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Ein Post auf der Facebook-Seite des SV Morlautern sorgt für Aufregung in Kaiserslautern. Der Stadtteil-Club spielt am Samstag im Verbandspokal gegen den FCK und fühlt sich "verarscht" - wurde er aber gar nicht.

Porzellan wurde zwar keines zerschlagen, ein bisschen Geschirr ist schon kaputtgegangen, aber wer über den Tellerrand hinausschaut, der sieht: Der Streit zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SV Morlautern ist ein Sturm im Wasserglas. Die Wogen sind längst geglättet. Die Gerüchteküche damit geschlossen.

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Statt im Fritz-Walter-Stadion wird auf dem Trainingsplatz gespielt

Natürlich ist es für jeden Verein im Land das große Los, mal gegen den 1. FC Kaiserslautern zu spielen. Ganz besonders für den Sportverein aus dem nördlichen Stadtteil Morlautern, der im Halbfinale des Verbandspokals gegen den FCK antritt. Gerade mal drei Kilometer liegen zwischen dem legendären Fritz-Walter-Stadion und dem Rasenplatz des SVM. Sportlich trennen die Vereine Welten.

Verbandsligist Morlautern gegen Drittligist FCK. Corona machte Morlautern das Spiel des Jahres kaputt. Einmal auf dem Betzenberg spielen, vor vielen Zuschauern, auch finanziell attraktiv. Nun, da aber keine Zuschauer im Stadion erlaubt sind, wollte Morlautern doch zuhause spielen. Der FCK lehnte ab. Klingt erst einmal unfair. Fast nachvollziehbar deshalb der aufgeregte Facebook-Post auf der Seite des SVM, man fühle sich "verarscht". Die Erwartung an den Verband: "Morlautern will sein Heimrecht zurück."

Facebook-Schreiber unbekannt

Im Gespräch mit SWR Sport sagte FCK-Sportdirektor Boris Notzon, man habe frühzeitig signalisiert, dass man Morlautern das Heimrecht zurückgeben würde. Und der FCK hätte, so Notzon, den Verein aus der Nachbarschaft - nach Corona - gerne zu einem Freundschaftsspiel ins Fritz-Walter-Stadion eingeladen. Von wem der Facebook-Post stammt? "Ich kann es nicht sagen, aber ich war auch überrascht", sagte Patrick Gallé, eigentlich der Jugendkoordinator beim SV Morlautern, der aber Kontakt mit Boris Notzon hatte und bestätigt, dass dieser sehr kooperativ war.

Tatsächlich hat der FCK den Antrag auf Rückgabe des Heimrechts abgelehnt. Morlautern wollte auf dem Kunstrasenplatz spielen, ein ungewohnter Belag für die Profis des FCK. Damit hätte sich die Chance des SV Morlautern minimal erhöht, die Verletzungsgefahr für die FCK-Spieler aber auch. Und das will niemand, auch nicht Patrick Gallé: "Für uns war immer klar, dass in Morlautern nur auf Kunstrasen gespielt werden kann. Aber ich kann verstehen, dass dem FCK so kurzfristig die Umstellung auf einen ungewohnten Belag nicht gefällt."

Fußballverband wehrt sich

Die Kritik hatte sich zuvor vor allem an den Verband gerichtet, der aus Sicht des offenbar nicht autorisierten SVM-Schreibers nur zusehen und nicht eingreifen würde. Das wollte SWFV-Vizepräsident Jürgen Veth gegenüber SWR Sport so nicht stehen lassen. "Wir sind nur ausführendes Organ und haben uns vorschriftsmäßig verhalten". Veth beruft sich auf Paragraf 18 der Spielordnung: "Bei angesetzten Meisterschafts- und Pokalspielen soll eine Terminänderung unterbleiben, sofern sie nicht aus zwingenden Gründen vorgenommen werden muss. Anträgen auf Spielverlegung ist stattzugeben, wenn eine schriftliche Einverständniserklärung des Gegners vorliegt und keine grundsätzlichen Bedenken seitens des Staffelleiters entgegenstehen."

Das Wichtigste zum Schluss: Das Spiel findet statt, am kommenden Samstag, 15. August, 16:00 Uhr. Ohne Zuschauer. Der Gewinner steht im Finale des Verbandspokals - eine Woche später - am Tag der Amateure, live in der ARD Sportschau.

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