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Die Karten liegen beim 1. FC Kaiserslautern auf dem Tisch: Die Investorensuche im Rahmen des Insolvenzverfahrens steht kurz vor dem Abschluss, vermutlich am kommenden Mittwoch soll eine Entscheidung fallen. Aufsichtsrat Markus Merk blickte in der Sendung "SWR1 Leute" voraus.

"Der Ball liegt im Fünfmeterraum, der gegnerische Torhüter ist schon unter der Dusche. Wir müssen jetzt verwandeln und ich hoffe, dass uns niemand mehr dazwischen grätscht." Mit dieser Fußball-Metapher umschrieb Markus Merk in der Sendung "SWR1 Leute" im Gespräch mit Moderatorin Birgit Steinbusch den Status Quo bei den Verhandlungen mit potenziellen Investoren beim 1. FC Kaiserslautern.

Die Entscheidung naht

Vergangenen Montag hatten die zwei möglichen Geldgeber ihre Konzepte dem Gläubigerausschuss vorgestellt. Das Gremium besteht aus den Hauptgläubigern Quattrex und Sportfive (ehemals Lagadère Sports), einem Vertreter der Kleingläubiger, einem Vertreter der Agentur für Arbeit und einem Interessenvertreter der FCK-Angestellten. Eine endgültige Entscheidung, welches Angebot angenommen wird, soll beim sich in einem Insolvenzverfahren befindlichen Traditionsverein nun voraussichtlich am kommenden Mittwoch (29. Juli) fallen.

Einer der möglichen Investoren soll eine Gruppe um den 71-jährigen deutschen Unternehmer Horst Peter Petersen aus Dubai sein. Petersen, über den in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist, will angeblich mit 20 Millionen Euro 75 Prozent der Anteile an der Kapitalgesellschaft kaufen. Der zweite Bewerber ist eine regionale Investorengruppe um die Unternehmer Klaus Dienes aus Kaiserslautern und Giuseppe Nardi aus Homburg. Auch zu diesem Angebot ist bislang wenig bekannt. Die Gruppe will wohl mit rund acht Millionen Euro beim FCK einsteigen und könnte im Gegenzug 25 Prozent der Anteile erhalten.

Ob es sich bei einem der potentiellen Investoren tatsächlich wie kolportiert um Petersen handelt, wollte Merk nicht bestätigen. "Natürlich sind wir mit allen Investoren in Gesprächen und haben sie schon gesehen. Aber in dieser entscheidenden Phase gibt es von mir keine weiteren Details."

"Wir haben eine historische Chance"

Mehr konnte und wollte Merk nicht dazu sagen. "Wir haben Transparenz versprochen. Gerne würde ich viel mehr kundtun, schon seit Wochen. Aber das ist in der sensiblen Situation, in der wir uns befinden, nicht möglich. Ich bitte dafür um Verständnis und etwas Geduld", so der frühere Weltklasse-Schiedsrichter. Merk richtete stattdessen einen Appell an die Fans der Roten Teufel, ihm und seinen Mitstreitern zu vertrauen: "Ich bin überzeugt, dass wir eine große, eine historische Chance haben, wenn wir alle für das Gemeinsame kämpfen und wenn wir alle in der gleichen Mannschaft spielen."

"Ausgangssituation hat sich unfassbar verbessert"

Wenn das gelinge, so Merk weiter, blicke er optimistisch in die Zukunft: "Unsere Ausgangssituation hat sich unfassbar verbessert." Das, so der 58-Jährige, sei nicht selbstverständlich. "Als wir am 1. Dezember 2019 mit einem Team angetreten sind, um den Verein zu stabilisieren und - wenn möglich - in eine positive Zukunft führen, lief es sportlich schlecht, wirschaftlich desaströs, die Unruhe im Verein war unfassbar groß", blickte Merk zurück: "Wenn wir damals gesagt hätten, dass wir in etwas mehr als einem halben Jahr Angebote in Millionenhöhe haben, durch die die nächste Saison durchfinanziert ist, hätten alle gejubelt."

Inhaltlich wollte Merk nicht auf die beiden nun vorliegenden Angebote eingehen. "Da muss ich neutral bleiben. Das Thema ist hochsensibel, es ist ein hochsensibler Gläubiger- und Investorenprozess", sagte er. "Die beiden Angebote werden intensiv geprüft. Individuell und natürlich auch die Frage, ob wir diese beiden Angebote zusammenbringen können. Das würde ich mir wünschen."

Nun ist die Entscheidungsfindung auf der Zielgeraden. "Der Gläubigerausschuss wird sich nächste Woche treffen. Es wird dann eine Entscheidung geben (zusammen mit dem gerichtlich bestelltem Sachwalter, Anm. der Redaktion) und dann ist der erste, nächste und sehr wichtige Schritt getan in eine stabilere und auch hoffentlich ruhigere Zukunft des FCK."

"Wir werden weiter arbeiten und kämpfen"

Aber, so Merk weiter: "Natürlich wird nicht in der nächsten Woche alles vom Feinsten sein. Aber, das kann ich unseren Fans und Mitgliedern auch versprechen: Wir werden weiter arbeiten und kämpfen."

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