STAND
AUTOR/IN

Beim 1. FC Kaiserslautern sprach man vor der Saison von Aufstieg, jetzt steckt der Verein mitten im Abstiegskampf der 3. Liga. Aber was passiert eigentlich, wenn das Worst-Case-Szenario wirklich eintritt und der pfälzische Traditionsklub absteigt?

21 Punkte aus 22 Spielen. Nur drei Siege. Gerade so steht der 1. FC Kaiserslautern aktuell über dem Strich, sprich den Abstiegsrängen der 3. Liga, ist Tabellensechzehnter. Zwei Verfolger haben aber auch noch ein Spiel weniger.

"So geht's definitiv nicht weiter"

Die Lage ist ernst. Das weiß auch Abwehrspieler Alexander Winkler: "Es wird immer enger. Ich glaub, dass wir uns an die eigene Nase packen müssen, wir haben es in der eigenen Hand. Aber wenn wir so weitermachen wird es ganz ganz schwer und wir müssen die Sachen ansprechen, weil so geht’s definitiv nicht weiter." Liefern die Roten Teufel weiterhin solche Spiele ab wie gegen Wehen Wiesbaden, dann rückt der Abstieg näher. Von Wille und Kampfgeist war nichts zu sehen.

Die Fans sind aufgebracht und in Sorge

Nach der Niederlage ließen die FCK-Fans ihren Gefühlen im Netz freien Lauf. "Noch 16 Spiele bis zum endgültigen Ende des Profifußballs in Kaiserslautern" oder "Regionalliga, wir kommen" hieß es dort. Der Abstieg in die Regionalliga wäre das absolute Worst-Case-Szenario.

Der FCK in der 4. Liga - geht das?

Könnte der FCK überhaupt in der 4. Liga spielen? Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Regionalliga sollte der Verein erfüllen. "Bei uns wird nicht überprüft ob der Verein liquiditätstechnisch auch die nächste Saison überstehen kann. Wir haben eine sehr abgespeckte Variante, bei uns muss man eine Bankgarantie oder Barkaution hinterlegen, in Höhe von 35.000 Euro", so der Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, Sascha Döther. Eine Summe die für einen Verein wie den FCK keine Hürde darstellt. Aber ein "regionalligataugliches" Stadion müssen die Vereine außerdem vorweisen.

Was ist mit dem Stadion?

Tauglich ist das Fritz-Walter-Stadion, keine Frage - aber würde es dem FCK auch in der Regionalliga zur Verfügung stehen? Die Stadt Kaiserslautern sagt dazu: "Der zwischen der Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern GmbH und dem 1. FC Kaiserslautern vereinbarte Pacht- und Betreibervertrag gilt für alle Spielklassen - also auch im Falle eines Abstiegs." Der Betzenberg stünde also zur Verfügung, wenn die Kosten getragen werden können. Eine Pachtzinsreduzierung müssten "wie in der Vergangenheit die zuständigen Gremien der Stadt und der Stadiongesellschaft beschließen", heißt es weiter. Diese wäre für den Verein dringend nötig. Doch nicht nur die Kosten für das Stadion sind ein Thema.

Wie soll sich der FCK finanzieren?

Einnahmen, wie zum Bespiel durch TV-Gelder, würden wegfallen. Auch Sponsoren könnten möglicherweise abspringen. Und was ist mit dem Geld der regionalen Investoren? Wie könnten Spielergehälter bezahlt werden und vor allem wie könnte der Kader aussehen? Hätten die Spieler überhaupt Verträge für die Regionalliga? Wen könnte man bezahlen? Müsste man nicht eine ganz neue Mannschaft aufstellen?

Viele Fragen - noch keine Antworten

All diese Fragen werden sich auch die Verantwortlichen stellen müssen. Aktuell will beim 1. FC Kaiserslautern niemand über das Thema Regionalliga sprechen. "Die Frage kann man sich stellen, aber dann, wenn sie spruchreif ist. Wir wären ja falsch in dieser Verantwortung und was wäre das für ein Bild für unsere Fans und unsere Mitglieder, wenn wir uns jetzt in diesen schweren Stunden, wo wir andere Entscheidungen zu treffen haben über dieses Thema auslassen würden", sagte Aufsichtsrat Markus Merk im exklusiven SWR-Interview dazu. Noch ist Zeit, der FCK kann den Bock umstoßen. Aber sollte das nicht bald passieren, müssen diese Fragen geklärt werden. Denn die Unterlagen für die Regionalliga müssten bis zum 15. April eingereicht werden.

Fußball | 3. Liga Markus Merk: Neuer FCK-Trainer bereits am Montag  - Notzon nicht involviert

Der nächste Schuss muss sitzen: Markus Merk, Beiratsvorsitzender beim 1. FC Kaiserslautern, hat in der Sendung SWR Sport in Rheinland-Pfalz angekündigt, dass die Roten Teufel ihren neuen Trainer zeitnah präsentieren wollen, wahrscheinlich bereits zu Wochenbeginn. Nach der 0:1 Heimpleite gegen Wehen Wiesbaden war der bisherige Coach Jeff Saibene beurlaubt worden.  mehr...

Kaiserslautern

Fußball | Meinung Für den FCK geht es kontinuierlich Richtung Abgrund

Eigentlich sollte es für den 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison klar aufwärts gehen. Die Ansprüche hießen Aufstiegs- statt Abstiegskampf. Nach dem desaströsen Auftritt gegen Wehen Wiesbaden und der Entlassung von Trainer Jeff Saibene steht der FCK (mal wieder) vor einem Scherbenhaufen, findet SWR-Sportredakteur Florian Winkler.  mehr...

Kaiserslautern

Fußball | 3. Liga Aus nach knapp vier Monaten: FCK trennt sich von Coach Jeff Saibene

Der 1. FC Kaiserslautern kommt einfach nicht zur Ruhe. Auf das schwer enttäuschende 0:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden folgte die nächste Trainerentlassung. Beim pfälzischen Traditionsklub wächst die Angst vor dem Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit.  mehr...

STAND
AUTOR/IN