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Die Stadionfrage ist im Moment der zentrale Punkt, wenn es um die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern geht. Der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel wird im Zuge dieser Verhandlungen in den Sozialen Medien scharf attackiert.

Seit dem Umbau für die Fußball-WM 2006 ist das Fritz Walter Stadion ein Problem. Zu groß, zu teuer, nur in der ersten Liga wirtschaftlich zu betreiben. Ein Millionengrab für die Stadt Kaiserslautern und den FCK.

Oberbürgermeister Klaus Weichel hat dem Stadtrat kürzlich ein Projekt präsentiert, wie man mit den vielen ungenutzten Flächen im und am Stadion Einnahmen erzielen könnte. "Wir müssen unbedingt dieses Stadion, welches ja einen Wert darstellt, intensiver nutzen. Wenn sie da mal durchgehen, gibt es unglaubliche Flächenreserven, die sich im Rohbauzustand befinden, die geradezu danach schreien, in Wert gesetzt zu werden", sagt Weichel im Interview mit SWR Sport. Mit relativ geringem Aufwand könnte man den Logenturm mit attraktiven Flächen für beispielsweise Physiotherapeuten, Fitness-Studios oder Büros umbauen. Und damit könnte die städtische Stadiongesellschaft weitere Mieteinnahmen generieren und somit auch eine Mietminderung für den FCK erreichen. Verschiedene Investoren hatten schon Interesse am Kauf des Stadions und den Flächen drumherum.

Welchen Wert hat das Fritz-Walter-Stadion?

Der Stadtrat hat Oberbürgermeister Weichel beauftragt, den tatsächlichen Markt-Wert der WM-Arena zu ermitteln. Und das Stadion dann europaweit zum Verkauf auszuschreiben. Bisher wollten Interessenten nach SWR-Informationen aber nur maximal 20 Millionen Euro zahlen. Oberbürgermeister Klaus Weichel sagt dazu: "Wenn dem so wäre, würden wir es im Bestand halten. Es wäre sträflich, dann das Stadion, so wie es da steht, zu verschleudern." Der Aufsichtsratsvorsitzende des FCK, Markus Merk, hat längst Interesse signalisiert, dass der Verein das Stadion mit Hilfe von Investoren zurückkaufen will. Aber ganz sicher nicht zum einem Preis von 47 Millionen Euro. Diese Summe ist für ein Vorkaufsrecht des Vereins festgeschrieben. Das teure Stadion ist mal wieder ein großes Problem in Kaiserslautern. Eine gute Lösung für alle Beteiligten scheint derzeit nicht in Sicht.

Klaus Weichel wird in den Sozialen Netzwerken scharf angegangen

Die Diskussion um die Zukunft des FCK und die Stadionfrage setzen dem Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern zu. Weichel sieht sich in den Sozialen Netzwerken heftig attackiert: " Die Qualität dieser Diffamierung und wie wir sie im Moment in den sozialen Medien lesen können, diese Qualität war bisher unerreicht. Ich bin da sehr betroffen. Mit welcher Wortwahl und mit welchem dahinterliegenden Hass man Menschen begegnet, die im Grunde genommen das tun, wozu sie gewählt sind, nämlich die Stadt voranzutreiben und die Gelder, die uns anvertraut sind, auch sorgsam zu bewahren und damit sorgsam umzugehen. Ich sage es noch mal: Die Stadt hat nicht die Aufgabe, ein Profiverein dauerhaft am Leben zu erhalten oder ein Stadion zu betreiben. Das gehört nicht zu den Kernaufgaben einer Stadt. Insofern bin ich schon getroffen, dass man das absolut nicht sieht, sondern dass man das komplett weg schiebt und mich als Totengräber bezeichnet oder Schlimmeres. Ich wünsche niemand, dass er das mal erleben muss, was ich im Moment gerade erlebe", sagt Weichel sichtlich berührt.

Weichel zum Stand der Dinge der Diskussion um die Zukunft des FCK:

"Ich muss feststellen, dass mein erster Vorschlag keine Mehrheiten gefunden hat. Den Vorschlag, der jetzt auf dem Tisch liegt, der wird auch keine Mehrheiten finden. Ich denke, dass der FCK sein Angebot, nämlich diesen Pokalspiel-Obolus unter die Freigabe der Flächen, dass dieses Angebot nochmal in einen modifizierten Antrag gekleidet wird. Wir haben im Moment nur, wie in der in dem letzten Betreibervertrag, einen Mietnachlass. Mehr steht da in dem ersten Antrag des FCK ja nicht drin. Wenn dann noch einmal ein Antrag kommt, dann werde ich den beraten lassen."

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
23:35 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP
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