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Noch vor wenigen Wochen schien der Abstieg des 1. FC Kaiserslautern in die Regionalliga unausweichlich, jetzt hat das Team von Trainer Marco Antwerpen bereits am vorletzten Spieltag eine weitere Saison in der 3. Liga klargemacht. Und das nach einer mehr als turbulenten Saison. Die Meinung zur FCK-Saison von SWR-Sportredakteur Stefan Kersthold.

Voranstellen möchte ich, dass ich zu den etwas älteren Sportjournalisten gehöre und deshalb, was den 1. FC Kaiserslautern angeht, schon sehr viel - eigentlich dachte ich alles – erlebt habe. Sportlich waren das Pokalsiege, Deutsche Meisterschaften, Spiele in der Champions League und im UEFA Cup, Auf- und auch Abstiege. Und auch neben dem Platz sorgte der Traditionsklub im Prinzip immer für viele Schlagzeilen.

Doch was ich nie für möglich gehalten hatte: Diese ganzen Erlebnisse der vergangenen drei Jahrzehnte waren tatsächlich in dieser Saison noch steigerungsfähig. Da wurde nach nur zwei Spieltagen Trainer Boris Schommers entlassen, parallel dazu lief das unvermeidliche Insolvenzfahren. Als Coach wurde Jeff Saibene verpflichtet. Der Luxemburger führte das Team zwar bis zur kurzen Weihnachtspause auf einen Nichtabstiegsplatz, doch da hatte die Konkurrenz coronabedingt auch bis zu drei Spiele weniger absolviert. Immerhin konnte Anfang Dezember das Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. 

Schommers, Saibene, Antwerpen  

Weniger Glück hatte dann Jeff Saibene. Ende Januar musste auch er gehen, nach einem 0:1 auf dem Betzenberg gegen Wehen Wiesbaden. Der FCK lag nur noch einen Punkt vor dem damaligen Tabellenletzten VfB Lübeck.

Es kam Marco Antwerpen. Und auch hier muss ich zugeben, ich hatte lange Zweifel, ob er der Richtige ist für ein häufig unmotiviert und uninspiriert auftretendes Team. Zwar gab es gleich zum Start einen 2:0-Derbyerfolg beim SV Waldhof Mannheim – inklusive eines eher wenig coronakonformen Empfangs der Fans bei der Rückkehr in Kaiserslautern – doch auch unter dem neuen Trainer war neben einigen Lichtblicken auch jede Menge Schatten dabei. Mit dem negativen Höhepunkt am 20. März: Dem 0:1 beim 1. FC Magdeburg.

Nach diesem 29. Spieltag grüßte der FCK, mit einem Spiel im Rückstand, von Abstiegsplatz 18. Mit sieben Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Da war die Angst groß. Auch ich habe ehrlich gesagt nicht mehr an eine Wende geglaubt. 

Hut ab, Herr Antwerpen 

Doch diese Wende schaffte der FCK dann tatsächlich doch noch. Zwar auch mit Hilfe der schwächelnden Konkurrenz, aber auch dank einer Positivserie, die nur durch das 0:3 bei 1860 München unterbrochen wurde. Und so sage ich Chapeau, Herr Antwerpen, und hoffe, dass es in der kommenden Saison endlich wieder aufwärts geht. 

Der Traum von weiteren Pokalsiegen, Meisterschaften und Champions-League-Teilnahmen des 1. FC Kaiserslautern dürfte für mich in diesem Leben zwar nicht mehr in Erfüllung gehen. Aber, wie heißt es immer so schön, auch in der 2. Liga wird guter Fußball gespielt. 

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