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Wenn der 1. FC Kaiserslautern auf den 1. FC Saarbrücken trifft, geraten Fußball-Historiker ins Schwärmen: Beide Teams sind Gründungsmitglieder der Bundesliga und haben sich schon zahlreiche Duelle geliefert. Am Samstag heißt es wieder FCK gegen FCS, allerdings in der 3. Liga. Ein Blick zurück.

Es war im Januar 1948, als der 1. FC Kaiserslautern den 1. FC Saarbrücken in der Gruppe Nord der Oberliga Südwest zum ersten Mal zu Gast hatte. Der 17. Spieltag endete mit einem 6:0-Sieg der Pfälzer Mannschaft, in der illustre Namen zu finden waren. Fritz und Ottmar Walter natürlich, die zusammen drei der sechs Tore erzielten, dazu Werner Kohlmeyer und Werner Liebrich - also vier der späteren fünf Weltmeister des FCK von 1954. Ebenfalls im Team spielte der ältere Bruder von Werner Liebrich, Ernst, geboren 1923, der 146 Mal für den FCK auflief.

Der FCK dominiert die Oberliga-Zeit

Das Rückspiel im Mai 1948 endete mit einem torlosen Unentschieden und damit auch die Geschichte der beiden Vereine in der Nord-Gruppe der Oberliga Südwest. Bis 1960 dauerte es, ehe beide Teams, nun in der Oberliga Südwest, wieder gegeneinander antraten. Dieses Spiel endete mit einem 3:0-Sieg der Saarbrücker in Kaiserslautern. Vier der restlichen fünf Spiele gewannen aber die Lauterer. Das wichtigste davon: das letzte Spiel in der Oberliga Südwest 1963. Kurz vor dem Saisonende lag der FCK im engen Rennen um die Südwest-Meisterschaft als Tabellenführer nur einen Punkt vor dem FK Pirmasens. Mit dem knappen 2:1-Sieg in Saarbrücken gelang drei Spieltage vor Schluss der entscheidende Schritt in Richtung Titel, weil Pirmasens parallel verlor. In den letzten beiden Begegnungen ließ Kaiserslautern nichts anbrennen und feierte die erste Südwest-Meisterschaft ohne Fritz Walter.

Torreiche Partien in der Bundesliga

Und diese Meisterschaft kam gerade recht, denn sie bedeutete gleichzeitig die automatische Qualifikation für die neugegründete Bundesliga. Der einzige andere Verein aus der Oberliga Südwest, der am Ende - obwohl sportlich eigentlich nicht qualifiziert - für die Bundesliga zugelassen wurde, war der 1. FC Saarbrücken. Insgesamt gab es zehn Spiele zwischen dem FCK und Saarbrücken in der ersten Liga, und es waren häufig torreiche Begegnungen. Am letzten Spieltag der Saison 1985/86 gewann Lautern beispielsweise mit 6:0 in Saarbrücken. Kurios auch die erste Saison 1963/64. Zunächst siegte der FCK in Saarbrücken mit 4:2, musste aber dann im Heimspiel eine 2:4-Schlappe hinnehmen.

Das Aufeinandertreffen im DFB-Pokal

Das letzte Aufeinandertreffen - ausgenommen das Drittliga-Hinspiel diese Saison - war im DFB-Pokal im September 1997. Dieses Zweitrunden-Duell gewann der FCK mit Erfolgstrainer Otto Rehhagel in Saarbrücken mit 4:0. "Fußballgott" Olaf Marschall traf damals schon in der zweiten Minute per Fallrückzieher zum 1:0. Mit einem Eigentor von Joachim Trautmann nur fünf Minuten später war das Schicksal der Saarländer schon fast besiegelt. Marco Reich und Jürgen Rische sorgten für den 4:0-Endstand und den Einzug ins Achtelfinale. Dort war allerdings Schluss für die Lauterer. Sie unterlagen Bayern München zuhause mit 1:2. In der Liga lief es weit besser. Meister als Aufsteiger - ein historischer und bisher unerreichter Erfolg.

Die aktuelle Lage

Nun also das zweite Aufeinandertreffen der Nachbarn in der 3. Liga. Und das mit aus FCK-Sicht völlig falschen Vorzeichen: Der traditionsreiche 1. FC Kaiserslautern, Meister und Pokalsieger, empfängt als Underdog den Fünftplatzierten aus Saarbrücken. Während die Gäste 49 Punkte auf dem Konto haben, dümpelt der FCK mit 31 Zählern auf Rang 18 der Liga und bangt um den Klassenerhalt. Das Hinspiel endete mit einem 1:1-Unentschieden durch ein spätes Tor der Saarbrücker von Maurice Deville (88.). Zuvor hatte Kenny Prince Redondo den FCK in Führung gebracht (59.). Fragt sich also, wie das traditionsreiche Duell diesmal endet.

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