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Am Samstag (14 Uhr, live im SWR Fernsehen und auf swr.de/sport) tritt der 1. FC Kaiserslautern in der 3. Liga beim Tabellenzweiten FC Ingolstadt an. Sportlich eine schwere Aufgabe für die Roten Teufel. Doch Brisanz besitzt die Partie auch aufgrund des Hinspiels, denn damals sorgte Ingolstadts Sportdirektor Michael Henke für einen Eklat.

Es war Mittwoch, der 21. Oktober 2020. Ein warmer Herbstabend auf dem Betzenberg, wo der 1. FC Kaiserslautern vor 2905 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion am sechsten Spieltag der 3. Liga den FC Ingolstadt empfing. Der Druck auf die Gastgeber war damals bereits groß, denn der FCK, dessen Saisonziel um den Aufstieg mitspielen lautete, war noch ohne Sieg. Doch auch gegen den bayrischen Klub gelang der ersehnte Befreiungsschlag nicht. 1:1 hieß es am Ende - und doch bestimmte die Partie im Anschluss tagelang die öffentlichen Diskussionen - zumindest rund um den pfälzischen Traditionsklub. Sogar das DFB-Sportgericht nahm Ermittlungen auf.

Doch der Reihe nach. Was was passiert? Zunächst hatte sich zwischen den Roten Teufeln und dem FCI ein hitziges Spiel entwickelt. Marvin Pourié hatte den FCK nach zehn Minuten per Hacke in Führung gebracht. Ingolstadts Cannigia Elva sah wegen einer Tätlichkeit in der 65. Minute die Rote Karte. Trotzdem gelang den Gästen der Ausgleichstreffer durch Filip Bilbija (76.). Beide Teams hatten zahlreiche Gelegenheiten für mehr Treffer, ließen diese jedoch aus.

Dominik Schad musste verletzt runter - und fehlt bis heute

Kurz vor Spielende verletzte sich dann FCK-Abwehrspieler Dominik Schad schwer. Der 23-Jährige war in einem Zweikampf in der Nachspielzeit zu Boden gegangen. Sein Gegenspieler Rico Preißinger war unglücklich auf das Bein des Lauterers, das wegknickte, gefallen. Schad musste nach minutenlanger Behandlung vom Platz getragen werden - Diagnose Wadenbeinbruch. Bis heute fehlt der Defensivspieler dem FCK.

Tritt von Henke in Richtung Saibene

Dementsprechend aufgeladen war die Stimmung an der Seitenlinie nach der Partie. Auch für den damaligen FCK-Trainer Jeff Saibene war das Spiel ein emotionales Auf und Ab. Nach Abpfiff kam es dann zu heftigen Diskussionen am Mittelkreis, in die der FCK-Coach, Ingolstadts Sportdirektor Michael Henke, einige Spieler und auch die Schiedsrichter involviert waren. Dabei kam es zu einem Tritt von Henke in Richtung Saibene. Danach verschwand der FCI-Sportdirektor schnell vom Ort des Geschehens, während sich der Luxemburger fürchterlich aufregte und sogar von den eigenen Spielern zurückgehalten werden musste.

Henke mit FCK-Vergangenheit

Ausgerechnet Henke, dachten damals viele beim FCK. Denn der 63-Jährige weist eine Vergangenheit bei den Pfälzern auf, war vom 1. Juli 2005 bis zum 19. November 2005 Cheftrainer, damals noch in der Bundesliga. Andere Zeiten, heute geht es für die Roten Teufel um den Klassenerhalt in der 3. Liga und damit auch um die eigene Existenz.

So schnell, wie sich die Wellen damals hochgeschaukelt hatten, glätteten sie sich allerdings auch wieder. Auf der Pressekonferenz nach dem Remis hatte sich Saibene schon wieder beruhigt. "Es ist nicht der Rede wert, es war ein kleines Gerangel. Ich habe einen Tritt von ihm gespürt, aber es ist komplett harmlos", sagte der damalige Kaiserslauterer Trainer, der Anfang Februar beurlaubt und durch Marco Antwerpen ersetzt wurde.

DFB bestraft Henke

Henke indes gestand wenige Tage nach der Partie sein Fehlverhalten ein, was ihn aber nicht vor Sanktionen seitens des DFB (Deutscher Fußball-Bund) schützte. Der FCI-Sportdirektor wurde wegen unsportlichen Verhaltens mit einem Innenraumverbot für zwei Ligaspiele sowie einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro belegt.

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Nun ist also Saibene Geschichte - und Henke immer noch im Amt. Trotzdem wird es ein brisantes Duell. Grund ist die sportliche Ausgangsbasis, die damals wie heute die gleiche ist. Der FCK kämpft immer noch gegen den Abstieg in die Regionalliga, der FCI wurde bisher seiner Rolle als Aufstiegsanwärter gerecht und steht aktuell auf Rang zwei. Die Roten Teufel müssen also dringend punkten, der Trend geht unter dem neuen Coach Antwerpen mit vier Punkten aus zwei Spielen immerhin in die richtige Richtung.

Es spricht also - wie bereits im Hinspiel - alles für eine umkämpfte Partie. Doch diesmal sind die Scharmützel hoffentlich nach 90 Minuten beendet, denn im Abstiegskampf kann der FCK keine Nebenkriegsschauplätze gebrauchen.

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