hercher die Hereingabe von Simon Stehle perfekt und trifft zum 2:0 (90.+2). Die FCK-Fans auf den Rängen rasten aus. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Die Dresdner Anhänger werfen nach dem Treffer Feuerwerkskörper aufs Feld und die Partie muss knapp sieben Minuten unterbrochen werden. Danach kann aber weitergespielt werden und für die Lauterer gibt es nach Abpfiff kein Halten mehr. Nach vier Jahren in der 3. Liga steigen die Roten Teufel in die 2. Bundesliga auf. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Schuster bestätigt: "Bleibe FCK-Coach"

Nach dem Aufstieg bleibe er Trainer der Roten Teufel, so Schuster weiter. "Wenn man mich heut Abend nicht beurlaubt", sagte er schmunzelnd im Gespräch mit SWR-Sportredakteur Bernd Schmitt. "Ich habe ein Arbeitspapier für die 2. und die 3. Liga - also bleibe ich über die Saison hinaus."

"Die Jungs sollen die Kuh fliegen lassen"

Gleichzeitig forderte er ein letztes Mal für diesen Abend seine Mannschaft. Diese solle initiativ werden. Denn ob eine Feier geplant sei, wisse er nicht, so Schuster: "Keine Ahnung. Da sollen die Jungs sich etwas einfallen lassen. Wir haben nix geplant. Aber sie sollen ruhig die Kuh fliegen lassen - das haben sie sich verdient!"

Einer, der beim Feiern vorneweg gehen könnte, ist Daniel Hanslik. Denn der Offensivspieler war schon auf dem Platz ein Leader. Dort erzielte er das so wichtige 1:0 (59. Minute) und belohnte seine Mannschaft damit für eine starke Phase nach der Halbzeitpause. Und legte so den Grundstein für den Sieg an diesem Abend und somit den Aufstieg. Philipp Hercher (90. + 2) machte in der Nachspielzeit dann endgültig den Deckel drauf.

Hanslik: "Damit schreibt man Geschichte"

"So etwas ist unbeschreiblich", sagte Torschütze Hanslik, der für die Dresdner Defensive nur schwer zu greifen war. Der Offensiv-Allrounder war überall auf dem Platz zu finden und kurbelte die FCK-Offensive immer wieder an.

Hansliks "Spiel des Lebens"

"Das habe ich noch nie erlebt", sagte er. "Für den Verein, für uns, für unsere Fans ist das ein lange ersehnte Erfolg. Gott sei Dank haben wir uns selbst belohnt." Auf die Frage, ob er das Spiel seines Lebens gemacht habe, antwortete der 25-Jährige: "Mit dem Erfolg, der dahinter steht, kann ich das unterschreiben. Damit schreibt man Geschichte. Wunderschön, so ein Ziel gemeinsam zu erreichen."

Ein Ziel, das am Mittwoch in Kaiserslautern gemeinsam mit den Fans zelebriert werden soll (der SWR überträgt die Feier ab 18:15 Uhr live im SWR Fernsehen und auf swr.de/sport). Hanslik will sich noch keine Gedanken über die Feier machen, sondern die Party mit den Fans auf sich zukommen lassen - und dann genießen!

Abwehrspieler Kevin Kraus indes wurde da schon konkreter und forderte: "Ich hoffe, dass so viele Fans wie möglich kommen." Denn man habe "in den letzten Wochen gesehen, was ein Klub wie der FCK mobilisieren kann". Kraus forderte die Anhänger sogar auf: "Lasst uns zusammen feiern und einfach eine Riesen-Sause machen!

Kraus: "Wir freuen uns unendlich"

Doch vor dem Mittwoch in der Pfalz-Metropole stand in Dresden ein letzter Kraftakt an. Noch einmal alle Kräfte mobilisieren, hieß es für die FCK-Profis. Oder, wie Kraus es ausdrückte: "Wenn man Fußball spielt, will man einfach nur alles auf dem Platz lassen. Leidenschaft und Herz zeigen für den Verein, für den man spielt. Das haben wir heute gezeigt. Wir freuen uns wie unendlich und werden so die Sau rauslassen." Sprach's und verschwand in der Kabine, in der die Party schon in vollem Gange war.

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