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Marco Antwerpen ist seit Montag neuer Trainer des 1. FC Kaiserslautern und gerade dabei, seine neue Mannschaft kennenzulernen. Trotzdem hat er bereits kurz nach Amtsantritt eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen: Carlo Sickinger ist nicht mehr Kapitän der Roten Teufel, Jean Zimmer übernimmt. Gegenüber SWR Sport erklärt Antwerpen seine Beweggründe.

Der 1. FC Kaiserslautern steckt tief im Tabellenkeller der 3. Liga. Dem pfälzischen Traditionsklub droht der erstmalige Abstieg in die Regionalliga, was existenzielle Folgen für den Klub haben könnte. Retten soll den FCK der neue Trainer Marco Antwerpen, der auf den beurlaubten Jeff Saibene folgte.

Zimmer übernimmt für Sickinger

Antwerpen überraschte auf seiner Antrittspressekonferenz mit der Ankündigung, dass die Winter-Leihgabe Jean Zimmer zukünftig die Kapitänsbinde überstreifen wird. Carlo Sickinger, der seit November 2019 Spielführer der Roten Teufel war, ist sein Amt somit los. Und das, obwohl der 49-jährige Coach bis dahin erst eine Trainingseinheit geleitet hatte.

"Sickinger den Rucksack mal abnehmen"

"Wir möchten Dinge auf den Weg bringen, schnelle Entscheidungen fällen. Dementsprechend haben wir Carlo Sickinger mitgeteilt, dass wir ihn nicht als Kapitän sehen. Auch, um ihm diesen Rucksack mal abzunehmen", sagte Antwerpen: "Jean Zimmer wird uns gegen Waldhof als Spielführer aufs Feld führen."

Im exklusiven Interview mit SWR Sport erläuterte der neue FCK-Coach seine Entscheidung und seine Wortwahl. "Rucksack abnehmen heißt nicht, dass Carlo überfordert war. Aber ein Kapitän hat so viele Aufgaben, dass es nicht immer leicht ist, sich auf seine eigenen Aufgaben zu konzentrieren.", sagte Antwerpen: "Du musst als Kapitän für deine Mitspieler da sein - und vielleicht kann er das aktuell nicht."

Deshalb trägt Jean Zimmer jetzt die Binde

Deutliche Worte in Richtung Sickinger, der zuletzt auf dem Platz teilweise etwas überfordert gewirkt hatte. Nun soll es für ihn ohne den zusätzlichen Druck besser werden. Anschließend begründete Antwerpen seine Wahl für Zimmer. Diese sei auch "vor dem Hintergrund gefallen, dass er diesen Verein kennt", so der Coach: "Er hat viel erlebt in den letzten Jahren, auch bei größeren Vereinen, etwa in Düsseldorf, gespielt. Er weiß, mit schwierigen Situationen umzugehen."

Zimmer, der bei den Roten Teufeln ausgebildet wurde und bereits zwischen 2004 und 2016 für den Traditionsklub spielte, war in der Winterpause auf Leihbasis von Fortuna Düsseldorf an den Betzenberg zurückgekehrt. Nun soll er die Mannschaft anführen - erstmals ausgerechnet im brisanten Südwestderby gegen Waldhof Mannheim (Samstag ab 14 Uhr live im SWR-Fernsehen und auf swr.de/sport). Das erste von 16 verbleibenden Spielen, in denen der Klassenerhalt für den FCK fix gemacht werden soll. Mit Sickinger in der Abwehr - und Zimmer als Kapitän.

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