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Der 1. FC Kaiserslautern kam am Dienstagabend trotz guter Chancen nicht über ein 0:0 gegen Türkgücü München hinaus. Im Vorfeld hatte es rassistische Anfeindungen gegen Türkgücü gegeben.

Kaiserslauterns Trainer Jeff Saibene nahm nach der 3:4-Niederlage gegen Dynamo Dresden eine Veränderung vor: Der gelb-gesperrte Janik Bachmann (Gelbsperre) wurde in der Innenverteidigung durch Alexander Winkler ersetzt, der am 21. Spieltag seinen vierten Saisoneinsatz feierte.

Kaiserslautern hielt sofort gut gegen die Münchner Gäste mit. Türkgücü war ohne Gegentreffer aus vier Spielen in 2021 auf den Betzenberg gereist. Doch schon in der fünften Minute kam der FCK zu einer Großchance: Nach Schnittstellenpass von Rückkehrer Jean Zimmer hatte Kenny Prince Redondo im Strafraum aus halblinker Position die Chance: Doch der Schuss des Doppeltorschützen von Dresden wurde noch zur Ecke abgefälscht.

FCK-Keeper Spahic mit Flugeinlage

Eine Minute später zog Hikmet Ciftci von der Strafraumgrenze ab. Sein Schuss flog allerdings einen Meter über den Münchner Kasten. Kurz danach kam erstmals Türkgücü gefährlich vor das Tor von FCK-Keeper Avdo Spahic: Atakan Akkaynak schlenzte vorbei.

Spahic war auch nach 16 Minuten im Blickpunkt: Nach einem schlechten Klärungsversuch von Adam Hlousek vor die Füße von Akkaynak, lenkte Spahic dessen Versuch noch sehenswert um den Pfosten.

Zimmer muss das 1:0 machen - Vollath hält sehenswert

Doch die Roten Teufel ließen sich nicht beirren, spielten offensiv teils sehenswert. Nach einem Konter in der 33. Minute spielte Marvin Pourié einen Traumpass auf Jean Zimmer, der frei vor Münchens Torwart René Vollath auftauchte. Doch der ehemalige KSC-Akteur warf sich noch in Zimmers Schuss und wehrte die Kugel mit den Beinen ab.

Nach einer unterhaltsamen ersten Hälfte fehlte aus Lauterer Sicht einzig das Tor. Die zweite Halbzeit startete deutlich weniger aufregend. Die größte Möglichkeit ließ bis zur 65. Minute auf sich warten. Sercan Sararer zog einen Freistoß aus rund 20 Meter knapp auf das linke Eck - knapp am Tor vorbei.

München übernahm vermehrt die Spielkontrolle, der FCK kam nur sporadisch in die gefährliche Zone. Nach 71 Minuten brachten aber Marlon Ritter und Redondo den Ball letztlich nicht aufs Tor. Auch die eingewechselten Hanslik und Huth brachten Kaiserslautern nicht mehr die erhofften Impulse.

Durch das 12. Unentschieden im 21. Saisonspiel bleibt Kaiserslautern auf einem Abstiegsplatz, die Gäste aus München bleiben 2021 weiter ohne Gegentor.

Partie im Zeichen gegen Antisemitismus - rassistisches Banner gegen Türkgücü

Im Vorfeld des Spiels hatte es rassistische Anfeindungen gegen Türkgücü München gegeben. Die rechtsextreme Partei "Der III. Weg" hatte direkt vor dem Stadion Banner mit der Aufschrift "Türkgücü nicht willkommen" platziert und dazu in der Stadt tausende Banner verteilt.

Der FCK hatte die Anfeindungen noch vor dem Spiel scharf verurteilt und in einem offenen Brief Stellung bezogen. Aufsichtsratsboss Rainer Keßler sagte: "Es ist unerträglich, dass rechte Gruppierungen den Versuch unternehmen, den 1. FC Kaiserslautern - seinen Namen, seine Historie und Werte - sowie das Fritz-Walter-Stadion für menschenverachtende Parolen und ihre Ideologien zu missbrauchen."

FCK und seine Fans senden klares Zeichen gegen Rassismus

Der Traditionsclub aus der Pfalz veröffentlichte zudem vor dem Spiel einen Tweet mit einer Antwort seiner Fans: "Maul halten, wenn die Westkurve spricht! Wer hier willkommen ist, entscheidet nicht ihr!"

Sowohl Inhalt als auch Ort der Darstellung seien für die FCK-Verantwortlichen "nicht zu tolerieren". Der Verein verwies auf das Betze-Lied, in dem es heißt: "Jeder Club ist uns willkommen, jede Mannschaft gern gesehen." Stattdessen seien es "Nazis und Rechtsextremisten wie ihr, die auf dem Betze nicht willkommen sind", richtete der Fußballclub an die Partei aus.

Das Spiel stand im Zeichen des Erinnerungstags im deutschen Fußball. Dieser erinnert an die Befreiung des KZ Ausschwitz und setzt unter dem Motto "Nie wieder" ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus

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