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Der 59-Jährige wurde am Samstag auf der konstituierenden Sitzung des fünfköpfigen Gremiums in seiner Funktion bestätigt. Keßler steht dem Aufsichtsrat der Pfälzer seit Dezember 2019 vor.

Sein Stellvertreter ist künftig Bernhard Koblischek. Als weitere Mitglieder waren am Freitagabend auf der virtuellen Jahreshauptversammlung Markus Merk, Fritz Fuchs und Martin Weimer im Amt bestätigt worden. Für Keßler ist das ein klares Zeichen: Die Fans wünschen sich Kontinuität. "Das ist für uns natürlich auch eine große Verpflichtung, diesen Weg weiter konsequent zu gehen. Das ist ein schönes Zeichen der Mitglieder, dass sie auch mit dem deutlichen Votum das Vertrauen für uns ausgesprochen haben", sagte Keßler im SWR- Interview am Samstag.

FCK braucht weitere Investoren

Er wisse aber auch, dass sich der FCK nach wie vor auf dünnem Eis befinde. Die finanziellen Engpässe über sechs Millionen Euro könne man natürlich nicht aus Mitgliedsbeiträgen finanzieren. "Das heißt, wir brauchen frisches Kapital an dieser Seite. Wir müssen Gespräche mit potentiellen Investoren intensivieren und müssen da auch Lösungsansätze zeitnah präsentieren", so Keßler. Heißt also auch, dass das Geld der regionalen Investorengruppe nicht ausreicht, um den FCK langfristig zu retten. Auf die Frage, ob die regionalen Investoren denn einen weiteren Geldgeber akzeptieren würden, antwortete Keßler optimistisch: "Da ist ein Konsenz zwischen dem FCK und unseren jetzigen Partnern. Wenn wir so eine Option hätten, würden wir uns auch öffnen."

Keßler will den Fans die Angst vor Investoren nehmen

Dass viele FCK-Fans den eingeschlagenen Weg mit Investoren kritisch sehen, kann Keßler nachvollziehen. "Es ist immer so, wenn man sich vermeintlich in gefühlte Abhängigkeiten begibt, dann hat man natürlich Ängste und Befürchtungen, dass große Einflussnahmen gegeben sind." Er betonte aber auch: "Unsere Investoren verstehen sich als Partner, sie gehen einen kreativen Weg und Dialog mit uns gemeinsam ein. Und ich glaube, man darf das nicht immer als Schreckensbild sehen: Der Investor, der wie eine Heuschrecke über einen Verein herfällt."

Keßler stärkt Markus Merk den Rücken

Diesen "kreativen Weg" wird Keßler auch zusammen mit Markus Merk gehen. Der bekam bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend aber nur die viertmeisten Stimmen und musste zuletzt viel Kritik seitens der Fans einstecken. Die beschrieb Keßler als "teilweise auch unberechtigt" und stärkte Merk den Rücken: "Er ist für uns das Gesicht des FCK und die letzte unverbrauchte Ikone des FCK. Wir sind sehr froh, dass wir ihn im Team haben."

Wie gut dieses Team in Zukunft funktioniert, muss das Gremium um Rainer Keßler nun unter Beweis stellen. Beim Überwinden der finanziellen und natürlich auch sportlichen Krise.

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